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Für Naturliebhaber gibt es kaum einen besseren Ort als Costa Rica, das seine Naturschutzgebiete gleichzeitig als den wertvollsten Schatz seines Landes würdigt.
Mehr als zehn Prozent des gesamten Landes - das sind immerhin über 5000 km² - sind Nationalparks und Naturschutzgebiete.
Hauptmerkmal von Costa Rica sind die Berge, doch die 51.000 Quadratkilometer Fläche umfassen noch eine Vielzahl weiterer Landschaftstypen und Klimagebiete. Das Land, am unteren Zipfel Mittelamerikas gelegen, bildet mit Panama eine Brücke zwischen zwei grundverschiedenen Kontinenten, ein "biologischer Korridor", eine Übergangsregion, in der sich ökologische Systeme des nördlichen wie des südlichen Halbkontinents und auch der karibischen Inselwelt begegnen. Hohe Gebirgsketten, die Cordilleras, trennen die dem Pazifik zugewandte Seite von der Karibikküste. Die Cordillera Central umfasst allein vier Vulkane: Poás, Barva, Irazú und Turrialba.
Wir sind mit unserem Mietwagen in der Zentralregion in nordwestlicher Richtung unterwegs zum Nationalpark Vulkan Poás, einem 5600 Hektar großen Naturschutzgebiet auf 2000 bis 2700 Metern Höhe.
Der aktive Krater des Poás im Zentrum des Nationalparks ist einer der schönsten aktiven Vulkane des amerikanischen Kontinents und ist über eine Straße erreichbar. Gelegentlich zeigt sich seine Aktivität in Form von Gasen, Dämpfen und geysirähnlichen Eruptionen.
Optimale Lagen in 600 bis 1500 Metern garantieren beste Qualität für den Hochlandkaffee in Costa Rica. Anders als in Brasilien bieten das Fehlen von Frost und ein exzellenter, nährstoffreicher Boden günstigste Voraussetzungen für den Anbau. Der bis zu drei Meter hohe, immergrüne Kaffeestrauch trägt zwei Mal jährlich rote, beerenähnliche Früchte. Sie hängen in dichten Trauben und müssen deshalb mit der Hand geerntet werden, da die einzelnen "Kirschen" zeitlich versetzt reif werden.
Auf diese Weise kann sich die Ernte über sechs Wochen hinziehen. Die roten Bohnen werden auf großen Freiflächen tagelang in der Sonne getrocknet und dabei immer wieder gewendet.
Aufwändige Kaffeeproduktion
Bis endlich die braune Bohne auf dem Tisch liegt, gehen 80 Prozent vom ursprünglichen Erntegewicht verloren. Das bedeutet, dass für 500 Gramm gerösteten Kaffees die fünffache Menge geerntet werden muss. Im Ort Barva de Heredia haben Besucher die Möglichkeit, in einer Kaffeeplantage den Verarbeitungsprozess zu beobachten.
Die Vulkane Costa Ricas sind Teil einer langen Kette, die sich wie eine Schnur von Nordkalifornien bis Südchile an der Pazifikküste entlangzieht. Auf einer Serpentinenstraße überwindet man einen Höhenunterschied von etwa 2000 Metern hinauf zum Vulkan Irazú. Wir nähern uns auf einer löchrigen Asphaltstraße dem Hauptkrater. Dieses Gebiet wurde 1955 zum Nationalpark erklärt und umfasst insgesamt vier Krater.
Der Vulkan spielt eine tragende Rolle im Gewässersystem des Landes. Beinahe täglich entladen sich an seinen Berghängen die vom Atlantik kommenden Wolken. Dadurch entsteht ein enormer Wasservorrat, der das Irazú-Massiv zur "Mutter" von vielen Flüssen werden lässt. Der Name des Vulkans geht auf zwei indianische Wörter zurück: Ara bedeutet Punkt, Tzu der Donner. Der Donnerpunkt ist mit 3432 Metern der höchste aktive Vulkan des Landes. Seine nachweislich dokumentierten Ausbrüche führen bis in das Jahr 1723 zurück, die letzten Ausbrüche gab es in den Jahren 1962 bis 1965.
In Cartago, der ehemaligen Hauptstadt Costa Ricas, besuchen wir im Zentrum die Basilica de Nuestra Señora de Los Angeles, die Kirche Unserer Jungfrau von den Engeln - hier schlägt das religiöse Herz des Landes. Am 2. August jeden Jahres ziehen Tausende von Gläubigen aus allen Landesteilen und aus Nachbarländern in tagelangen Prozessionen zu Ehren der Nationalheiligen, der "Negrita", nach Cartago. Seit der spanischen Kolonisation ist Costa Ricas Bevölkerung stark vom römisch-katholischen Glauben geprägt.
Anstelle der Straßen treten Lagunen
Im Küstenstreifen nördlich von Puerto Limón gibt es keine Straßen mehr, das weite Sumpfgebiet der Region verhinderte deren Bau. An ihre Stelle treten Lagunen und Flüsse, die erst in den siebziger Jahren durch Kanäle miteinander verbunden wurden, um den Bewohnern der Region die gefährliche Fahrt über den hier stürmischen Atlantik zu ersparen. Bereits die Anreise zum Tortuguero-Nationalpark erfolgt durch die parallel zum Meer verlaufende Laguna de Tortuguero und durch die schmalen Kanäle, in denen sich die Ufervegetation links und rechts des Gewässers beinahe berührt.

Costa Rica hat sich nach Ecuador zum zweitgrößten Bananenexporteur der Welt entwickelt. Die Früchte können das ganze Jahr über geerntet werden, da jede Pflanze ihren eigenen Rhythmus hat. Sie benötigen sehr viel Wasser, das an der Atlantikseite zwar in ausreichenden Mengen vorhanden ist, in den von der Trockenzeit abhängigen Anbaugebieten der Pazifikseite jedoch müssen die Pflanzen künstlich bewässert werden.
Costa Rica - "Reiche Küste" - so taufte Christoph Kolumbus das Land einst wegen der hier vermuteten, aber nie gefundenen Goldschätze. Für die in den Bananenplantagen beschäftigten Frauen und Männer, welche im Akkord bei Temperaturen um 35 Grad Celsius und bei 90 Prozent Luftfeuchtigkeit um einen Monatslohn von 170 US-Dollars schuften, ist Reichtum allerdings ein Fremdwort.
INFO COSTA RICA Veranstalter U. a. kann man bei Kneissl Touristik vom 23. 12. 2006 bis 7. 1. 2007 das "Naturerlebnis Costa Rica" mit Abflug auch ab Salzburg buchen. Weitere Infos bei Kneissl Touristik Salzburg, Linzer Gasse 33, Tel. 0662/877070, www.kneissltouristik.at.
Währung Die Landeswährung heißt Colón. Es sind Münzen zu 1,2, 5, 10 und 20 Colones sowie Banknoten zu 50, 100, 200, 500, 1000 und 5000 Colones im Umlauf. Es empfiehlt sich, nicht im Heimatland zu tauschen, sondern erst vor Ort. Am besten reist man mit US-Dollar-Traveller-Cheques oder -Bargeld.
Klima Costa Rica gehört zu den zehn regenreichsten Ländern der Erde.Beste Reisezeit sind die Monate Jänner bis März, da es dann überwiegend trocken ist.
Einreise Mindestens noch sechs Monate gültiger Reisepass erforderlich.
Autor/in: PETER MAIERBRUGGER
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