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Alejandro Gonzalez Inarritus dunkles, aber erfrischend abwechslungsreiches Verwirrspiel "21 Gramm" mit Sean Penn.
Die Wege, die das Leben einschlägt, sind oft unergründlich. Erst im Nachhinein lassen sich Erklärungen finden für jene Zufälle und Schicksale, die den Alltag bestimmen. Die Linearität ist ein Trugschluss, während das völlige Chaos die eigentliche Ordnung repräsentiert. Darum dreht sich "21 Gramm", ein düsterer, depressiver Film über das Leben und den Tod. Alejandro Gonzalez Inarritu ist sein Regisseur, Sean Penn, Naomi Watts und Benicio del Toro spielen die Hauptrollen.
Seit seinem Film "Amores Perros" gilt Regisseur Inarritu als eines der großen neuen Talente des Weltkinos. In "21 Gramm" wiederholt er nun jenes erzählerische Kunststück, das ihn bekannt gemacht hat: Scheinbar wahllos wirbelt er die Handlung seines Films durcheinander, erzählt in bruchstückhaften Teilen seine Geschichte weder von vorne nach hinten noch umgekehrt - so wie das Leben sprunghaft andere Richtungen einschlagen kann, so ist auch "21 Gramm" völlig durcheinander gemixt. Die Reihenfolge, die muss erst im Kopf des Zuschauers entstehen, der hier ein 1000-teiliges Puzzle lösen muss.
"21 Gramm" erzählt von einem College-Professor (Penn), der schwerkrank ist und auf ein Spenderherz wartet, während seine Frau (Charlotte Gainsbourg) darauf hofft, doch noch Nachwuchs von ihrem Mann mittels künstlicher Befruchtung zu bekommen. Weiter unten auf der sozialen Skala lebt der ehemalige Alkoholiker Jack (del Toro), der versucht, mit seinem Glauben an Gott ein neues Leben zu beginnen. Eine andere Frau (Watts) verliert bei einem Autounfall ihren Mann und ihre beiden kleinen Töchter. Dieser Unfall ist es, der all diese Personen auf dramatische Weise zueinander bringt.
Da sich diese Handlung durch die komplett verworfene lineare Erzählstruktur allerdings erst nach und nach herauskristallisiert, sei hier nicht mehr verraten - denn reizvoll ist dieses spannende und hervorragend gespielte filmische Experiment nur, wenn man ihm möglichst unbelastet gegenübertritt und seinen Gedanken die Arbeit überlässt. Ja, dieser Film ist Arbeit - und wer mitdenkt, wird reichlich dafür entlohnt. Autor: Matthias Greuling
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