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Skifahren auf dem Parnass, sonnenbaden in den Buchten des Ionischen Meeres, das Orakel von Delphi befragen: Ein Erleben Griechenlands der besonderen Art.
Es gibt Orte, die klingen nach üppiger Vielfalt. Vielfalt im Genuss von Natur, von verschneiten Berghängen und einem heißen Sonnentag am Meeresstrand, gepaart mit Mythen, die uns in die magische Welt der Antike zaubern.
Delphi, das Heiligtum Griechenlands aus langer Vorzeit, die Orakelstätte des Lichtgottes Apollon, galt im Altertum als der Nabel der Welt. Heute ist das ehemals größte religiöse und geistige Zentrum von Hellas der Nabel zwischen der Parnass-Gebirgskette und der Meeresbucht von Itea am Golf von Korinth.
Der Blick schweift von steilen Felswänden der Phädriaden über bereits im Spätherbst tief verschneite Skipisten hinunter zu den weiten Ölbaumhainen und zum Glitzern des tiefblauen Meeres in der Sonne.
Eine Szenerie, eingehüllt in die Düfte der üppigen Vegetation, die je nach Jahreszeit zwar variieren, ihre Intensität aber das ganze Jahr nicht verlieren. Diese Gerüche setzen sich fest in einem, sie heben die Stimmung bis zur Glückseligkeit und – selbst wenn man schon lange wieder daheim in Mitteleuropa ist – man vermeint von Zeit zu Zeit noch immer diesen Duft von Oliven, Salzwasser, dem dichten Wald mit den weltweit einzigartigen Kefalonia-Tannen, den sprießenden Gräsern und Kräutern dieser Region zu riechen.
Wer will das nicht erleben, wenn sich hierzulande die tiefverhangenen Schleier der Herbstnebel, wenn sich graue Düsternis über das Land und das Gemüt legen? Das hat Wien nicht, das hat Rom nicht, auch nicht Paris oder Berlin.

Von Athen bloß eineinhalb Autostunden entfernt geht es ab auf den Parnass zum Skifahren. Am nächsten Tag hinunter ans tiefblaue Meer, flanieren, Kaffee trinken in Itea oder Galaxidi, einem alten Handelshafen mit ruhmreicher nautischer Tradition. Und danach das geistig-sinnliche Erlebnis von Delphi. Delphi, wo sich vor langer, langer Zeit Städte, wenn es um Krieg oder Frieden ging, einfache Bürger, die sich die Lösung eines persönlichen Problems erhofften, um Rat suchend an das Orakel gewandt hatten. Dort wurde der Friedensgedanke geboren.
Die Blütezeit war vom 6. bis 4. Jahrhundert vor Christi. Heute stehen auf den Terrassen die erstaunlich gut erhaltenen Ruinen der Tempelanlagen mit ihren Säulen und Stufen. Das im 4. Jahrhundert. v. Chr. erbaute Theater oberhalb des Apollo-Tempels fasste 5000 Zuschauer und ist eines der besterhaltenen Griechenlands.
Museum mit reichen Ausgrabungsfunden
Hier wurden die dramatischen und lyrischen Wettkämpfe der Delphischen Spiele ausgetragen. Die reichen Ausgrabungsfunde beherbergt das vor einigen Jahren auf den austellungswissenschaftlichen Höchststand gebrachte Museum. Die berühmte Bronzestatue des Wagenlenkers (5. Jahrhundert. v. Chr.) ist dort ebenso zu sehen wie der Goldelfenbeinkopf von Apollo und Artemis.
Das Europäische Kulturzentrum ist eine internationale Stätte für Begegnungen und Symposien. Im heurigen Sommer diskutierten dort fünf Friedensnobelpreisträger über Krieg und Frieden auf dem Planeten Erde. Panagiotis I. Kaltsis, Bürgermeister von Delphi, ist der Motor dieser Region. Er versammelt unermüdlich die fähigsten Wissenschafter um sich und stellt die nötigen Finanzen zur Verfügung.
Das ganze Jahr lang ist Delphi Reiseziel von Schulklassen aus fast allen Ländern der Welt, von Archäologen und Wissenschaftern anderer Disziplinen, von Friedenspolitikern und Friedensbewegten, von Touristen aus Europa und Übersee. Sie alle genießen neben Delphi die Möglichkeiten zum Skifahren oder Bergsteigen auf dem Parnass und zum Baden, Fischen und Bootfahren am Wasser.
In 940 Metern Höhe, am Fuß des Parnass, unweit der groß ausgebauten Winter-sportanlage, liegt das malerischen Bergdorf Arahova mit seinen schönen Steinhäusern, uralten Platanen und eindrucksvollen Ausblicken auf eine grandiose Bergwelt. Auf dem üblichen Weg nach Delphi gelegen ist Arahova der Hauptaufenthaltsort für Skifahrer. Kein Wunder, dass dort brodelndes, pralles Leben herrscht. High Life, Après Ski, Discos, hochwertige Restaurants und Gaststätten im typisch hellenisch-ländlichen Baustil bieten exzellente Speisen, hergestellt aus den landwirtschaftlichen Produkten vor Ort.
Farbenprächtige Webteppiche, erstklassige Weine und der „Farmaella“-Käse sind sehr begehrt. Es boomt in Arahova. Hotels finden sich in allen Kategorien, von Fünfstern de luxe bis zu preiswerten, heimeligen Unterkünften.
Viele Athener kommen übers Wochenende zum Skifahren oder Bergsteigen nach Arahova und Umgebung. Eine Langlaufpiste ist im Ausbau. Es ist ein Zentrum des Sports, aber auch ein Platz, wo die Moderne auf die Antike trifft. Delphi liegt knapp zehn Minuten Autofahrt entfernt. Der Bürgermeister von Arahova, George Andreou-Leontios, ein Geologe, hat aus dem verträumten Ort einen pulsierenden Treffpunkt der Lebensfreude und sportlichen Ertüchtigung gemacht, für Jung und Alt, für Wohlhabende und solche, die es noch werden wollen.
Von der Skipiste an den Strand
Klar, dass man das Natur-Angebot von der Skipiste an den Meeresstrand nicht ungenutzt lässt. Zumal das Klima in dieser Region ein denkbar günstiges ist. Während in den Bergen vom Spätherbst bis Ende März bester Schnee zum Skifahren und Snowboarden liegt, kann man unweit von Arachova und Delphi am Meeresstrand von Itea und Galaxidi bis weit in den Herbst hinein und bereits um die Osterzeit Wassersport betreiben.
Es ist nicht nur das Meer, das in allen Schattierungen von Blau ein herrliches Farbenspiel bietet. Es sind auch die netten, gemütlichen Tavernen, Cafés, Bars und reizende kleine Hotels, die zum Verweilen einladen. In ca. 30 Autominuten von Delphi Richtung Athen erreicht man „Ossios Loukas“, eines der bedeutendsten byzantinischen Klöster Griechenlands. Seine großartigen Mosaiken, Ikonen und Wandmalereien sind den Abstecher wert. Und um solch herrlich vielfältige Urlaubserlebnisse allmählich ausgleiten zu lassen, sind ein paar Tage Athen mit seinem pulsierenden Großstadtleben gerade das Richtige. Immerhin hat sich diese Stadt nicht zuletzt seit der Olympiade zu einer hochmodernen, sauberen Metropole entwickelt, dessen südländisches Flair gepaart mit der Jahrtausende alten Geschichte ein ganz spezielles Feeling hinterlässt.
AUSKUNFT: Griechische Zentrale für Fremdenverkehr, 1010 Wien, Opernring 8, Telefon 01/512 53 17, grect@vienna.at, www.gnto.gr.
Autor/in: Elisabeth Horvath
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