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Alanya, Antalya und Side – die türkische Riviera und die lykische Küste gehören zu den Rennern in dieser Urlaubssaison.
Rund um die Orte Göreme und Ürgüp finden sich außergewöhnliche Skulpturen und spektakuläre Felstürme, die zum Teil noch bewohnt sind. Im Türkischen werden diese beeindruckenden Gebilde aus vulkanischem Tuffstein auch „Feenschornsteine“ genannt. Die Assoziation verwundert nicht, denn Kappadokien – eine Landschaft voll faszinierender Formen und Farben, die sich durch das Spiel von Licht und Schatten ständig verändert – hat durchaus etwas Märchenhaftes.
Steinhöhlen und Felsenkirchen
Zumindest aber hinterlässt das von Vulkanen geformte zentralanatolische Hochland einen unwirklichen Eindruck. Ein idealer Platz, um Sciencefiction oder Abenteuerfilme zu drehen; ein geschichtsträchtiges Stück Türkei mit Steinhöhlen, unterirdischen Städten, steinernen Wäldern und bizarren Formen, das unendlich weit entfernt scheint von Hotelburgen und All-Inclusive-Anlagen – und doch von Antalya aus in rund neun Stunden erreicht werden kann.
Schon die Anreise mit dem Bus entführt den Besucher in eine andere Welt – hinauf ins stattliche Taurusgebirge, entlang der historischen Seidenstraße über Konya, die Stadt der tanzenden Derwische, weiter Richtung Osten. Immer wieder finden sich alte Karawanenstationen am Wegesrand – zum Teil sind sie liebevoll restauriert, auch wenn der Lkw die Kamele längst schon verdrängt hat. Östlich von Konya wird die Landschaft flach und lange Zeit recht monoton. Erst nach einigen Stunden wandelt sich das Bild: Von mächtigen Vulkanen, wie dem 3916 Meter hohen Erciyes und dem 3268 Meter hohen Hasan, umgeben, ähnelt Kappadokien einer bizarren Mondlandschaft. Der Bauherr: diverse Vulkane, die vor etwa drei Millionen Jahren die gesamte Nevsehir-Hochebene viele Male mit Tuffschichten überzogen, die im Laufe der Jahrmillionen von Wind und Wasser ge- und verformt wurden – wobei die bizarrsten Formationen entstanden: Bis zu dreißig Meter hohe Kamine, Kegel und Pyramiden.
In einigen Tälern stehen Hunderte solcher Kegel und Skulpturen. Manche dieser Formationen muten an wie Pilze. Andere wie ein liegendes zweihöckriges Kamel oder wie eine überdimensionierte Zipfelmütze. Keine Frage – Kappadokien regt dazu an, die Fantasie schweifen zu lassen und mit Assoziationen zu spielen. Rundfahrten mit Sightseeing-Stopps gehören, neben Wandertouren oder Ballonfahrten, zu den häufigsten Aktivitäten von Kappadokien-Besuchern.
Drei volle Tage vor Ort sollte man auf alle Fälle einplanen, denn es gibt viel zu sehen: Circa 150 bis 200 unterirdische Städte existieren in Kappadokien. Bis zu acht Stockwerke tief haben sich ihre früheren Bewohner in den Boden gegraben – und dabei gleich noch ein raffiniertes Belüftungs- und Bewässerungssystem eingebaut. Ein Besuch einer dieser Städte, die zum Teil für den Tourismus freigegeben sind, gehört zum Pflichtprogramm. Dazu kommt: Kappadokien war auch Siedlungsgebiet der ersten Christen, die vom Apostel Paulus hier besucht und betreut wurden. Diese Frühchristen und später die Byzantiner haben hunderte von Kirchen in die Tufffelsen gemeißelt. Die meisten Felskirchen, die heute besichtigt werden können, sind rund 1000 Jahre alt und stammen aus der Zeit des Byzantinischen Reichs. Besonders berühmt: die mit Fresken verzierten Kapellen rund um Göreme.
Das wohl markanteste Gebäude Kappadokiens ist allerdings der weithin sichtbare Burgberg von Uçhisar – ein ausgehöhlter Felsen, in dessen Inneren sich zahlreiche Wohnhöhlen finden. Von seiner Spitze bietet sich ein spektakulärer Rundblick. Heute sind die Tuffhöhlen aus Sicherheitsgründen kaum mehr bewohnt. Statt dessen finden sich in den größeren Orten schmucklose Zweckbauten. Die Bewohner Kappadokiens leben heute zu einem beträchtlichen Teil vom Tourismus, aber auch von Landwirtschaft. Und: Seit dem Jahr 1923 beherbergt das Land der Höhlenkirchen kaum mehr Christen, sondern fast ausschließlich Muslime.
Der Hintergrund: Im Rahmen eines Abkommens mit Griechenland wurde die christliche Bewohnerschaft Kappadokiens umgesiedelt. Seither dominiert die islamisch-sunnitische Religion. Traditionen wie dem tranceartige Tanz entrückter Derwische, begegnet der Tourist im Alltag allerdings kaum – allenfalls auf eigens organisierten Show- und Folkloreabenden.
INFORMATION
Einreise: Österreichische Staatsbürger brauchen für einen Aufenthalt von bis zu drei Monaten einen noch mindestens sechs Monate gültigen Pass sowie ein Visum. Dieses kostet 15 Euro und wird bei der Einreise ausgestellt.
Auskunft: Türkische Botschaft/Wien, www.turkinfo.at. Autor: Rainer Heubeck
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