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Vier Strände und mehr als fünfzig Inseln: Im Koh Chang-Archipel boomt der Natur-Tourismus. Anders als auf Koh Samui oder Phuket gibt es hier noch Ruhe und unberührte Strände.
Koh Chang, die zweitgrößte Insel Thailands, hat sich in den letzten fünf Jahren zum touristischen Shooting-Star Thailands entwickelt – und ist der ideale Ausgangspunkt, um ein Inselarchipel mit über fünfzig Inseln und Inselchen und den darin enthaltenen Marine-Nationalpark zu erkunden.
„Wir haben vier wunderschöne Strände hier auf Koh Chang – die Kai Bae-Beach, das heißt übersetzt Hühnerstrand, Klong Prao-Beach, das heißt soviel wie Kokosnussstrand, dann Lonely Beach, den einsamen Strand, und die White Sand-Beach“, beteuert Wantanee Sokhanta, genannt Aom, die in Nong Khai an der Grenze zu Laos geboren ist, aber seit vier Jahren auf Koh Chang als Reiseleiterin arbeitet.
„Koh Chang ist anders als Pattaya, Koh Samui oder Phuket, hier gibt es keine Jetskis und keine Banana-Boote, hier ist es ruhig und friedlich, ein idealer Platz für Naturfreunde oder für den Familienurlaub“, erläutert Aom. „Und wenn Sie hier auf der Insel in einen Massagesalon gehen, können Sie sicher sein, dass Sie wirklich eine traditionelle Thai-Massage erhalten – und kein verkapptes Sexangebot.“
Nicht mehr lange ein Geheimtipp
Allerdings ist auch Koh Chang, die mit dichtem Regenwald überzogene Elefanteninsel in der Nähe der kambodschanischen Grenze, längst nicht mehr unberührt von der Zivilisation: In den Dörfern auf der Westseite der Insel finden sich unzählige Geldautomaten und mehrere Supermärkte, die 24 Stunden am Tag geöffnet haben. Wie an so vielen Orten waren auch auf Koh Chang die Rucksackreisenden nur die Vorhut für den Aufbau von Hotels und Resorts. Und da Touristen bei Laune gehalten werden wollen, gibt es auf der Insel Koh Chang, auf der zwei größere und etwa acht kleiner Wasserfälle ideale Ausflugs- und Bademöglichkeiten bieten, mittlerweile auch drei Elefantencamps.
800 Baht, das sind etwas 17 Euro, kostet ein einstündiger Ausritt auf der dreißig Jahre alten Elefantenkuh Moon. Auf dem fünf Tonnen schweren Tier finden leicht zwei Europäer Platz. Moon und die anderen Elefanten sind aus Buriram im Nordosten Thailands nach Koh Chang gebracht worden – denn obgleich Chang übersetzt Elefant heißt, kommen Elefanten hier ursprünglich gar nicht vor. „Die Insel heißt Koh Chang, weil ihre Form an einen Elefanten erinnert“, erläutert Aom.
Aus Buriram stammt nicht nur die Elefantenkuh Moon, sondern auch der 19-jährige Elefantenboy Aon, dessen Aufgabe es ist, Moon rund um die Uhr zu versorgen. „Ich stehe morgens auf und gehe erst einmal gemeinsam mit dem Elefanten zum Baden. Wenn wir beide sauber sind, füttere ich Moon. Der Elefant frisst mehr als 200 Kilogramm Früchte am Tag. Der Elefant und ich – wir sind so etwas wie gute Freunde. Moon lässt mich wissen, wenn sie etwas braucht“, beteuert Aon.
Vom Elefantencamp ist es nicht weit zum Amari Emerald Cove Resort-Hotel, einer der schönsten Anlagen der Insel. Im Innenhof sprudeln Hunderte von kleinen Fontänen, ab der Dämmerung wird die Anlage durch kleine Laternen mit einem warmen orangefarbenen Licht überzogen.
„Ich hoffe, dass Koh Chang so bleibt, wie es ist und dass es nicht zu überlaufen wird. Wenn es nach mir geht, brauchen wir künftig weder einen eigenen Wasserflughafen hier auf der Insel, noch eine Brücke, die uns mit dem Festland verbindet“, berichtet Alexandre Frenkel, der aus der Schweiz stammt und der das Resort seit dem Sommer 2006 leitet.
Verlassen freilich kann sich niemand darauf, dass diese Wünsche in Erfüllung gehen – weshalb Urlauber gut beraten sind, mit einen Besuch auf der Regenwald-Insel, nicht mehr allzu lange zu warten. Denn bereits heute haben Reisende Schwierigkeiten, im Fischerdorf Bang Bao unter der Menge an Souvenirläden und Fischrestaurants noch ein echtes Fischerboot zu entdecken. Dennoch lohnt sich der Abstecher dorthin: Bang Bao ist der Ausgangsort für Bootstouren im Taxiboot oder im Schnellboot, die zu den schönsten Tauch- und Schnorchelspots des Inselarchipels führen – beispielsweise nach Koh Yuk und Koh Nok. Die beiden Inselchen – in der Nähe der bedeutend größeren Insel Koh Rung – wirken eigentlich nur wie zwei überdimensionale Kieselsteine, die von einem Riesen ins Meer geworfen wurden.

Doch ihr Reichtum zeigt sich nicht über, sondern unter dem Wasser. „Wenn man die Fische mit Bananen füttert, kommen tausende von bunten kleinen Fischen ganz nah heran, man kann sie sogar anfassen. Das sind alles wunderschöne Fische, beispielsweise gestreifte Tigerfische, die schön anzusehen sind – und völlig ungefährlich“, beteuert Wantanee Sokhanta, die selbst nicht ins Wasser geht – und statt dessen während des Schnorchelstopps die kunstvollen Tätowierungen des Bootsführers bewundert.
Die 45-minütige Rückfahrt über das offene Meer schlägt kurz darauf einigen der Bootsgäste auf den Magen. Gut, dass bis zum Abend noch ein paar Stunden Zeit bleiben, denn dann können an der „Whitesand Beach“ direkt am Strand frisch gegrillte Fische verzehrt werden. Anschließend lockt eine Feuerschluck-Show. Ein Urlaubsidyll, das perfekt zu sein scheint – auch wenn die Rucksackreisenden längst weiter in den Süden der Insel gezogen sind. „Die bleiben inzwischen nicht mehr an der White Sand-Beach, sondern fahren an die Lonely Beach, dort finden sich noch Zimmer für fünf Euro pro Nacht“, versichert Aom.
Und wem die exzellenten Schnorchel- und Tauchspots bei den vorgelagerten Inseln und die vier Strände an der Westseite der Insel nicht ausreichen, der kann auf der Elefanteninsel Koh Chang noch mehr unternehmen: Spaziergänge zu Wasserfällen wie dem Klong Plu-Wasserfall, an dem es hervorragende Bademöglichkeiten gibt, geführte Trekkingtouren durch dichten Regenwald oder der Besuch in einer Anlage, in der mit Delfinen geschwommen werden kann. „Dort gibt es normale graue Delfine, aber auch einige pinkfarbene“, verrät Aom.
Jobben auf Koh Chang
Wer länger bleiben möchte und dabei eine sinnvolle Betätigung sucht – die Schulen in den buddhistischen Tempeln auf der Insel sowie eine Reihe von Hotels und Resorts auf Koh Chang freuen sich über Freiwillige, die auf ehrenamtlicher Basis Englischunterricht geben. „Momentan haben wir einen Amerikaner hier, er gibt vormittags Englischunterricht im Tempel, und geht nachmittags an den Strand“, berichtet Aom. Doch auch für Kurzurlauber hat Aom einen Tipp: „Hier auf Koh Chang wachsen die leckersten Früchte – beispielsweise Ananas, Durian, Mangos, Zwillingspflaumen, grapefruitartige Pomelos und Papayas. Diese Köstlichkeiten sollten Besucher unbedingt probieren. In der Erntezeit kann man sie häufig direkt am Wegesrand finden – und sich dann einfach bedienen.“
DATEN & FAKTEN Anreise: Etihad Airways, die staatliche Fluggesellschaft der Vereinigten Arabischen Emirate, fliegt ab München via Abu Dhabi nach Bangkok. In der Coral Zone (Economy Class) werden die Flüge ab 563 Euro (bei Sonderaktionen auch bereits ab 385 Euro, jeweils zuzüglich Steuern und Gebühren) angeboten. Information und Buchung unter www.etihadairways.com. Von Bangkok aus ist die Stadt Trat mit dem Bus in rund sechs Stunden zu erreichen, der Flug nach Trat dauert circa 45 Minuten (www.bangkokair.com). Die Überfahrt von Trat nach Koh Chang dauert etwa 30 Minuten.
Auskunft: Thailändisches Fremdenverkehrsamt, Bethmannstr. 58, 60311 Frankfurt/Main. E-Mail info@thailandtourismus.de, www.thailandtourismus.de bzw. TAT Österreich, Frau Katrin Zeravsky, Apropos Marketing & Events, Heumuehlgasse3, 1040 Wien, Tel.: 01/5852420 Fax: 01/5852344, Email: peter.herold@chello.at.
Ausflüge: Touren auf Koh Chang und zu den Nachbarinseln organisiert Evolutiontour (www.evolutiontour.com). Das Ticket für das Betreten des Nationalparks im Inselinneren von Koh Chang kostet 400 Baht (circa 8 Euro).
Unterkünfte: Empfehlenswert ist das stilvolle Amari Emerald Cove Resort (www.amari.com), das unter anderem bei TUI gebucht werden kann (www.tui.com).
Reisezeit: Für einen Besuch auf Koh Chang empfehlen sich die Monate von November bis Mai.
Autor/in: Rainer Heubeck
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