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Reiseberichte

Eintauchen ins Paradies
22. April 2006
"Als Gott das Paradies erschuf, hat er Mauritius als Vorlage verwendet." Dieser oft in Verbindung mit der Insel im Indischen Ozean zitierte Spruch trifft den Nagel auf den Kopf, oder besser: ins Grün.

Schon von der Ferne funkelt die Insel wie ein grüner Diamant. Beim Überfliegen erstrahlt sie in ihrer ganzen Pracht: Mauritius, ein Traum aus Tropenwäldern, Korallenstränden und malerischen Steilküsten. Im Südosten zieht der Jumbo eine Schleife, setzt danach sanft auf der Landebahn auf - in Mauritius scheint eben alles himmlisch zu sein.

Obwohl: Wer im Paradies auf der Suche nach Perfektion im Sinne ausschließlich weißer Sandstrände, türkiser Küsten und perfektem Wetter ist, wird auf Mauritius enttäuscht. Denn im Südwesten der Insel, rund um den Berg Le Morne Brabant, ist auch eine wilde, unberechenbare Seite zu sehen, mit schroffen Steilküsten, kargen Felsen und manchmal auch weniger strahlend blauem Himmel.

Der höchste Punkt, der Piton de la Rivière Noire, erhebt sich 828 Meter über den Meeresspiegel. Von dort aus kann man gut erkennen, warum Mauritius ansonsten dennoch so viele atemberaubende Lagunen und Strände hat und ein Mekka des Wassersports ist: Die gesamte Insel ist von einem schützenden Korallenriff umgeben, an dem sich die Wellen des Ozeans brechen.

Beeindruckend ist auch die Fauna und Flora der Insel: Riesenschildkröten, farbenprächtige Papageien, rosa Tauben und Mauritius-Turmfalken sind nicht selten zu sehen, vor allem aber ist ein Tier omnipräsent: Der braune Gecko, der tausendfach auf der Insel herum klettert.

Dass auf Mauritius nicht nur wilde und sanfte Landschaften, sondern auch viele Kulturen aufeinander stoßen, ist historisch bedingt. Von arabischen Seefahrern im 10. Jahrhundert entdeckt, betritt der Portugiese Domingues Fernandez als erster Europäer 1511 die Insel. Wenig später nehmen die Niederländer die Insel in Besitz und taufen sie zu Ehren des Prinzen Moritz von Oranien auf den Namen Mauritius. Wegen zahlreicher Piraten verlassen die Niederländer die Insel um 1710. Danach versuchen die Franzosen ab 1715 ihr Glück, benennen Mauritius in "Ile de France" um und bringen der Region den ersten Aufschwung. Etwa hundert Jahre später sind es die Briten, die die Franzosen wieder vertreiben und zum ursprünglichen Namen zurückkehren. Erst im Jahr 1968 wird Mauritius von Großbritannien in die Unabhängigkeit entlassen, 1992 wird der Inselstaat mit 1,2 Millionen Einwohnern zur Republik.

Friedliches Miteinander

Die gelegentlichen Spannungen zwischen der hinduistischen Bevölkerungsmehrheit und den Kreolen sind kaum spürbar. Friedliches Miteinander ist auf der Insel, die ca. 900 Kilometer östlich von Madagaskar im Indischen Ozean liegt, die Devise.

Ähnlich harmonisch ist auch die Küche auf Mauritius: Abgesehen von allen kulinarischen Einflüssen aus der Kolonialzeit ist die köstliche kreolische Küche ein Genuss: In vielen kleinen Restaurants (die abends oft geschlossen haben!) bewirten einen die Mauritaner mit beneidenswerten Zutaten und ungewöhnlichen Rezepten. Reis, Geflügel und alles, was aus dem Meer stammt - vor allem diese Dinge landen gemeinsam mit vielen heimischen Gewürzen auf den Tellern.

Der kreolische Ourite (Tintenfisch) ist ein Gaumenschmaus, das Curry ursprünglich und die Mine Frite (chinesischen Nudeln) schmecken regional adaptiert einfach aufregend. Der Mix aus asiatischer, europäischer und kreolischer Küche ist unwiderstehlich, leicht und mit den Zutaten der Umgebung sehr geschmacksintensiv.

Nicht alles, sondern nur vieles ist hier perfekt, was das aufregende Flair der Insel am Leben erhält.

INFO MAURITIUS
Klima
Beste Reisezeit ist April bis Juni und September bis November.

Anreise
Austrian-Airlines-Flug ab Wien direkt nach Mauritius.

Tipp
Auf der Insel befinden sich acht Beachcomber Hotels der Luxusklasse. Kontakt: www.beachcomber-hotels.com

Autor/in: ROBERT ROSIN

© SN

 

diese seite | 24.04.2006 | 15:05

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