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Melodram "Alle Stewardessen kommen in den Himmel" von Daniel Burman
Zwei Menschen zwischen Himmel und Erde: Sie spult routiniert und geistesabwesend jene Pantomimenummer ab, welche die Flugpassagiere mit den Sicherheitsmaßnahmen für den Notfall vertraut machen soll. Er starrt sie an und versucht, hinter der Maske ihres geschminkten Gesichts Züge jener Frau zu erkennen, um die er gerade trauert. Dass er die Asche der verstorbenen Geliebten unter dem Flugsitz stehen hat, erfährt das Kinopublikum erst später.
Gleich zu Beginn von "Todas las azafatas van al cielo" - so der Originaltitel des Streifens - setzt Regisseur Daniel Burman auf die Kraft von Metaphern und Symbolen. Beiden Protagonisten wurde durch einen Schicksalsschlag der Boden unter den Füßen weggezogen. Bei ihm, dem Augenarzt Julian, ist es der Tod der Ehefrau, während sie, die Stewardess Teresa, mit der Schwangerschaft aus einer bereits gescheiterten Liebesaffäre fertig werden soll.
Nach der Landung finden sie sich die beiden nicht nur in der Realität wieder, sondern auch am Ende der Welt. Das ist Ushuaia, die südlichste Stadt an der Küste von Feuerland. Eine Terrordrohung hat die Einstellung des Flugverkehrs zur Folge, sodass Teresa und Julian auf dem Südzipfel Argentiniens festsitzen. Im Hotel schlagen beide in ihren Zimmern die Zeit mit Fernsehen tot und bleiben bei einer Fernsehdokumentation über das Erfrieren hängen. Dabei handle es sich um den "sanftesten Tod", den ein Mensch sterben könne, verkündet der Moderator. Am nächsten Tag begegnen der Arzt und die Stewardess einander wieder: auf dem Weg in den Freitod, den beide barfuß in der Kälte des Schnees suchen.
Mit melancholischem Unterton erzählt Burman die Liebesgeschichte zwischen zwei Menschen, die in ihrem Leben die Orientierung verloren haben. Mehr als einige schö-ne poetische Szenen sowie sehenswerte schauspielerische Leistungen von Ingrid Rubio (Teresa) und Alfredo Casero (Julian) hat das märchenhafte Melodram allerdings nicht zu bieten. Der Erzählfluss gerät wiederholt ins Stocken. Der lange Atem der Dramaturgie lähmt besonders das Finale, das nicht mit jener Leichtigkeit inszeniert ist, die zwischen Himmel und Erde zu erwarten wäre.
MICHAEL STADLER
© SN
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