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Julia Roberts und David Duchovny in "Full Frontal" von Steven Soderbergh
Amerikas Regie-Wunderknabe Steven Soderbergh arbeitet im Akkord. Und jetzt will er offensichtlich die Klaviatur seines Werks um die Sparte "Essay über die Dialogkunst" erweitern. Neben der Bearbeitung verschiedener Genres in "Erin Brockovich", "Traffic - Die Macht des Kartells", "Oceans Eleven" oder zuletzt "Solaris" experimentierte er auch mit linearer Erzählweise in "The Limey".
Nun legt der experimentierfreudige 40-Jährige in seinem Low-Budget-Film "Voll Frontal" eine leicht nervige und dialogschwere Geschichte vor, die rein im Kosmos des Filmemachens wurzelt. Das Ergebnis ist "Sex, Lügen und Video" in einer light version samt bedeutungsschwangeren Posen.
Zitat: ",Voll Frontal' ist ein Film über Filme für Leute, die Filme mögen". Um bei so viel intellektuellem Anspruch nicht als Dollar-Hyänen dazustehen, verzichteten Stars wie Julia Roberts oder David Duchovny auf ihre üblichen Gagen und den gewohnten Luxus, fuhren eigenhändig mit ihren Autos zum Set oder managten ihre Garderobe selbst.
Sie mussten auch zustimmen, dass abseits der Szenen gedrehtes Material im Film Verwendung finden könnte und wurden aufgefordert, so viele Takes wie möglich zu improvisieren. Geholfen haben alle diese "Dogma"-ähnlichen Spielchen nichts, auch wenn die Macher sicher Spaß bei der Sache hatten, einmal dem strengen Korsett der Studioregeln zu entfliehen.
Aber: Es bleibt der Eindruck von Langeweile, der sich auch einstellt, wenn man Menschen beim bemühten Denken zusieht.
MARKUS AICHER
© SN
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