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Spanien wird immer mehr zum Paradies für Nichtraucher. Maler fühlten sich dort schon immer wohl. Pablo Picasso war einer der größten unter ihnen. Barcelona und Malaga feiern heuer seinen 125. Geburtstag.
Das Licht ist in Malaga so besonders“, erklärt uns Reiseführer Rafael. „An mehr als 200 Tagen im Jahr haben wir dieses ganz besondere Licht. Das hat etwas mit dem Meer zu tun.“ Womit auch immer es zu tun hat: Die Sonne und das Meer werden dafür verantwortlich gemacht, dass einst in der andalusischen Hafenstadt Malaga so viele Maler lebten. Heute sollen Sonne, Meer und Kunst dafür sorgen, dass der Touristenzustrom an der Costa del Sol auch im Herbst nicht versiegt. Helfen sollen bei diesem Bemühen große Namen. 2004 hatte Spanien zum Dali-Jahr erklärt, 2005 folgte das Don-Quijote-Jahr. Heuer ist Pablo Picasso (1881 bis 1973) an der Reihe. Mit Ausstellungen feiert Spanien den 125. Geburtstag des Malers und Bildhauers.
Im Grunde erscheint es beinahe unmöglich, die Resultate des riesenhaften Schaffens Picassos zu ordnen, der sich vom klassischen Porträtmaler, der er in seinen Jugendjahren war, über den Kubismus zum revolutionären Neuerer der Malerei entwickelte. Das Picasso-Museum in Malaga versucht trotzdem, Ordnung in das große Werk zu bringen. Mehr als 200 Arbeiten umfasst die Sammlung – Gemälde, Zeichnungen, Grafiken, Skulpturen und Keramiken. Das reicht für den ersten, groben Überblick.
Picassos Geburtshaus in Malaga dagegen ist nur etwas für unermüdliche Fans. Wer nicht unbedingt Picassos Taufkleid oder die wenig spektakuläre Nachbildung eines Malstudios aus dem 19. Jahrhundert sehen will, kann getrost am Haus an der Plaza de la Merced vorbeigehen und stattdessen eines der zahlreichen, kleinen Kaffeehäuser aufsuchen.
Ein Fischmarkt voller Jesusbilder
Überhaupt ist die Hafenstadt an der Costa del Sol mit der malerischen Altstadt, der monumentalen Renaissance-Kathedrale und der mittelalterlichen Festung, von der aus man einen herrlichen Überblick über die Stadt bekommt, auch einen Besuch wert, wenn nicht gerade der Geburtstag eines großen Meisters gefeiert wird.
Kleine Gärten, pittoreske Plätze und enge, gepflasterte Gässchen zieren das Stadtbild. In der Marques de Larios, der Geschäftsmeile Malagas, dominieren Bauten der reichen Bürger aus dem 19. Jahrhundert. Zum Stadtbild gehört auch, dass einen auf Schritt und Tritt der Katholizismus begleitet. Praktisch an jedem Stand im Obst- und Fischmarkt hängt ein Jesus-Porträt. Nicht zu übersehen unter den Heerscharen von Touristen sind auch die jungen Spanierinnen, die tagsüber in den Kirchen büschelweise rote Nelken vor Heiligenbildern deponieren. Nicht zu vergleichen mit der Beschaulichkeit der andalusischen Stadt ist das pulsierende Leben in der nordspanischen Metropole Barcelona. Einen ersten Eindruck davon bekommt man etwa bei der Picasso-Walking-Tour, die durch das gotische Viertel mit seinen engen, heißen, lauten Gässchen führt.
Barcelona, wo Picasso die Jahre von 1895 bis 1904 verbrachte, ist die zweite spanische Stadt, die heuer massiv mit dem Namen des Malers wirbt. „Die Leute haben Picasso nicht besonders geschätzt“, erklärt Reiseführerin Pilar, die uns durch das Barcelona Picassos führt. „Deshalb ging er aus Spanien weg. In Frankreich haben die Menschen seine Arbeit mehr geschätzt. Außerdem gingen alle Künstler in dieser Zeit nach Paris.“
Dass Picasso letztlich Spanien doch verlassen sollte und den größten Teil seines Lebens in Frankreich verbringen würde, hindert Barcelona nicht, dessen 125. Geburtstag mit speziellen Ausstellungen zu feiern. Zentrale Stätte der Picasso-Verehrung ist das gleichnamige Museum, das Werke aus allen Lebensphasen zeigt.
Dass die Stadt mit oder ohne Picasso einen Besuch wert ist, gilt für Barcelona mindestens im gleichen Maß wie für Malaga. Wer reichlich Zeit und Geduld hat, kann sich in einem der Sightseeing-Busse von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten fahren lassen.
Auf diesem Weg passiert man unweigerlich alle Touristenmagnete, die die Stadt zu bieten hat – etwa die kurvenförmigen Bauten Antoni Gaudis oder der berühmte Boulevard „Rambla“ mit den unzähligen Straßenkünstlern. Noch mehr Geduld als bei der stundenlangen Fahrt durch die Stadt braucht man, wenn man zu nächtlicher Stunde auf ein Taxi wartet. Die Wartezeit kann sich zu Spitzenzeiten auf mehrere Stunden verlängern.
Einen echten Anreiz, den Urlaub in Spanien zu verbringen, gibt es für Nichtraucher. Zu Jahresbeginn wurde über Restaurants und öffentliche Einrichtungen ein Rauchverbot verhängt. Die Zeiten, in denen Zigaretten-Rauchschwaden ganze Restaurants einnebelten und den Genuss von frittiertem Fisch, Kalamari und Rioja trübten, sind in Spanien vorbei.
INFO: Für Kulturreisen empfiehlt das Spanische Fremdenverkehrsamt – www.spain.info – die Reiseveranstalter Siesta Reisen und Mundivision. Über diese kann man auch Quartiere in Paradores – staatliche Hotels in Bestlagen zu Sonderkonditionen – buchen.Im Internet: www.siesta.at oder www.mundivision.com.
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