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Der 311 km lange Drauradweg führt von Sillian bis Lavamünd. Für Genussradler ist er wegen der geringen Höhenunterschiede ideal.
Der Radweg an der Drau führt gemütlich bergab, so verspricht es der Kärntner Radveranstalter. Gleich ein paar Minuten nach dem Start im kleinen Ort Berg werden an einem kurzen steilen Anstieg die Beinmuskeln warm.
Aber dann geht es wirklich auf kleinen asphaltierten Straßen oder breiten Schotterwegen fast immer leicht bergab und meistens sogar autofrei. Rekorde werden auf dem Drauradweg keine gebrochen, Genuss ist angesagt. Ohne Gepäck strampelt es sich auch viel leichter. Denn das steht noch im Waldhotel Putz in Berg und wartet auf den Transfer zur nächsten Übernachtungsstation. Bauernhöfe und üppig blühende Wiesen säumen den Weg. Vögel zwitschern um die Wette. Auf einer Wiese lassen ein paar ewig junge Männer ein Modellflugzeug Loopings drehen. Es wird nie langweilig. Noch ist nichts zu sehen von der Drau. Die Gailtaler Alpen und die Kreuzeckgruppe begrenzen das Tal.
Hin und wieder gibt es an der Strecke große Übersichtskarten und einen Self-Service-Point mit Werkzeug um eventuelle Fahrradpannen zu beheben. Die Kärntner grüßen die Fahrradfahrer und winken freundlich. Der Radweg und die Drau kommen sich näher. "Funderbar" verspricht ein Schild. Die Neugier siegt und es ist auch gerade Mittagszeit. Matthias Funder, der Wirt in Lind, serviert im gemütlichen Garten selbst gebackenes Bauernbrot mit Topfenaufstrich und Leberknödelsuppe.
Wuchteln in der "Funderbar" Zum Abschluss gibt es "Wuchteln", hinter denen sich locker, leichte Rohrnudeln mit Vanillesauce verbergen. "Aufgetischt wird bei mir nur was hier wächst und gedeiht und der Radler kann essen wann er will, die Küche ist durchgehend geöffnet", erklärt Matthias stolz. Kein Wunder, dass er die Wünsche der Radler so gut versteht, denn er ist selbst ein passionierter Sportler und hat vor etwa 20 Jahren den Radweg mit ins Leben gerufen. Die Pedale rufen. Bis zum Tagesziel in Spittal sind es noch etwa zwanzig Kilometer. Vorbei an Sachsenburg, der früheren Erzverhüttung rollen die Räder. Bei Möllbrücke mündet die Möll in die Drau. Der Fluss wird breiter und fließt behäbig dahin.
Kurz vor Spittal endet der Radweg. Auf der kleinen Landstraße gibt es wenig Verkehr, nur ein verirrter Hahn macht den Radfahrern die Straße streitig. Hinweisschilder leiten stressfrei auf ruhigen Seitenstraßen in die Innenstadt von Spittal. Mit gut 40 Kilometer in den Beinen ist der Edlinger Wirt erreicht. Es gibt einen abschließbaren Raum für die Räder, Werkzeug und die Möglichkeit die Wäsche zu waschen. Doch das Beste ist, die Beine unter dem Tisch auszustrecken und den Abend bei einem guten Essen zu genießen.
Der Geist der Gräfin Salamanca in Porcia Blauer Himmel lacht am nächsten Morgen über den Dächern von Spittal. Nicht umsonst wird Kärnten auch die Sonnenstube Österreichs genannt. Zur Porcia, dem schönsten Renaissance-Schloss nördlich der Alpen mit einem beeindruckenden Arkadenhof, geht es wieder ein Stück zurück. Eine Legende sagt, dass die Gräfin Salamanca, noch heute als Geist durch das Schloss wandeln soll. Ihr Ehemann, Gabriel v. Salamanca, ein wohlhabender Spanier, gab 1533 italienischen Baumeistern den Auftrag dieses einzigartige Schmuckstück zu errichten. Der Name Schloss Porcia, stammt allerdings von einer Fürstenfamilie aus Oberitalien, die von 1662 bis 1918 in dem Palast residierte. Auf dem gut beschilderten Drauradweg R1 wieder einsortiert beginnt die Tagesetappe. Leicht und locker geht es dahin neben der träge fließenden Drau. Radler-Treffs und rustikale Gasthäuser locken die Pedalritter alle paar Kilometer vom Fahrrad. Verhungern braucht hier keiner. Bei Tölpitsch rät der Kärntner Radveranstalter, die Hauptroute zu verlassen, um beim Pirker in Gummern einzukehren.
Der kleine Umweg hat sich gelohnt. Hier wird so gut Kärtnerisch aufgekocht, dass man am liebsten die Speisekarte von oben bis unten durchkosten möchte. Danach ist es nur noch eine knappe Stunde bis zur Kaffeepause in Villach. Ein Bummel durch die Altstadt von Villach und dann geht die Fahrt weiter. Die mächtigen Karawanken bilden die Kulisse für die ebene Fahrt am Fluss entlang. Plötzlich auftretender Gegenwind, der Feind der Radfahrer, erschwert das Treten. Dann leiten Alleen aus mächtigen Bäumen stilvoll zum Schloss Rosegg.
Ein paar hügelige Passagen kurz vor dem Ziel zerren an der Kondition. Nach fünfeinhalb Stunden und 60 km ist das Hotel Rosentalerhof in St. Jakob, die letzte Übernachtungsstation der Schnuppertour, erreicht. Die Leihräder werden im Hotel abgegeben. Per Shuttlebus geht es am nächsten Morgen wieder zurück zum Hotel. Schade, eigentlich lief es gerade so gut.
INFO DRAURADWEG Anreise Autobahn Salzburg - Villach, Abfahrt Lendorf, dann auf der Bundesstraße bis Berg im Drautal.
Veranstalter Kärnten Radreisen, A-9210 Portschach, Tel.: 0043-4272-3620-81, info@kaernten-radreisen.at, www.kaernten.at. Ab 454 Euro pro Person für 7 Nächte.Inbegriffen sind Radverleih, Gepäcktransport, Hotelbuchungen, Transfer zurück zum Start, Hilfe bei technischen Problemen, Service Hotline von 8.00 bis 20.00 Uhr, Autoparkplätze am Anreisehotel, Landkarten und Informationsmaterial.
Auskunft Kärnten Werbung, A-9220 Velden, Tel.: 0043-4274-52100-0, Fax: -50, info@kaernten.at, www.kaernten.at, www.drauradweg.com.
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