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Adam und Eva
Nur das Ende vom Anfang
In seiner Komödie "Adam & Eva" rückt Regisseur Paul Harather gekonnt Klischeebilder aus dem Beziehungsparadies zurecht.

Das Theater ist niedergebrannt, den Rauchschwaden entsteigt der tapfere Rettungsmann. Er und die Gerettete - das Traumpaar schlechthin? "Sieht so der Himmel aus?", fragt sie. "Nein, ich bin Adam." Alles klar. Die Filmmusik rauscht auf nach Hollywood-Art, ein Schriftzug verkündet "The End", sogar der Nachspann wird gleich jetzt durchgezogen. Aber in Wirklichkeit ist's nur das Ende vom Anfang.

Man hat geheiratet. Vier Jahre Eheglück später, das Traumpaar beim Frühstück: Er immer noch Schlamphans mit Junggesellenallüren, sie nicht mehr ganz so jung, als dass sie nicht schleunigst über eigene Kinder nachdenken sollte. Auf dem Ohr ist er taub. Längst zeichnet sich der Anfang vom Ende ab.

Aber wie erzählt Regisseur Paul Harather dieses Ende! In kühnen Zeitsprüngen über Tage, Wochen, Jahre. Einmal aus ihrer Perspektive, dann wieder aus seiner. Ein junges Kindermädchen kommt ins Spiel, ein ehemaliger Verehrer taucht auf. Ein Babyfon spielt plötzlich eine zentrale Rolle, denn da wird übertragen, was gewiss nicht für Ohrenzeugen gedacht war.

Das Handlungs-Mosaik hat immer kleinere Teilchen, je mehr sich die Lage zuspitzt. Sie heiratet wieder, er zieht mit einer langjährigen Freundin zusammen, die er immer schon mochte, "aber von Liebe war nie die Rede". Neuer Anfang gut, Ende gut? Da ist noch ein kleines pikantes Geheimnis . . .

Alltägliche Beziehungsprobleme und originelle Lösungen, ganz neue Freiheiten und alte Sehnsüchte: Mit leichter Hand, gut untermischtem Humor und einem sicheren Blick für das Bizarre im Zeitgeist schildert "Indien"-Regisseur Paul Harather die vergebliche Suche nach Lebensrezepten.

Viele Klischees werden mit Ironie, wenn schon nicht zerbrochen, dann wenigstens zurechtgerückt. Wohin mit der Liebe des Lebens nach dem gemeinsamen Lebensabschnitt? "Mit manchen Menschen teilt man eine Seele, mit anderen eine Familie." Das ergibt ein Spinnennetz aus Psycho-Fäden, in denen man sich leicht verfängt.

Simon Schwarz ist Adam, Marie Bäumer Eva. Mit dem Paradies ist's nicht weit her. Ursympathisch sind die beiden, weil sie sagen, was sie denken. Falschheit ist ihnen fremd und kleine Notlügen zu Gunsten der großen Lebenslüge fliegen ohnedies auf der Stelle auf. Mit viel Liebe zeichnet der Regisseur die beziehungsmäßig auch nicht ganz koschere Verwandtschaft. Haben wir solche Leute nicht auch in der Familie? Aber das wollen wir mal nicht an die große Glocke hängen.

Autor/in: Reinhard Kriechbaum

 

diese seite | 18.08.2003 | 14:24

Daten und Fakten

Regie: Paul Harather

Schauspieler: Simon Schwarz, Marie Bäumer, Pierre Besson, Theresa Berlage, Martin Brambach

Genre: Komödie

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