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Eindrucksvolles Filmepos aus der Arktis: "Atanarjuat - Die Legende vom schnellen Läufer" von Zacharias Kunuk.
Zacharias Kunuk erzählt in seinem Debütfilm eine Legende der Inuit. Neid, Missgunst, Liebe und Rache, das sind die Ingredienzien, aus denen große Geschichten gemischt werden. Auch in der arktischen Tundra. Dort ist einer der beeindruckendsten Filme, die in den letzten Jahren entstanden sind, angesiedelt.
"Atanarjuat - Die Legende vom schnellen Läufer" ist dem Sagenkreis der Inuit, der Eskimos entnommen. Er spielt in einer mehrere Jahrhunderte zurückliegenden Vergangenheit und erzählt vom Titelhelden Atanarjuat, der die schöne Atuat heiratet, obwohl sie dem Sohn des Stammesoberhauptes versprochen war. Es folgen Intrigen, Betrug, Vergeltung und schließlich ein außergewöhnliches Ende.
Regisseur Zacharias Kunuk hat sich für seinen Debütfilm, der (neben vielen anderen Preisen) im Jahr 2001 in Cannes mit der Goldenen Kamera ausgezeichnet wurde, gemeinsam mit dem Drehbuchautor Paul Apak Angilirq auf die Suche gemacht nach der Vergangenheit seines Volkes. Er hat ihren Riten und Lebensgewohnheiten nachgespürt und die Ergebnisse seiner Recherche zu einem tatsächlich atemberaubend schönen, manchmal grausamen, vor allem aber sehr authentischen Filmepos verarbeitet.
Knappe drei Stunden dauert die Geschichte, die in der Sprache der Inuit - Inuktitut - mit deutschen Untertiteln gezeigt wird. Gedreht wurde größtenteils mit Laiendarstellern. Echte, ungeschönte Gesichter sind das, geschickt von der Kamera eingefangen. Überhaupt sind es nicht zuletzt die Bilder, die diesem Film seine besondere Atmosphäre verleihen.
In immer neuen Variationen wird die karge weiße Landschaft eingefangen, werden die Gesten des Alltags genauso wie die großen Gefühle geschildert und die Zuschauer mehr und mehr in den Bann einer Welt gezogen, die nur am Anfang fremd ist, mit der Zeit aber immer vertrauter wird.
ANJA STILLER-REIMPELL
© SN
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