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Reiseberichte

Südtirol: Mehr als Törggelen und Vernatsch
Wenn Herbstnebel in unseren Tälern liegen, bietet Südtirol noch herrliche Sonnentage.
Ende September kommen die ersten Südtiroler Maroni auf den Markt am Ende der Bozener Lauben. Glänzende Haut, samtige Fäden an der Spitze.

Und sie schmecken weit besser als die Ware, der derzeit hierzulande hauptsächlich aus Neuseeland (!) im Handel ist. Die 'Kösten', wie die Edelkastanien an Etsch und Eisack heißen, gehören zum Törggelen wie der junge Wein. Mit Torkeln hat der Herbst-Brauch nichts zu tun. Die Torggl ist der hölzerne Arm einer früher gebräuchlichen Weinpresse. Nicht umsonst liegt der Ursprung Törggelens im Eisacktal. Zwischen Brixen und Klausen herrschen Mischkulturen in der Landwirtschaft vor: etwas Obstbau im Tal, an den Hängen abwechselnd Wiesen und Wein. Wenn die Almbauern nach dem Sommer das Vieh der Wein- und Obstbauern zurück ins Tal brachten, wurden sie dafür in Naturalien entlohnt - mit Obst, Speck und natürlich dem jungen Wein.

Zu Deftigem wie 'Plentn' (Polenta) mit Wurst und Speck, Schlutzkrapfen oder Würsten mit Kraut passt auch jener Rebensaft, der Südtirols Ruf als Weinbauregion vor allem in Österreich seit jeher bestimmt: Vernatsch. Der hellrote, milde, fruchtige Wein ist ein angenehmer, weil unkomplizierter Begleiter zum Essen. Schließlich, so meinte ein Wein-Liebhaber, wolle man 'nicht jeden tag einen nachtschwarzen, intensiven, mystischen Wein trinken'. In Bestlagen - etwa am Kalterer See oder oberhalb von Bozen in St. Magdalen - reift Vernatsch zu erstaunlichen Qualitäten. Als Beispiel mag die Kalterer See Auslese 'Keil' dienen. Sie stammt aus einem keilförmigen, denkmalgeschützten Weingarten am See mit fast hundert Jahre alten Rebstöcken.

Wie in Österreich haben in Südtirol viele Weinbauern und einige der starken Genossenschaften seit zumindest einem Jahrzehnt der Massenproduktion abgeschworen und auf Qualität gesetzt. Das stellen Spitzenbetriebe, aber auch große Kellereien mühelos unter Beweis. In Italien steht Südtirol mit 17 höchstprämierten (Drei Gläser/Tre Bicchieri im Gambero Rosso 2001) blendend da, international ist man erfolgreich. Nur in Österreich, so klagen die Südtiroler Winzer, kämpfe man weitum mit dem Uralt-Image als Land billiger Massenweine. Zu Unrecht, wie sich entlang der Südtiroler Weinstraße, die von Eppan bis Salurn durch sieben Weinbauorte führt, nicht nur bei Gewürztraminern leicht feststellen lässt. Bei Cabernets, Blauburgunder und Merlot können die Südtiroler bestens mithalten. Rotweinfreunden sei jedoch Lagrein empfohlen: Tiefdunkel, mit Veilchen-Aroma und Mandeltönen. Diese einheimische Rotwein-Spezialität gilt nicht umsonst als eine Zukunftshoffnung in Südtirol.



Südtirol-Infos im Internet
www.hallo.com; www.suedtirolerwein.com ; www.meranerland.com; www.bikehotels.it

diese seite | 18.06.2002 | 15:47

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Kastanientage in Tisens/Prissian und Lana/Völlan: vom 21. bis 29. Oktober.

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