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Wer hinreist, will bleiben. Wer dort war, will wieder hin. Wer nicht fährt, träumt ewig von ihr. Die Karibik ist die Verwirklichung eines Traums.
Faszinierte der Kinofilm "Fluch der Karibik" die Frauenwelt vorrangig durch den Hauptdarsteller Johnny Depp, so beeindruckt das Original, die Karibik selbst, Männer und Frauen gleichermaßen durch atemberaubende Strände und eine tropische Hölle mit Farnen so hoch wie Wohnhäuser.
Um uns herum der Regenwald. Unter uns das ein Quadratmeter große Podest. Vielleicht liegt es am Grippe bedingten Fieber, das mich völlig unerwartet erglühen lässt und meine Sinne trübt, jedenfalls finde ich es eine tolle Idee, einmal Canopy, eine Art Einpersonen-Seilbahnfahrt, auszuprobieren. Und darum befinde ich mich plötzlich, in Gurte und Helm eingepfercht, in Schwindel erregender Höhe im ewigen Grün. Tiere kreischen, ich fuchtle nervös an meinem Affenschwanz, (hiesiger Fachbegriff für Sicherheitsgurt), der laut Instrukteur nur meinem Schutz dient und mich solange ich auf einer der Plattformen verweile, am Fallen hindern soll.

Skeptisch begutachte ich, mit Höhenangst gesegnet, die Baumkronen von San Lucia. Hinsetzen, mit der linken Hand an das Drahtseil greifen, mit der rechten Hand den Karabiner umklammern, Füße überkreuzen, nicht nach unten sehen, keine Angst haben, schreien!
Vielseitige Aktivitäten geboten
So oder so ähnlich lauten die letzten Anweisungen, bevor ich mich, berauscht und überwältigt von Mut (und Fieber), fallen lasse und mit rund 40 km/h am Drahtseil entlangzische. Ich bin die Wipfelschwingerin von San Lucia. Weiters bin ich in jener Reisewoche auch die Rochenbezwingerin von Antigua, die Delfinflüstererin von Tortola, die Strandläuferin bzw. -liegerin von Dominica und ganz nebenbei stolze Kabinenbewohnerin und Mitreisende des AIDAvita-Clubschiffs.
Ja, ich habe eine so genannte Kreuzfahrt gemacht und nein, ich habe kein graues Haar, brauche kein "Doppelherz" und bin ganz nebenbei noch keine dreißig. Die Klischees kennt jeder. AIDA arbeitet jedoch ganz gezielt gegen das verstaubte Image und nennt sich bewusst nicht Kreuzfahrtschiff, sondern Clubschiff - wobei "Cluburlaub" natürlich auch mit einigen Klischees behaftet ist.

Ich fühle mich wieder besser. Meine Mitreisenden sind leider durch rücksichtsloses Husten und Niesen meinerseits nun gesundheitlich etwas in Mitleidenschaft gezogen. Aber die Kabinen sind großzügig ausgestattet, haben Fernseher und Satellitentelefon und mit etwas Glück (bzw. Aufpreis) auch eine tolle Aussicht durch die großformatigen Luken. Kurzum: Auch ein Quarantänetag in der Kabine kann durchaus Vorzüge haben. Es fehlt einem an nichts, und das gelb-blaue Mobiliar versprüht etwas geheimnisvoll Positives. Fengshui lässt grüßen. Außerdem ist die schiffseigene Krankenstation mit zwei Ärzten und zwei Krankenschwestern, alle sehr kompetent, bestens auf etwaige Gesundheitsprobleme vorbereitet. Station und Behandlung werden von mir getestet und für sehr gut befunden.
Clubatmosphäre ist auf der AIDAvita (wenn überhaupt) nur an den beiden Seetagen zu spüren. Wer sich lieber selbst beschäftigt als von Animateuren unterhalten zu werden, kann sich aber ohne weiteres mit seiner Liege auf ein alternatives Deck zurückziehen. Insgesamt gibt es auf dem Schiff zwölf Decks, vier davon an der Sonne, eines davon mit Pool und ein weiteres mit einem eigenen Lauf-Parcours.
Meiner Meinung nach sind die Seetage aber ohnehin nur Mittel zum Zweck. Weiße Sandstrände, Kokosnüsse, hoch gewachsene Palmen, badewasserwarmes, türkises Meer, offene, vor Lebenslust strotzende Einheimische, ein ganz besonderes Flair - das ist es, was ich mir von einem Karibikurlaub erträume und das man auch im Rahmen einer einwöchigen AIDA-Kreuz-und-querfahrt durch die Karibik bekommt.

Tagsüber wird ein sehr buntes Ausflugsprogramm geboten, wobei hier mit Sicherheit für jeden etwas dabei ist. Das Repertoire umfasst meist bis zu zwanzig unterschiedliche Möglichkeiten - pro Insel wohl bemerkt! Vom banalen Strandliegen über Radtouren für Anfänger bis Profis hin zum Schwimmen mit Delfinen, Beobachten von Walen und natürlich, wie ausführlich beschrieben, Canopy wird alles angeboten, was das Sonne suchende Urlauberherz begehrt.
Abends offenbart sich unseren Augen, auf drei Restaurants verstreut, ein Tischleindeckdich der Superlative. Strenge Dresscodes gibt es an Bord keine. "Leger oder elegant, die Gäste sollen sich einfach unbeschwert wohl fühlen", erklärt AIDA-General-manager Reinhard Pelikan die Schiffsphilosophie. Man kann also nichts falsch machen, außer eventuell ein Leben lang nur von solch einer Reise zu träumen.
Denn so oder so, der Fluch der Karibik ist es nun einmal, ewig an sie zu denken und sie wie verrückt zu vermissen.
INFO AIDA Veranstalter AIDA Cruises Österreich,Handelskai 94-96,A-1200 Wien, Tel.: 01/3344-797,www.aida-cruises.at
Routen (je 7 Tage) AIDAvita Route 1:Dominikanische Republik-Grenada-Bonaire-Curaçao-Dominikanische RepublikAIDAvita Route 2:Dominikanische Republik-Tortola-Antigua-Dominica-St. Lucia- Dominikanische Republik.
Anreise Mit Lufthansa oder Austrian Airlines von Salzburg über Frankfurt oder von München, anschließend erfolgt der Direktflug mit Condor nach La Romana in die Dominikanische Republik.
Bordwährung Bargeld ist an Bord während der Reise nicht erforderlich. Die Bordkarte ist zum einen Schlüssel für die Kabinen und Zugangsausweis für das Schiff, dient unter anderem aber auch als Zahlungsmittel an Bord.
Autor/in: TINA EDER
© SN
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