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Yangon (Rangun), die quirlige Hauptstadt Myanmars, verbreitet von früh bis spät den Charme Südostasiens.
An den breiten Hauptstraßen, fast überall gesäumt von grünschattigen Bäumen, reihen sich Straßenstände und Garküchen aneinander. Da wird verkauft, was das Land und seine Nachbarn zu bieten haben: traditionelle buntfarbene Longyi-Wickelröcke für Frauen und Männer, schillernde Seidentücher, Jadeschnitzereien, Billiguhren aus Fernost, alte Münzen und Opiumgewichte aus der Fälscherwerkstatt gleich um die Ecke, schmackhafte, aber übel riechende Durianfrüchte, saftige Papayas und duftende Gewürze. In den Seitenstraßen finden sich marode Bauten aus der Kolonialzeit, in deren Untergeschoßen Schlosser und Schreiner an urzeitlichen Geräten werkeln. Prachtvoll dagegen und frisch überholt im Stadtzentrum die Verwaltungsgebäude aus viktorianischer Zeit wie der Oberste Gerichtshof, die manch englischer Stadt zur Ehre gereichen würden. Der Hauptanziehungspunkt Yangons aber ist die Shwedagon-Pagode, die vor gut einhundert Jahren der Schriftsteller Rudyard Kipling als „ein goldenes Wunder am Horizont“ bezeichnete. Die gewaltige, fast einhundert Meter hohe zentrale Stupa, kunstvoll verziert, ist über und über mit Gold bedeckt; glaubwürdige Gerüchte sprechen von 60 Tonnen güldenen Platten – mehr als die Bank von England bewahrt. An der Spitze glitzern Tausende Diamanten, Rubine und Saphire, begrenzt von goldenen und silbernen Glöckchen zu Ehren Buddhas.
Umgeben ist das zentrale Bauwerk von über 60 kleineren Pagoden, Schreinen und Gebetshallen, ebenso prächtig anzusehen. Aus Nischen blicken blattgoldüberzogene Buddhas, Wächterfiguren, Elefanten und Schutzgeister-Nats, ehrfurchtsvoll von den Gläubigen bestaunt und beschenkt. 15.000 Besucher täglich zieht das Wahrzeichen Yangons an.
Pindaya, die Höhle der 9000 Buddhas
Es ist Wasserfest in Myanmar. Das Jahr 1368 örtlicher Zeitrechnung beginnt. Überall in der kleinen Stadt lauern, wie auch sonst in Myanmar, drei Tage lang von früh bis spät Mädchen und Burschen mit Wassereimern, Schüsseln und Schläuchen. Ausgelassen übergießen sie alles, was sich bewegt – Frauen, Männer und Kinder, Pferdewagen und Ochsenkarren, Autos und Polizisten. Nur Mönche und Kranke sind tabu.
Die „Sünden“ des vergangenen Jahres sollen so abgewaschen, aber auch die Regenzeit herbeigezaubert werden. Wer nicht den geistergläubigen „Regenmachern“ vertraut, macht sich dafür in Pindaya auf den Weg zur Tropfsteinhöhle. Hunderte überdachte Stufen führen bergauf; links und rechts des Weges kunstvoll aus Sandstein geschlagene Schreine. Mönche mit dem typisch braunen Mönchsschirm kommen entgegen.
Dann ist die riesige Kalksteinhöhle erreicht. Gleich am Eingang grüßt im Inneren die Shwe-Min-Pagode. Pilger kaufen an einem Stand Blattgold und bekleben damit die Buddhafiguren. In den zwei Höhlenkammern stehen dicht bei dicht rund 9000 goldglänzende Buddhas in allen Formen und Größen – fast alle aus Ziegelstein und Stuck und mit Lack und Blattgold überzogen. Seit dem 18. Jahrhundert finden sie dort ihren Platz, und Jahr für Jahr wächst ihre Zahl.
In Mandalay hat sich Myanmars Geschichte entschieden. Gegründet erst 1857, wurde die Stadt unter König Mindon der prachtvolle Mittelpunkt des Landes: Es gab Reformen, das Münzsystem wurde eingeführt, Handel und Kunsthandwerk blühten, und die gelehrtesten Mönche siedelten sich an. Um 1859 war das Palastareal fertig gestellt mit seinen Mauern, Wachtürmen, Teakholzgebäuden und -tempeln. Eines der Glanzstücke des Königshofes, der berühmte Löwenthron, ist heute im Nationalmuseum von Yangon zu bewundern.
Nur knapp 30 Jahre währte der Traum von der neuen Königsstadt. Der Nachfolger Mindons, König Thibaw, unterlag den Briten und wurde deportiert. Im Zweiten Weltkrieg dann legten die Engländer im Kampf gegen die Japaner die Palastanlage in Schutt und Asche. Nur wenige Gebäude blieben erhalten. Heute vermittelt eine wieder aufgebaute, umstrittene Betonkopie ein unvollständiges Bild des ehemaligen Königshofes.
Mandalay ist aber auch Ausgangspunkt für einmalige Ausflüge. So zur U-Bein-Brücke am Taungthaman-See, der mit 1200 Metern längsten Teakholzbrücke der Welt, oder ins nahe gelegene Mingun, wo ab 1790 auf königlich-größenwahnsinnigen Wunsch mit 150 Metern Höhe die größte Pagode der Welt entstehen sollte. Bei etwa 50 Metern waren handwerkliches Latein und Geld von Baumeistern und König am Ende. Übrig geblieben ist, wie der Volksmund sagt, der „größte Ziegelberg der Welt“. Und der ist wahrhaftig in seinen Ausmaßen beeindruckend. Umgeben von den Shan-Bergen, erstreckt sich auf 22 Kilometern Länge das größte Gewässer Obermyanmars. Mit seinen verschlungenen, schilfbewachsenen Ufern und malerischen Kanälen erinnert es an den Spreewald. Blühende Wasserhyazinthen überziehen den flachen See und tragen so zur drohenden Verlandung bei.
Die schwimmenden Gärten im Inle-See
Rund 200 Dörfer mit Pfahlhäusern und 100 Klöster mit ihren Tempeln und Stupas liegen rundum. Das tägliche Leben spielt sich auf dem Wasser ab. Da wird zum Einkauf gerudert, da werden Wäsche und Haare am Bootssteg gewaschen und die Kleinen gebadet, während die Männer auf Fischfang gehen. Dem Lebensunterhalt der Seebewohner dienen vor allem die „schwimmenden Gärten“. Wasserhyazinthen, Schilf und Tang werden in aufwändiger Arbeit verflochten, mit einer schlammigen Humusschicht überhäuft und später mit Bambusstangen im Seegrund verankert. Tomaten, Karfiol, Gurken und Bohnen lassen sich so bestens vom Kahn aus bearbeiten und ernten. Und ist ein Umzug in ein entfernteres Dorf geplant, dann nimmt man einfach den Garten ins Schlepptau und rudert davon.

INFO BURMA Veranstalter U. a. bietet Kneissl Touristik ab 22. 12. ’06 eine 15-tägige Reise„Faszination Burma“ und vom 25. 12. ’06 bis 5. 1. ’07 die „Höhepunkte Burmas“ an, jeweils mit Flug ab Salzburg. Buchung und Infos bei Kneissl Touristik Salzburg, Linzer Gasse 33, Tel. 0662/87 70 70, www.kneissltouristik.at.
Klima Beste Reisezeit ist vom Oktober bis März, die heißeste Jahreszeit liegt zwischen Februar und Mai mit geringem Niederschlag.
Allgemeine Infos Ein Visum ist erforderlich. Am günstigsten ist der Einkauf vor Ort per Dollar. Internet ist sehr eingeschränkt, Handynutzung nicht möglich. Post in die Heimat direkt in den Postämtern abgeben und auf das Abstempeln der Briefmarken achten. Keine Impfung vorgeschrieben, das Risiko einer Cholerainfektion besteht.
Autor/in: Ulrich Uhlmann

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