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Spike Jonzes Satire "Adaption" mit Nicolas Cage
Wie schwer muss es sein, ein richtig gutes Drehbuch zu schreiben? Man tigert im Zimmer auf und ab, wirft sich aufs Bett, verwahrlost, verzweifelt, resigniert. So ähnlich muss es dem ruhmreichen Hollywoodautor Charlie Kaufman ergangen sein, denn "Adaption" ist seine mehr oder weniger selbst erlebte Geschichte. Und die ging so: Kaufman sollte einen Erfolgsroman über Orchideen in eine Kinofassung bringen, für die Leinwand adaptieren. Doch wie schreibt man ein Blumenbuch in einen ordentlichen Hollywoodfilm um?
Kaufman fiel nichts ein, au-ßer, die Entstehungs- und Leidesgeschichte zu diesem Auftrag selbst ins Skript einzuarbeiten. Herausgekommen ist "Adaption", ein Film im Film sozusagen. In der Kaufman als ideenloser Tropf natürlich selbst vorkommt (glänzend gespielt von Nicolas Cage). Mit ihm lebt ein fröhlichdreister Zwillingsbruder (wieder Cage), der mit platten Thrillern zum Starschreiber aufsteigt und ihm den Rest gibt. Auf der Suche nach Inspiration beginnt unser Held, die Orchideen-Autorin Susan (Meryl Streep) zu verfolgen.
Abgedreht und großartig - Kaufman selbst vergleicht "Adaption" mit dem wahren Leben, das sei eben "unklar, diffus und kompliziert". Wenn die Mischung aus Komödie und Tragödie auch nicht jedem zusagt, das Geniale dahinter sollte gewürdigt werden. Wurde es auch: Auf der Berlinale gewannen Kaufman und Regisseur Spike Jonze, die schon die Farce "Being John Malkovich" drehten, einen Silbernen Bären. Für seine Doppelrolle stand Cage auf der diesjährigen Oscar-Nominierungsliste, genauso wie Kollegin Streep. Chris Cooper, der ihren entrückten Lover spielt, wurde schließlich zum besten Nebendarsteller gekrönt. Gag am Rande: In der Kategorie "Bestes adaptiertes Drehbuch" nominierte die Oscar-Academy nicht nur Charlie Kaufman, sondern seinen fiktiven Bruder Donald gleich mit dazu.
DANIEL RONEL
© SN
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