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Wahrnehmungs-Spiele: "Wahnsinnig verliebt" mit "Amélie"-Star Audrey Tautou
Die Steigerung einer fabelhaften Welt ist wohl eine verrückte. So gesehen bildet "Wahnsinnig verliebt" fast eine Fortsetzung der "Fabelhaften Welt der Amélie", nur dass dieses Mal fantastische Vorstellungen in den Wahnsinn kippen.
Regisseurin Laetitia Colombani nutzt dabei geschickt die romantische Aura von "Amélie"-Hauptdarstellerin Audrey Tautou und erzählt im ersten Teil ihres Films aus der Perspektive der jungen, fragil wirkenden Angélique (Tautou) von deren großer Liebe zu Loic (Samuel le Bihan). Der ist allerdings verheiratet und wird bald Vater. Doch während man sich noch in einer klassischen Dreiecksgeschichte wähnt, in der die bedauernswerte Angélique nur die Rolle der Geliebten einnimmt, mehren sich die Anzeichen, dass man für eine Romanze vielleicht im falschen Film sitzt. Ein Mord und ein Selbstmordversuch geschehen. Dann wird man im Schnellrücklauf an den Anfang der Geschichte versetzt, um in einem zweiten Durchgang Loics Perspektive präsentiert zu bekommen.
Und die erzählt eine ganz andere Version. Der Zuschauer erfährt, wie leichtgläubig man sich aus wenigen Bildern Sinn konstruiert. Zu schnell schließt man von einem gleichzeitigen Verschwinden auf eine Toilette auf ein unauffälliges Treffen, von einer Autofahrt zu zweit auf eine gemeinsam verbrachte Nacht.
Zugleich liegt hier aber auch die Schwäche des Films. Nach der ersten Überraschung nimmt das Ansinnen, in jeder Szene zu verdeutlichen, wo man sich als Zuseher überall getäuscht hat, der Handlung etwas Dynamik. Was bleibt, ist nette Unterhaltung und die Lehre, dass hinter hübschen Augen auch Zerstörung und Wahnsinn stecken können.
HANNA SIX
© SN
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