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Nick Hurran setzt in der Komödie "Grabgeflüster" mit Christopher Walken sowohl auf subtilen Witz als auch auf Slapstick.
Bürgermeister, Betty und Bestattungsunternehmer - sie repräsentieren die Protagonisten einer wahrlich skurrilen Dreiecksgeschichte, die Nick Hurran recht unkonventionell in Szene setzte. Der Regisseur von Streifen wie "Remember Me?" (1997) und "Girl's Night" (1998) lässt in seiner Komödie "Grabgeflüster" schwarzen Humor typisch britischer Ausprägung mit Elementen von amerikanisch inspiriertem Slapstick verschmelzen. Dies funktioniert allerdings nur in Teilbereichen.
Schauplatz ist die tiefste walisische Provinz, wo gesellschaftliche Normen einen wesentlich höheren Stellenwert genießen als irgendwelche Gesetze. Hier zieht noch der Tod und nicht der Scheidungsrichter den Schlussstrich unter so manche unglückliche Ehe. Das gilt auch für Betty, die Frau des treulosen Bürgermeisters. Als ihr der Bestattungsunternehmer Boris bei der Beerdigung der Schwiegermutter gesteht, sie seit dem Schulball vor dreißig Jahren zu lieben, gerät ihre Gefühlswelt gehörig aus den Fugen. Eine Scheidung kommt allerdings für die "first Lady" des 7000-Einwohner-Städtchens nicht in Frage.
Bleibt als einziger Ausweg für eine gemeinsame Zukunft nur der Tod. Im Umgang mit ihm hat Boris als professioneller Bestatter ja einige Erfahrung. Also soll Bettys Tod nach allen Regeln der Pompfuneberer-Kunst inszeniert werden, doch der Weg zum Happy-End unter der karibischen Sonne ist mit einer wahren Serie an Pleiten, Pech und Pannen gepflastert.
Brenda Blethyn verkörpert die Rolle der Bürgermeistersgattin mit hinreißendem Charme. Hinter der Fassade eines harmlosen "Hausmütterchens" lässt sie wiederholt anarchischen Quergeist aufblitzen. Alfred Molina strotzt hingegen beeindruckend komisch vor jener Würde, die mit dem Beruf des von ihm verkörperten Bestattungsunternehmers verbunden ist. So wandelt er als lebendes Klischee aus Fleisch und Blut durch die Handlung.
Christopher Walken kommt gleich in doppelter Hinsicht die Rolle des humoristischen Gegenpols zu. Er spielt einen amerikanischen Unternehmer, der im Bestattungsgewerbe mit neuen, unkonventionellen Ideen Fuß fassen will und Boris einen beinharten Konkurrenzkampf liefert.
Statt mit Würde versucht der völlig durchgedrehte Frank Featherbed mit "Fantasy-Spaßbeerdingungen" zu punkten. Wenn Walken auf der Leinwand auftaucht, dann werden der subtile Witz und der schwarze Humor durch Slapstick-Klamauk abgelöst, was für Liebhaber klassisch britischer Komödien nicht immer leicht zu verdauen ist.
Da wird dann schon einmal eine verblichene Seniorin aufgrund ihrer Leidenschaft zur TV-Serie "Raumschiff Enterprise" in der Kirche als Mister Spock mit spitz geformten Ohren aufgebahrt. Der Versuch, die Tote spektakulär in den Himmel zu "beamen" endet im Desaster.
MICHAEL STADLER
© SN
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