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Die Special-Effects- Trilogie mit Keanu Reeves geht wenig ruhmreich zu Ende.
Die Saga ist komplett, die Zuschauer sind erlöst: Mit "Matrix Revolutions" haben sich die Wachowski-Brüder noch einmal zu übertreffen versucht und aufgetischt, was derzeit so alles an digitalen Tricks aus dem Computer möglich ist. Leider ohne Erfolg: Der dritte Teil der Matrix-Geschichte ist ein unfreiwilliger Abgesang auf den Science-Fiction-Film; das Genre führt sich in nicht enden wollenden "Baller"- und Explosionsorgien ad absurdum.
Die Welt soll gerettet werden
Die Filmhandlung reduziert sich im Wesentlichen auf den Inhalt eines so genannten Ego-Shooters, ein Videospiel, bei dem sich der Spieler samt Waffe durch eine Art Labyrinth mordet. Die kreierten Figuren, seien sie nun menschlicher oder elektronischer Natur, sagen bloß ihre Sätze auf. Meistens aber sagen sie gar nichts und "ballern" lieber. Reden ist Silber, ballern ist Gold.
Wieder einmal (oder: noch immer) muss die Welt gerettet werden, die Zion-Soldaten versuchen verzweifelt, sich gegen die Invasion der Wächter zu verteidigen, die sich unaufhaltsam in ihre Festung bohren. Die letzte menschliche Bastion kämpft ums Überleben der gesamten Menschheit. Ein außer Kontrolle geratenes Programm namens "Smith" instrumentalisiert das Hovercraft-Besatzungsmitglied Bane für seine Zwecke, und damit wird der Kampf von Neo (Keanu Reeves) und seiner Gang gegen das drohende Ende schier aussichtslos.
Spezialeffekte verblassen
Wem das alles nichts sagt, der sollte besser die Finger von "Matrix Revolutions" lassen, denn die Story bleibt nur hart gesottenen Fans erschließbar. Der Rest, eine wüste Materialschlacht und ein paar Einstellungen auf die rotlippige Monica Bellucci, lohnen den Kinobesuch nicht.
Teil eins, gedreht vor vier Jahren, war klassisches Jahrmarktkino: Noch nie gesehene visuelle Effekte trieben die Besucher in Scharen ins Kino wie dereinst auf den Jahrmarkt. Doch die unglaublichen Spezialeffekte von einst sind im schnelllebigen Filmgeschäft von heute längst verblasst. Was einst strahlte, wirkt seit Teil zwei nur mehr noch bemüht.
Die Choreografie von Kampfszenen wiederholt sich, da helfen auch die coolen Sonnenbrillen der Protagonisten wenig. Das Ärgerlichste dabei: Die "Matrix"-Trilogie nimmt sich von vorn bis hinten todernst. Aber das muss bei Kinoepen dieser Größe wohl so sein.
Wackelige Konstruktion
Fantasiewelten können sich nicht aufs Korn nehmen, sonst bräche ihre ohnehin schon wacklige Konstruktion in sich zusammen. Das artige, gut gemeinte Sujet vom ewigen Kampf der Menschen gegen die Maschinen diente den Machern als Vorwand für ein gigantisches Portfolio hollywoodscher Digitaltechnik.
Die Stars des Films, Keanu Reeves, Carrie-Ann Moss und Laurence Fishburne, verkommen angesichts dieser Überfülle von Effekten zu harmlosen Statisten. Was einen Anfang hat, hat auch ein Ende, heißt es in "Matrix Revolutions". Und das ist gut so. Schmerzlich nur, dass dieses Ende nicht schon nach Teil eins gekommen ist.
MATTHIAS GREULING
© SN
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