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Bernd Neuburger und Nadja Seelichs Kinderfilm "Sommer mit Burggespenstern" mit Karl Merkatz
Sie hätten sich wohl besser an die Normen gehalten und sich nicht nächtens am Ufer des Prebersees zum Tanzen herumgetrieben. Dafür wurden die fünf Nonnen bestraft und lebendig eingemauert. Jetzt sind sie als Burggespenster einschlägig tätig.
Und dann kommt, im 21. Jahrhundert, ein Filmteam und bringt Geschäftigkeit ins Burggemäuer! Direkter Konkurrent der Nonnen-Geister ist der alte Otto (Karl Merkatz), der für Rauch und anderen pyrotechnischen Film-Spuk zuständig ist. Nichts scheint mehr zu gehen, wie verhext . . .
Der Salzburger Regisseur Bernd Neuburger und seine Frau Nadja Seelich als Drehbuchautorin haben Sinn für kindliche Fantasie-Bedürfnisse. "Jonathana und die Hexe", "Ferien mit Silvester", "Lisa und die Säbelzahntiger" - diese Streifen sind Klassiker. Magie entpuppt sich dabei als etwas durchaus Normales. "Sommer mit Burggespenstern" ist ein wenig anders: Da haben es die neunjährige Caroline (Sarah-Jeanne Labrosse), ihr Mauterndorfer Freund Jakob (Nikola Culca) und eben der im Herzen Kind gebliebene Otto mit echten Übersinnlichen zu tun: mit tanzwütigen Nonnen und einem charmantwichtigtuerischen Waldschratt, der Baumstümpfe zum Leuchten bringt. Die liebenswürdige, aber mit Klischees gespickte Geschichte wurde auf Burgen im Salzburger Lungau (Mauterndorf, Finstergrün, Moosham) gedreht - und damit ist diese österreichischkanadische Koproduktion gewiss eine recht gute Tourismuswerbung.
Bernd Neuburger hat eine gute Hand, junge Leute ganz unverkrampft zu führen. Aber vielleicht liegt die Latte nach den drei erwähnten Filmen einfach zu hoch, eswird ziemlich dick aufgetragen.
REINHARD KRIECHBAUM
© SN
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