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Komödie "L'Auberge Espagnole - Barcelona für ein Jahr" mit Audrey Tautou
Ein Film wie ein lauer Sommerabend in der Stadt - man sitzt draußen, trifft sich mit Freunden und das Leben fühlt sich ganz leicht an. "Barcelona für ein Jahr" - die Geschichte einer Multikulti-Studenten-WG hat in Frankreich über drei Millionen Zuschauer ins Kino gelockt. Jetzt kann sich der Rest Europas verführen lassen.
Die Hauptfigur in diesem bunten Treiben ist der leicht spießige Wirtschaftsstudent Xavier. Er lässt seine treue Freundin (Audrey Tautou) und die treu sorgende Mama zurück in Paris, um ein Studienjahr in Barcelona zu verbringen. Mangels Alternative landet er in einer typischen Studenten-Zweck-WG, sein Zimmer ist nicht größer als ein Schuhkarton, zum Lernen kommt er auch nicht gerade viel, aber dafür liefert die Wohngemeinschaft einen Crashkurs zum Thema innereuropäische Kommunikation.
Xaviers Mitbewohner stammen aus Italien, England, Dänemark, Belgien, Andalusien und Deutschland, was das Zusammenleben nicht gerade einfacher, aber auf alle Fälle interessant gestaltet. Am Ende seines Austauschjahres ist Xavier um viele Erfahrungen reicher, sein Liebesleben hat erheblich gewonnen und die Zuschauer haben einen sehr amüsanten Ausflug nach Spanien hinter sich. So lebensnah, wie Regisseur Cedric Klapisch (". . . und jeder sucht sein Kätzchen") das Treiben in der WG zeichnet, könnte man glauben, er habe aus eigener Erfahrung geschöpft.
In Wirklichkeit hat er die Anregung zu diesem Stoff seiner jüngeren Schwester zu verdanken, die ein Studienjahr in Barcelona verbracht hat. Als Klapisch sie für eine Woche besuchte, hat er sich köstlich über die Konfusion in der Wohnung amüsiert, war aber zugleich fasziniert von "dieser ersten europäischen Generation, die da zusammenlebte".
Klapisch ist in Frankreich bekannt für seine treffsicheren Filme über das Erwachsenwerden. Er kann sehr leichtfüßig erzählen und montiert die Bilder (mit Hilfe von Zeitraffer und schnellen Schnitten) so, dass sie zum Thema passen - dem pulsierenden Lebensgefühl von Jugendlichen in einer Stadt, die voller Energie steckt.
Auch wenn der Film insgesamt ein bisschen lang wirkt, er macht von Minutezu Minute mehr Spaß und hat am Ende die Wirkung eines Power-Riegels: Nach dem Kino strotzt man vor Energie und würde am liebsten für ein Jahr aussteigen und nach Barcelona fliegen.
SANDRA VOGELL
© SN
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