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"The Italian Job" - Regisseur F. Gary Gray erzählt eine gute, alte Geschichte ganz neu. Mit Mark Wahlberg und Donald Sutherland.
Es beginnt mit einer tollkühnen Verfolgungsjagd in Venedig, die alle Gondoliere-Beschaulichkeit auf den Kopf stellt, oder besser: unter Wasser setzt. Während die Polizei den Kanal-Rasern dicht auf den Fersen ist, bringen die wahren Panzerknacker ihre Schäflein, sprich: Goldbarren in Menge, mit ausgefeiltem Knowhow ins Trockene.
"The Italian Job" ist ein logistisch ausgeklügeltes kriminalistisches Unternehmen - aber doch nur zu sieben Achteln perfekt.
Der Verräter ist in den eigenen Reihen, und so heißt es für den Junior-Anführer Charlie (Mark Wahlberg) bald, Abschied nehmen vom gleißenden Gold.
Schnitt, weiter Sprung über den großen Teich: In Los Angeles erleben wir die Vorbereitungen, auf dass die "guten" Gangster (denen von vornherein alle Sympathien des Kinobesuchers gehören) den "Bösen" das Beutegut wieder abknöpfen.
Da heißt es also Daumen drücken für jene Truppe, die aus lauter eiskalten Profis besteht und doch ein putziges Amateurteam abgibt. Genau das ist ja das Erfolgsrezept für dieses Film-Remake: Mit gleich viel Liebe zum Detail wie mit Ironie sind all die Kerle beschrieben.
Der netteste von allen ist Lyle alias Napster. Ja, richtig gelesen. Er hat sich die Tauschbörse ausgedacht, damals in Studentenzeiten. Aber bei einem Nickerchen bei laufendem PC hat ein Kollege die Idee gestohlen.
Der "originale" Italian Job (mit Michael Caine in der Hauptrolle) kam im Jahr 1969 in die Kinos, hierzulande unter dem Titel "Charlie staubt Millionen ab".
Das war damals ein Kultfilm, weil das Road Movie mit drei durch Goldbarren schwer überladenen Minis einen skurrilen Showdown breit hielt. Auch die neue Filmversion ist ideal zur Ego-Aufmö-belung von Klein(st)wagenbesitzern!
Im Original war's das oberitalienische Turin, jetzt rollen die drei auffrisierten Wunder-Spielzeugautos über die weit weniger verstopften Highways von Los Angeles.
Regisseur F. Gary Gray setzt auf eine aktuelle Übertragung der Handlung ins Amerika von heute. Anstatt kühner Special Effects spielt er auf Fantasie, ironische Distanz und solide Schauspieler.
Am Anfang ist Donald Sutherland als reuiglebensweiser Alt-Gauner im Spiel. Seine "Lehrbuben" können doch nur Lichtfiguren auf der schwarzen Liste des angewandten Millionenraubs sein.
REINHARD KRIECHBAUM
© SN
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