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Heiß und intensiv spielt sich das Leben in Cuba ab
Wir waren bei unserer Ankunft in Havanna nicht nur vom karibischen Klima überwältigt, sondern auch, wie sich die Kubaner orientierungsloser Touristen annahmen, hat uns schwer beeindruckt. Man bedenke, dass offizieller Kontakt mit Touristen für jeden Kubaner, da Marktwirtschaft jeder Art verboten ist, Schwierigkeiten mit sich bringt.
Havanna, die Hauptstadt mit ca. 3 Mill. Einwohnern, ist eine pulsierende Stadt. Man kann sich tagelang dieser Stadt mit ihren vielen Gesichtern widmen. Auf den Spuren Ernest Hemingways taucht man in eine Welt von dunklen Jazzspelunken ein, trinkt einen oder mehr Daiquiris oder Cuba Libres und raucht vielleicht eine gerade von der Straße erstandene Zigarre.
Trinidad ist eine der wenigen traditionellen Hafenstädte Cubas. Einst von Spaniern und Piraten hart umkämpft, hat diese Stadt mit seinen alten, bunten Kolonialbauten und stilvollen Holzbalkonen einen unglaublichen Reiz. Hier spürt man den spanischen Geist der Vorfahren wie in keiner anderen Stadt Cubas. Kunst und Salsa bestimmen den Alltag, und gefeiert wird am Wochenende. Dann tanzen alle; vom Kind bis zum Greis, immer und überall. Tanz ist hier nämlich mehr als sich nur bewegen, es ist eine Philosophie, eine Sprache die alle Cubaner sprechen.
Wir erreichen Santiago de Cuba. Man sagt, die Santiager seien anders, was rein schon geographisch stimmen mag. Heißer, geschäftiger, intensiver geht hier das Leben ab. Auch das Nachtleben lässt hier keine Wünsche unerfüllt.
Santiago, mit seinem wunderschönen Altstadtkern ist nicht nur die Wiege des Daiquiris (ursprünglich ein Desinfektionsmittel in der Armee), sondern auch die geistige Geburtsstätte der Revolution. Hier war es, wo Fidel Castro seine erste Niederlage im Kampf gegen das Regime und für die Arbeiter erlitt und dadurch wohl seine unumstößliche Kraft zum Weitermachen erlangte.
Mehr als sonst wo wird in Santiago über Gestern und auch Heute diskutiert. Hinter den Türen, versteht sich, wird dann über Probleme geredet und sogar leise Kritik am System geübt, doch niemals an Fidel Castro.
Am Ende dieser Reise wird einem bewusst, wie schön auch dieses Cuba ist, in seiner Eigenart arm zu sein und trotzdem glücklich.
Autor/in: Ursula Lindenbauer
© SN.
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