01 Nachrichten
02
03
04
05
06
07
08
  Donnerstag, 8. Jänner 2009 PLATTFORM FÜR SALZBURG Werbung   
Belletristik | Lifestyle Bücher | Musik Charts
DVD Neuheiten | Preishits Elektronik | Games Charts
 suchen!  
0308 Reisen

Ticketcenter

Veranstaltungen

Kino

Cams

imBild

Reisen
...Reiseberichte
...Leserreisen
...Diashows
...WorldCams

Salzburg Urlaub

Wien Urlaub

Partnersuche

Weiterbildung

Horoskop

Alpintouren

Kunstlexikon

Suche
 

Google
Web salzburg.com

Reiseberichte

Kunst im Hochland
3. Februar 2007
Von Santa Clara del Cobre nach Pátzcuaro: Kupferschmiede, Lederwarenhersteller, Töpfer und Holzschnitzer prägen das Kunsthandwerk in den einstigen Kolonialstädten in Mexiko.

Etwas anderes als Kupferschmied, so beteuert der 56-jährige Rafael Zarco Soto, habe er in seinem Leben eigentlich nie werden wollen. "In Europa und in den USA bezahlen die Leute viel Geld für ein Fitnessstudio, während ich sogar noch dafür bezahlt werde, mich körperlich fit zu halten", meint er lachend.

Obwohl er auf die "tejos", die im Feuer erhitzten Kupferplatten, die aus eingeschmolzenen Kupferdrähten gewonnen werden, mit schweren Eisenhämmern einschlägt, schmerzt ihn bislang weder das Kreuz noch der Rücken. Im Gegenteil! "Mir fehlt überhaupt nichts, ich war seit 16 Jahren nicht mehr beim Arzt. Ich hatte in dieser Zeit auch kein einziges Mal eine Grippe", beteuert der schmächtige Mann, dem man sein Alter nicht ansieht. Etwa 3000 Pesos, das sind 23 Euro, bekommt er für einen kunstvoll gefertigten Topf.

"Daran arbeite ich, mit Unterbrechungen, etwa zwanzig bis dreißig Tage", beteuert Rafael Zarco Soto, der mit seinen Arbeiten schon mehrmals beim Wettbewerb "Concurso Internacional del Cobre Martillado" ausgezeichnet wurde. "Der Wettbewerb findet im August statt, aber ich mache mir oft schon im Februar Gedanken, mit welchen Stücken ich daran teilnehmen will."

Während in Santa Clara del Cobre fast in jeder Familie Kupferarbeiten hergestellt werden, haben sich die Orte in der Umgebung auf andere Handwerkstechniken spezialisiert. In Quiroga konzentriert sich die Bevölkerung auf die Herstellung von Lederwaren, in Sante Fe de la Laguna werden vor allem Keramikgefäße gefertigt und in Tócuaro wetteifern fast alle Familien darum, wer die Furcht erregendsten und beeindruckendsten Holzmasken schnitzt.

"Inzwischen verkaufen wir einen Großteil unserer Holzmasken in die USA und nach Kanada", erzählt Gustavo Horta Horta, der zusammen mit seinen Söhnen einen der erfolgreichsten Schnitzereibetriebe in Tócuaro führt. Große Hoffnung setzt Gustavo in die Talente seines 21-jährigen Sohnes Neri Guadelupe Horta el Diaz, der mit acht Jahren bereits mit der Schnitzerei begonnen und mittlerweile mehrere Wettbewerbe gewonnen hat.

Der jetzige Bundesstaat Michoacán war früher das Land der Tarasken bzw. Purépecha, einer der wichtigsten Indianerkulturen Mexikos. Die Tarasken sind im Vergleich zu Mayas und Azteken eher unbekannt geblieben. Ein Grund dafür ist sicher, dass die architektonischen Hinterlassenschaften dieser Kultur, die von den Azteken nie unterworfen worden war, eher unspektakulär sind.

Wachsende Heiligenfigur

In Tzimtzuntzan, der ehemaligen Hauptstadt des Reiches der Tarasken, finden sich Reste der Pyramidenanlage Yacatas - doch die Steinpyramiden, die gegen eine kleine Eintrittsgebühr besucht werden können, sind wenig beeindruckend. Nur wenige Kilometer von den Yacatas geschahen in der Klosterkirche eines alten Franziskanerklosters angeblich sonderbare Dinge. Eine hölzerne Heiligenfigur soll um mehr als dreißig Zentimeter gewachsen sein. "Die Figur lag viele Jahre lang in einem Schaukasten, aber plötzlich war der Schaukasten zu klein für sie und man musste einen neuen bauen", berichtet Guillermo Moreno Camacho, ein 65-jähriger Mexikaner aus Morelia, der Hauptstadt des Bundesstaats Michoacán.

Guillermo hat zwanzig Jahre lang eine Gebraucht-Buchhandlung betrieben, arbeitet derzeit aber als Übersetzer und Reiseleiter. "Die wirtschaftliche Situation ist in den letzten Jahren schlechter geworden, unsere Regierung verkauft das Land an die USA und denkt nur an die Reichen", empört sich Guillermo, der seine Buchhandlung schließen musste, weil es mit der Konjunktur nach unten ging.

Die Kolonialstadt Pátzcuaro, sie war früher die erste Hauptstadt Michoacáns, ist eine bezaubernde 70.000-Einwohner-Stadt - und lockt mit Luxushotels, charmanten Restaurants und mit stilvollen Gästehäusern mit kolonialem Flair. Auf dem von Arkadengängen umrahmten Plaza Vasco de Quiroga, dem Hauptplatz der Stadt, treffen sich häufig einige Folkloretänzer, die den "Danca de las Viejitos" aufführen, den Tanz der kleinen alten Männer. Eine Aufführung, die an vorkolumbianische Traditionen anknüpft und die typisch ist für Michoacán: Karikierende Holzmasken mit alten Männergesichtern lassen dabei selbst Kinder wie Greise aussehen.

Die von Akkordeonspielern begleiteten Tänzer hoffen auf ein kleines Trinkgeld, ein Stück weiter blasen junge Verkäufer Seifenblasen in die Luft, und auf der Westseite des Platzes haben Künstler ihre Ölgemälde ausgestellt - keine Frage, hier lässt sich bummeln und verweilen.

Nur eineinhalb Blocks weiter südöstlich ist das ohnehin beschauliche Pátzcuaro noch deutlich ruhiger. Im Casa de los Once Patios, einem früheren Nonnenkloster der Dominikaner, das einst elf Innenhöfe hatte, von denen fünf noch erhalten sind, wird in Geschäften, kleinen Werkstätten und Galerien Kunsthandwerk aus der Region verkauft - insbesondere Textil, Metall, Keramik und Holzschnitzereien.

Und wer 2,5 Dollar übrig hat, kann sich in einem der schattigen Patios gleich noch eine fünfminütige Rückenmassage verpassen lassen.

Veranstalter: Dertour (www.dertour.at) bietet verschiedene Rund- und All-inklusive-Reisen an. Informationen und Buchung im Reisebüro.

Anreise:  Die Bus- oder Autofahrt von Mexiko-City nach Pátzcuaro dauert vier bis fünf Stunden. Etwa 50 Kilometer von Pátzcuaro entfernt findet sich der Flughafen der Stadt Morelia.

Einreise: Notwendig ist ein Reisepass, der bei der Einreise noch mindestens sechs Monate gültig sein muss.

Klima: Das zentrale Hochland besitzt ein trockenes Klima mit gemäßigten Temperaturen. Beste Reisezeit von November bis Mai. Die Stadt Pátzcuaro liegt auf über 2000 Metern Höhe – nachts kann es deshalb recht frisch werden.

Auskunft: Mexikanisches Fremdenverkehrsbüro, Taunusanlage 21, D-60325 Frankfurt, Telefon: 0049/69/253509, Internet: www.mexiko-reisetipps.de.
Spezielle Informationen zu Pátzcuaro und dem Bundesstaat Michoacán findet man online unter  www.michoacan-travel.com.

Autor/Autorin: RAINER HEUBECK

diese seite | 05.02.2007 | 11:37

Alle Reiseberichte

Afrika

Asien

Europa

Nordamerika

Ozeanien

Südamerika

Anzeigen

Immobilien

Karriere

Motor

Andere

Tourismus

Mehr Info
Anreise (TT-MM-JJ)
Nächte Zimmer Pers

Spiel des Monats

Elevens

Flottes Kartenspiel: Hotelgutscheine gewinnen!

Premium Promotions

Blickpunkt

Web-Tipps

Link-Tipps

Ticket Polzer

Conova

Salzburger Woche

 
© 1997-2006 Salzburger Nachrichten      Kontakt  Sitemap  Impressum  AGB  Newsletter      realisiert von conova

Werbung