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Der neue Film von "Gladiator"-Regisseur Ridley Scott mit Nicolas Cage und Sam Rockwell
Bevor in ein paar Wochen Ridley Scotts Director's Cut von "Alien" mit Sigourney Weaver in die Kinos kommt, schickt der britische Regisseur einen eher kleinen, für ihn untypisch anmutenden Film voraus. Eine Low budget-Atmosphäre prägt diesen stimmigen Streifen mit Nicolas Cage und Sam Rockwell.
Die beiden spielen das Gaunerpaar Roy und Frank, jedoch sind sie mehr smarte Trick-Künstler des Betrüger-Mittelstands als schäbige, kleine Fische mit Gewaltvorlieben. Das Geschäft läuft solide, Cage trägt Schlips und Anzug, wohnt allein in einem gepflegten Haus, das Schließ-fach auf der Bank füllt sich zusehends. Alles wäre o. k., wenn da nicht seine lästigen Ticks wären.
Der Mann ist ein hochgradiger Neurotiker, der etwa den Telefonhörer vor Gebrauch manisch abwischt, die Türen immer drei Mal zumacht oder die Krise bekommt, wenn jemand Krü-mel auf dem Teppich verbreitet. Hier offenbart sich Cage als Kollege von Jack Nicholson in "Besser geht's nicht", wirkt jedoch dabei deutlich manierierter als der dreifache Oscar-Gewinner.
Eine Wendung erfährt sein gestörtes Verhältnis zur Au-ßenwelt durch das Auftauchen einer bislang negierten 15-jährigen Tochter, die mit-"tricksen" will.
Doch die eigentliche Crime-Story in "Tricks" ist eher Nebensache, natürlich führt das Ganovenspiel durch die Parameter des aufgeworfenen Szenarios fast zwangsläufig in die Genretypische Pleite. Zum Schluss wartet Scott aber noch mit einem ziemlich cleveren Finale samt amerikanischer political correctness auf. Aber: Vor allem durch den virtuosen Schnitt und die sorgfältig arrangierten und kühl inszenierten Bilder, die zum coolen Sinatra-Soundtrack (verantwortlich: Hans Zimmer) und Klassikern wie "More than This" von Bryan Ferry über die Leinwand gleiten, besticht das stilistische Experiment. Statt seinem üblichen Schwergewichtskino wie etwa in "Black Hawk Down" zeigt sich Ridley Scott hier ungewohnt leichtfüßig. Das Ergebnis ist kein ausgefallenes Meisterwerk, aber es ist durchaus unterhaltend und amüsant.
MARKUS AICHER
© SN
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