01 Nachrichten
02
03
04
05
06
07
08
  Donnerstag, 8. Jänner 2009 PLATTFORM FÜR SALZBURG Werbung   
Belletristik | Lifestyle Bücher | Musik Charts
DVD Neuheiten | Preishits Elektronik | Games Charts
 suchen!  
0308 Reisen

Ticketcenter

Veranstaltungen

Kino

Cams

imBild

Reisen
...Reiseberichte
...Leserreisen
...Diashows
...WorldCams

Salzburg Urlaub

Wien Urlaub

Partnersuche

Weiterbildung

Horoskop

Alpintouren

Kunstlexikon

Suche
 

Google
Web salzburg.com

Reiseberichte

Inseln mit Pfeffer
2. Dezember 2006
Vanille, Pfeffer, Nelken - Madagaskar und seine vorgelagerten Inselschwestern Nosy Be, Sainte Marie und Ile aux Nattes sind wie ein exotisches Gewürzregal im Indischen Ozean.

Ma-da-gas-kar, allein der Name klingt schon nach Abgeschiedenheit und endlosem Abenteuer. Alte Piratenlieder kommen einem in den Sinn: "Wir lagen vor Madagaskar und hatten die Pest an Bord..." Und Redensarten wie "Geh doch hin, wo der Pfeffer wächst", wo man nie genau wusste, wo das eigentlich liegt und dann plötzlich denkt: "Ist eigentlich gar nicht so schlecht da, wo der Pfeffer wächst."

Hier treffen wir in der Hauptstadt mit dem unaussprechlichen Namen Antananarivo auf einen Madagassen, der ein Faible für alles Österreichische hat. Elian ist 42 und so schon viel zu alt für Antananarivo, wie er behauptet. Madagaskar ist jung. Rund 50 Prozent der dort lebenden Menschen sind unter 25 Jahre alt. Elian ist freiberuflicher Fremdenführer. Vor fünf Jahren lernte er bei einer Tour zwei Rucksacktouristen aus Wien kennen. Ganz nebenbei inspirierten ihn die beiden dazu, das Dschungelbuch aus der englischen Originalversion ins Madagassische zu übersetzen - für die Kinder. Seither schreibt er und freut sich, wenn er gelegentlich Österreicher trifft, denen er davon berichten kann.

Frühmorgens brechen wir zum Flughafen auf, lassen das Stadtchaos hinter uns. Es ist kurz nach fünf und es beginnt gerade zu dämmern. Auf den Straßen herrscht bereits reges Treiben. Kinder spielen im Halbdunkeln Fußball, Menschenmassen laufen die verstaubten Straßen entlang, schütteln die Kälte aus ihren Knochen. Frauen balancieren versiert geflochtene Körbe auf ihren Köpfen. Antananarivo ist Frühaufsteher, wen wundert es? Die Stadt liegt im zentralen Hochland auf rund 1400 Metern Höhe. Hier ist es kälter als im übrigen Land, unzählige Menschen schlafen auf der Straße und freuen sich auf den Tagesanbruch.

Nosy Be ist die"Parfüminsel" Wir entfliehen gen Nordwesten. Nosy Be - die "große Insel" - ist das ernannte Ziel. Bereits auf der Taxifahrt zum Hotel sind wir ergriffen von der wilden Schönheit der Landschaft. Immer wieder hält Ali, unser Fahrer, mit seinem klapprigen Citroën C4, pirscht ins Gebüsch und bringt uns Frischgepflücktes mit. Wir schnuppern an Pfeffer, Kaffee und Ylang-Ylang. Ylang-Ylang ist der Grundstoff für Parfum und wächst auf der Insel im Überfluss. Diese spezielle Baumart hat Nosy Be ihren Beinamen "Parfüminsel" gegeben. Bei der nächsten Biegung gestikuliert Ali wieder wild aus dem Fenster: "Vanille!" Auf den Märkten und an den Stränden verkaufen Frauen die süßen Schoten für wenig Geld. Ein armbreiter Bund kostet je nach Verhandlungsgeschick ungefähr 10.000 Ariary, etwa vier Euro.

Kulinarisch kommt uns in Madagaskar der Einfluss der französischen Küche zugute. Croissants zum Frühstück und zartrosa Zebufilet mit grüner Pfeffersauce zum Abendessen. Zebu ist das heimische Rind und schmeckt wie das unsere. Begeistert von dieser Tatsache und um verdauungstechnisch auf Nummer sicher zu gehen, entscheidet sich mein Freund täglich aufs Neue für das köstliche Tier. Mutigere wagen sich an die "Gargotes", einheimische Imbissstände, wo es einfaches, authentisches Essen gibt. Da die Hygiene hier oftmals aber mangelhaft ist, ist Vorsicht geboten. Kohletabletten sollten auf jeden Fall im Gepäck sein. Im Notfall tut es aber auch ein Bananenrum, der (meist) einen wohlig warmen - hoffentlich bakterienfreien - Magen hinterlässt.

Wir erklimmen den Mont Passot - mit seinen 329 Metern ist er der höchste "Berg" der Insel. Einheimische Frauen kommen aus dem Nichts auf uns zu: "Vanille?" Genug Vanille, denke ich - genug für die nächsten drei Vanillekipferlsaisonen. 360 Grad Ausblick, Meer und üppige Vegetation, wohin man auch blickt. Hier eine Pfefferstaude, da ein Kaffeestrauch.

Seelen der Vorfahren leben im Krokodil fort Es duftet süßlich. Zu unseren Füßen liegen Nosy Bes sieben Kraterseen. Die Einheimischen betrachten sie als heilig - die Seelen ihrer Ahnen sollen in den Krokodilen weiterleben.

Nach fünf weiteren Tagen und einer Tour zur Lemureninsel Nosy Komba, wo uns Dutzende zahme Lemuren aus der Hand fressen, folgen wir dem Ruf der Pirateninsel Sainte Marie und lassen Nosy Be hinter uns. Im 17. und 18. Jahrhundert haben legendäre Figuren der Piraterie, wie Willliam Kid, Thomas Tew und Nathaniel North, Sainte Marie als Stützpunkt genutzt. Ein grünender Friedhof bildet die ewige Ruhestätte der früheren Abenteurer. Bei Ebbe gelangt man zu Fuß über einen Damm auf die kleine Koralleninsel, wo der Friedhof liegt. Vereinzelt schmunzelt stilgerecht ein Totenkopf vom Grabstein und erinnert an Zeiten, als die gefürchtete schwarze Flagge noch wehte.

Bis heute hat sich die ehemalige Seeräuberinsel viel von ihrem ursprünglichen Charme bewahrt. Wer zwischen Juni und September hierher reist, darf darüber hinaus Augenzeuge eines besonderen Spektakels werden: Die Paarung der Buckelwale.

Für zwei Euro leihen wir uns ein Fahrrad und folgen der einzigen Straße. Wir suchen das letzte Paradies und finden es am südlichsten Zipfel der Insel: Ile aux Nattes, Miniatur-Schwesterinsel von Sainte Marie, liegt direkt vor uns - 200 Meter und eine türkisblaue Strömung entfernt. Eingebettet in eine Lagune, gesäumt von weißen Sandstränden, entspricht die Insel exakt meiner verträumten Vorstellung vom Tropenparadies. Wir lehnen das Fahrrad an eine Kokospalme, winken uns einen Pirogenfahrer für die Überfahrt: "One way, please", wir lächeln und summen ein Piratenlied.

Anreise:
Air Madagascar fliegt täglich außer dienstags und samstags via Paris und dienstags via Mailand ab Wien.

Unterkünfte:
In Antananarivo: Merina Lodge - kleine Frühstückspension im Stadtzentrum, www.merinalodge.com.
Auf Nosy Be: Hotel Corail Noir - luxuriöse Anlage direkt am Strand von Ambaro, ausgezeichnete Küche! www.corailnoirhotel.com.
Auf Sainte Marie: Hotel Vanivola - 2006 eröffnet, sympatischer Familienbetrieb unter französischer Leitung mit zehn Zimmern und neun Bungalows direkt am langen Sandstrand, www.vanivola.com.
In allen Hotel wird Englisch gesprochen.

Einreise:
Ein Visum ist erforderlich. Nähere Informationen beim Generalkonsulat Madagaskar in Wien, Telefon: 01/47 91 273, konsulat.madagaskar@vienna.at

Autor/in: TINA EDER

© SN

 

diese seite | 04.12.2006 | 14:33

Alle Reiseberichte

Afrika

Asien

Europa

Nordamerika

Ozeanien

Südamerika

Anzeigen

Immobilien

Karriere

Motor

Andere

Tourismus

Mehr Info
Anreise (TT-MM-JJ)
Nächte Zimmer Pers

Spiel des Monats

Elevens

Flottes Kartenspiel: Hotelgutscheine gewinnen!

Premium Promotions

Blickpunkt

Web-Tipps

Link-Tipps

Ticket Polzer

Conova

Salzburger Woche

 
© 1997-2006 Salzburger Nachrichten      Kontakt  Sitemap  Impressum  AGB  Newsletter      realisiert von conova

Werbung