01 Nachrichten
02
03
04
05
06
07
08
  Donnerstag, 8. Jänner 2009 PLATTFORM FÜR SALZBURG Werbung   
Belletristik | Lifestyle Bücher | Musik Charts
DVD Neuheiten | Preishits Elektronik | Games Charts
 suchen!  
0308 Reisen

Ticketcenter

Veranstaltungen

Kino

Cams

imBild

Reisen
...Reiseberichte
...Leserreisen
...Diashows
...WorldCams

Salzburg Urlaub

Wien Urlaub

Partnersuche

Weiterbildung

Horoskop

Alpintouren

Kunstlexikon

Suche
 

Google
Web salzburg.com

Reiseberichte

Segeln in den Gärten der Königin
15. April 2006
Segeln, tauchen und fischen: Die Südküste Kubas und ein Salzburger Skipper garantieren einen grandiosen Törn.

Cayo las Caguama, Punta Cabeza del Este: der östlichste Punkt unseres Segeltörns an der Südküste Kubas ist erreicht. Hier müssen wir umkehren, um Richtung Nordwesten zurück zu unserem Heimathafen in der Bahia Cienfuegos zu segeln. Dort sind wir vor zehn Tagen mit unserer Yacht "Roxana", einer Bavaria 50, gestartet. Unser Ziel ist die noch völlig unberührte Inselwelt des Archipielago de los Jardines de la Reina und des Laberinto de las Doce Leguas im Karibischen Meer.

An Bord befinden sich eine neunköpfige Crew, Wasser und Proviant für zwei Wochen und eine komplette Fisch- und Tauchausrüstung.

Das Segeltraumgebiet liegt am Saum der Tropen in der Passatwindzone, was uns im Februar beständige östliche Winde bei angenehmen Temperaturen von tagsüber 25 bis 30° Celsius garantiert.

Unser Paradies: der traumhafte halbmondförmige Strand an der Leeseite von Cayo Caguama, weißer Sand so fein wie Puder, davor Wurzelstöcke und Äste von Mangroven, die wie Skulpturen aus dem türkisgrünen Wasser ragen, dahinter ein Saum von Palmen, im seichten, kristallklaren Wasser schweben unzählige kleine Rochen, gut getarnt vor dem Sandgrund.

Um halb zehn heißt es Anker auf. In den nächsten Tagen gilt es noch gut 160 Seemeilen zurück nach Cienfuegos zu segeln.

Gleich nach dem Passieren des Außenriffs setzen wir die Segel und es geht unter Spinnaker mit 4 Beaufort aus Nordost mit Kurs 290° zügig voran. Steuerbord querab haben wir das endlose Riff, über dem die See weiß und grün aufbrandet. Der Wind hat inzwischen auf Stärke 5 aufgefrischt und wir rauschen mit bis zu 12 Knoten durch das tiefblaue Wasser.

Querab von Cayo Anclitas plötzlich in Luv voraus unmittelbar über dem Wasser ein Schwarm kreischender Seemöven und Fregattvögel, untrügliches Anzeichen für jagende Fische. Ich halte direkt darauf zu. Kurz darauf schlägt schon die Fischleine an, die wir an der Heckreling auf einer Rolle montierte haben.

Gernot versucht verzweifelt die Rolle zu stoppen. Keine Chance, 400 Meter rauschen aus, dann reißt die Leine mit einer Bruchlast von 100 kg mit einem Ruck ab. Schade, es muss ein riesiger Fisch gewesen sein!

120 Zentimeter und 25 Kilogramm

Unmittelbar darauf spannt sich der als Ruckdämpfer dienende Gummistropp meiner von zahlreichen Karibiktörns erprobten Angelleine mit Doppelhaken und Tintenfischköder.

Wolfgang schreit: "Fiiisch, Fiiisch", ich nehme soweit unter Spinnaker möglich Fahrt aus dem Schiff und Markus, unser Kräftigster, holt mit der Handspule die 100 Meter lange Leine ein.

"Ein Tuna!", ruft Wolfgang, unser Spezialist für Fische, als Markus ihn ans Heck heranholt. Einmal noch taucht der Fisch in die blaue Tiefe, dann zieht Wolfgang den kapitalen Fang kunstgerecht mit dem Gaff ins Cockpit. Es ist ein wunderschöner Yellowfintuna, 120 cm lang und 25 kg schwer. Wild peitscht er das Deck mit der Schwanzflosse, bevor wir ihn mit einem Schuss hochprozentigen Rums in die Kiemen betäuben und Ewald ihn mit einem Kiemenstich tötet.

Dann schneidet Wolfgang ein dickes Filet aus der Flanke des Fisches und wir bereiten aus dem blutroten, wunderbar zarten Fleisch mit Wasabi, Ingwer und Limettensaft ein herrliches Carpacchio, das wir gleich während des Segelns verspeisen.

Ursprünglich hatte ich geplant, die Nacht in der Estero Ingles verbringen, einer gut geschützten Lagune umgeben von dichten Mangrovenwäldern an der Ostseite des Canal Boca Grande, einer der wenigen für Segelyachten befahrbaren Passagen durch das Riff.

Aber Windstärke 7 bis 8 im Kanal und die bei Ebbe seichte, mit Korallenköpfen gespickte Zugang in die Lagune machen dies zu gefährlich. Mit gerefften Segeln segeln wir daher im tiefblauen Wasser das Riff entlang Richtung Nordwesten. Noch einmal erleben wir einen für diese Breiten so berühmten spektakulären Sonnenuntergang, blutrot sinkt die Sonne direkt unter dem Großbaum ins Meer.

Zum Glück ist am Abend das Leuchtfeuer an der Nordwestspitze von Cayo Breton in Funktion.

In der Einfahrt in die Lagune treffen wir auf ein Fischerboot, das uns zu einem sicheren Ankerplatz führt.

Gleich kommen zwei der Fischer an Bord, bei denen wir uns höflich für das sichere Geleit bedanken. Bald kommt der Rest der Besatzung nach und wir essen gemeinsam Unmengen von Ewald und Wolfgang köstlich zubereiteten Tunfisch.

Vor allem Kapitän Albalat, der wie Sean Connery aussieht und schon in Russland und im Jemen gearbeitet hat, langt kräftig zu. Dazu trinken wir viel kubanisches Bier und natürlich das kubanische Nationalgetränk, Cuba Libre. Die Konversation erfolgt in einer Kombination verschiedener Sprachen, mit Hilfe des Wörterbuchs und vor allem mit Händen und Füßen. Abwechselnd singen wir kubanische und österreichische Lieder, wobei die Kubaner deutlich besser abschneiden als wir. Lange nach Mitternacht statten wir die gesamte Fischercrew zum Abschied noch mit Kappen und T-Shirts aus. Sie freuen sich riesig.

Neun Langusten als Geschenk

Als wir am nächsten Morgen aufwachen, finden wir an Bord neun Langusten, die uns die Fischer vor ihrer Abfahrt noch als Geschenk ins Cockpit gelegt haben - eine köstliche Abwechslung zum Frühstück statt der gewohnten Ham and Eggs.

Noch einmal geht es dann ans Außenriff, um unter Anleitung unserer Guides Rupert und Karl an der Kante eines der längsten Korallen-Barrierriffs der Erde einen letzten Tauchgang zu machen, an einer Stelle, wo wahrscheinlich noch nie ein Mensch vor uns getaucht ist. Im glasklaren, 26° Celsius warmen Wasser entdecken wir eine Unterwasserwelt von beeindruckender Vielfalt:

Barsche aller Arten und Größen, Barrakudas, Snapper, Kaiserfische, Doktorfische, Trompetenfische, Grunzer und viele andere schwärmen neugierig um uns herum. Auch ein Stechrochen gleitet majestätisch an uns vorbei.

Danach heißt es Anker auf zur letzten Fahrt unseres Segeltörns über 90 Seemeilen zurück in den Hafen von Cienfuegos.

In Cienfuegos organisieren wir drei kleine Taxis um das etwa 80 km entfernte Trinidad zu besuchen. Trinidad wurde Anfang des 16. Jahrhunderts von den Spaniern gegründet und 1989 zum Weltkulturerbe erklärt.

Nach zwei Wochen auf See noch etwas landkrank, bewegen wir uns schwankenden Ganges über das Kopfsteinpflaster und bewundern die koloniale Architektur.

Das kreolische Abendessen, das wir in einem der vielen privaten, an sich illegalen Restaurants einnehmen, überzeugt nicht besonders - was nach Ewalds exzellenter Bordküche während der vergangenen Tage wenig erstaunt.

Einmal noch schlafen wir am Schiff, bevor wir nach München zurückfliegen. Dort holen uns Kälte und Schneefall unbarmherzig in den Winter zurück.

Die Bilder und Begegnungen aus den "königlichen Gärten" aber werden uns lange begleiten, ja - wir werden wieder kommen in unser Paradies an der Südküste Kubas.

INFO
Veranstalter
Planung und Durchführung des Segeltörns: mariteam Erhard Haupolter, www.mariteam.at

Yacht von Th. Stelzl Yachtcharter, www.stelzl-yachtcharter.at.Flüge mit LTU über Reisebüro Media Tour Salzburg, www.mediatour.at

Klima/Winde
Kuba liegt am Rand der Tropen in der Passatwindzone mit im Winter moderaten (10-25 Knoten) beständigen östlichen Winden. Lufttemperatur 25-30° C; Wassertemperatur 26° C. Im Sommer etwas wärmer und feuchter. Beste Zeit zum Segeln: Dezember bis März, Hurrikans können von August bis Oktober auftreten.

Gesundheit
Keine Impfungen erforderlich

Währung
"Peso Convertible" (CUC) Devisenersatz, seit US-Dollar nicht mehr akzeptiert wird. Wert ca. 1 Euro. "Moneda Nacional" genannt "Peso Cubano" Inlandswährung, Wert ca. 4 Cent

Autor/in: ERHARD HAUPOLTER

© SN

 

diese seite | 18.04.2006 | 11:10

Alle Reiseberichte

Afrika

Asien

Europa

Nordamerika

Ozeanien

Südamerika

Anzeigen

Immobilien

Karriere

Motor

Andere

Tourismus

Mehr Info
Anreise (TT-MM-JJ)
Nächte Zimmer Pers

Spiel des Monats

Elevens

Flottes Kartenspiel: Hotelgutscheine gewinnen!

Premium Promotions

Blickpunkt

Web-Tipps

Link-Tipps

Ticket Polzer

Conova

Salzburger Woche

 
© 1997-2006 Salzburger Nachrichten      Kontakt  Sitemap  Impressum  AGB  Newsletter      realisiert von conova

Werbung