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George Clooney versucht sich mit "Geständnisse - Confessions of a Dangerous Mind" erstmals als Regisseur.
Wer Hollywood-Star ist, darf sich viel erlauben. Auch, einmal selbst auf dem Regiestuhl Platz zu nehmen und die Kollegen lautstark zu kommandieren. Viele dieser eitlen Regie-Versuche von Schauspielern sollten lieber in den Archiven verstauben. Aber es gibt Ausnahmen: George Clooney, vom ehemaligen Fernsehdoktor zum nunmehrigen Supermann des US-Kinos gereift, hat jetzt auch die Fronten gewechselt.
Mit Erfolg: Sein Regiedebüt "Geständnisse - Confessions of a Dangerous Mind" übertrifft die (niedrig gesteckten) Erwartungen haushoch. Dieser Mann kann mehr als nur gut aussehen. Nach einem gewitzt gestrickten Drehbuch von Charlie Kaufman ("Being John Malkovich") inszenierte Clooney die Geschichte einer TV-Legende.
Chuck Barris (Sam Rockwell) hatte in den 50er und 60er Jahren mit von ihm kreierten Shows wie "The Dating Game" (hier zu Lande als "Herzblatt" bekannt) und "The Gong Show" Geschichte geschrieben. Barris' Spielshows generierten ihren Witz zumeist daraus, sich über andere lustig zu machen, und senkten nicht nur dauerhaft das Niveau des Flimmerkastens, sondern auch die Hemmschwelle der großen Sender, für Einschaltquoten fast alles zu tun. Chuck Barris, der Vater seichter Unterhaltung.
Aber der Mann gibt vor, noch ganz andere "Berufe" ausgeübt zu haben. Zumindest, wenn es nach seiner Autobiografie geht. Für die CIA will er im Laufe seiner Karriere als Spion mehr als 30 Menschen ermordet haben. Die CIA dementiert freilich, und so stempelte man Barris in den USA schnell zum Spinner ab. Inhaltlich verzichtet Neo-Regisseur Clooney auf eine Stellungnahme zu Barris' unglaublichem Doppelleben. Es bleibt dem Zuschauer überlassen, ob er der Geschichte glaubt.
Formal arbeitet Clooney höchst frech und unkonventionell. Visuell erinnert "Geständnisse" ein wenig an die Filme Steven Soderberghs, der Clooney dank zahlreicher gemeinsamer Arbeiten offenbar ein guter Lehrer war. "Geständnisse" erstreckt sich über drei Jahrzehnte, und Clooney wechselt seinen Erzählstil nach den jeweils üblichen Mustern: In den 50ern strahlte alles in buntem Technicolor, in den 60ern beherrschten schnelle Zooms und Schwenks die formale Filmerzählung. Die 70er wiederum kommen dank Handkamera leicht verwackelt daher.
Clooney würzt die Handlung mit einer Menge zynischer Seitenhiebe aufs TV-Geschäft und auf die CIA. Dass er - neben Julia Roberts - in "Geständnisse" selbst eine Nebenrolle als CIA-Agent spielt, erinnert noch daran, dass Clooney eigentlich Schauspieler ist. Sonst erleben wir einen durchwegs talentierten Regisseur. Bei ihm ist das eitle Experiment geglückt.
MATTHIAS GREULING
© SN
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