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Traditionelle Tänze symbolisieren in Bali das ewige Kräftemessen zwischen Gut und Böse, zu welcher Kategorie die Touristen zählen, ist unklar.
Man hat sie immer schon gemocht, die Insel der Götter, auch das südostasiatische Mallorca genannt. Mit 5500 Quadratkilometern gehört sie zu den kleinsten der mehr als 13.000 indonesischen Inseln. Auf der Landkarte nimmt sie sich wie ein Punkt im großen Archipel aus, gerade so groß wie Niederösterreich, aber mit mehr als 20.000 Tempeln und dreieinhalb Millionen Balinesen.
Bevor die vielen Aussteiger nach Bali kamen, hatte sich schon der deutsche Maler Walter Spieß in Ubud niedergelassen. Dann erst entstand das Künstlerdorf, heute eine pulsierende Kleinstadt mit Kaufangeboten von Kunst bis Kitsch, wo Handel in Feilschen übergeht.
Vor zwanzig Jahren hat man sich am Strand von selbst ernannten Masseuren durchkneten lassen, heute boomt das Spa, Thalasso-System inbegriffen, z. B. am kilometerlangen Sandstrand von Nusa Dua. Kuta, die Gegend zum Amüsieren, war immer schon fest in der Hand der Australier, sozusagen ihr "Ballermann"-Zentrum.
Wie durch ein Wunder gelingt es den Balinesen, ihre Identität und ihre Feste und Zeremonien vor Fremdeinflüssen zu bewahren. Bali ist der letzte Rest der alten indischen Hochkultur, die sich vor dem expansiven Islam im 16. Jahrhundert auf die kleine Insel flüchtete. Regionale Fürsten kultivierten weiterhin Architektur, Malerei, Musik und Tanz. Bali hat sich von der Umwelt genommen, was nützlich erschien. Aber man bleibt mit Stolz bei dem, was heilig ist, nämlich beim Hinduismus. Mitten im größten muslimischen Land der Erde, in Indonesien, hat sich diese Exklave erhalten.
Tempelfeste mit einem Klangteppich Alle 210 Tage findet ein Odalan - ein Tempelfest - statt, das bis zu einer Woche dauern kann. Höhepunkt sind die Auftritte der Tänzer und Tänzerinnen. Der Legong wird von den Mädchen in königlicher Haltung getanzt, der Klangteppich eines Gamelang-Orchesters verbreitet unvergesslichen Sound, der aus Metallophonen kommt, und die jungen Männer zelebrieren den Baris-Tanz oder den Janger. Und in jedem dieser Mythentänze spiegelt sich das ewige Kräftemessen zwischen Gut und Böse, die Wiederherstellung des Gleichgewichts oder kosmischen Ordnungsprinzips.
Besucher waren immer schon bei den balinesischen Festen willkommen und dürfen bei Hahnenkämpfen, Hochzeiten und Zahnfeilungszeremonien, sogar Leichenverbrennungen zusehen.
Natürlich ist der Muttertempel Pura Besakih am Fuße des höchsten Vulkans Gunung Agung, ein Dreitausender, beeindruckend, weil er das zentrale Heiligtum ist, in dem alle Dorfgemeinschaften, jedes Fürstengeschlecht, jede bedeutende Sippe und alle Zünfte vertreten sind.
Am Ufer des Bratan-Sees steht der Tempel der Seegöttin Devi Danu, Ziel unzähliger Pilgerinnen. Bei Bangli liegt der angeblich zweitschönste Tempel, Pura Kehen, aus dem 13. Jahrhundert. In einem seiner drei Höfe steht ein riesiger Banya-Baum, die Treppenaufgänge sind von Steinfiguren flankiert und in der Ummauerung des Tempelhofs ist chinesisches und holländisches Porzellan eingelegt. Der Dschungeltempel Pura Luhur Batukan zählt zu den sechs Nationalheiligtümern der Balinesen, der Liebestempel Tanah Lot bei Sonnenuntergang prangt auf allen Prospekten.

Reis, das edle Süßgras ist eine Gabe der Götter und wird auf Bali bis zu drei Mal im Jahr geerntet. Doch dieser Ernte gehen unzählige Prozeduren auf den Terrassenfeldern voran. Die kleinen jungen Pflanzen müssen mehrmals umgesetzt werden. Wenn sie angewachsen sind, wird das Wasser abgelassen und zurück bleibt Schlamm. Reif und ockerfarben wird der Reis im Trockenen. All seine Schattierungen, alle Grün- und Gelbtöne sind eine Augenweide. Die Erhaltung dieser Landwirtschaft ist nur im Kollektiv möglich. Daher spielt in jedem Dorf die Subak, die Reisbau-Genossenschaft, eine wichtige Rolle.
Ein Tempel schöner als der anderEin anderes optisches Angebot sind die Auslegerboote an den flachen Küsten - am südlichen Ende Balis gibt es übrigens nur Steilküste und Affen, vom üblichen Tempel abgesehen (UluWatu).
Wer kommod in Sanur Beach oder Nusa Dua sitzen bleibt, dem wird das urtümliche, das eigentliche Bali entgehen, wo Kaffeebohnen am Straßenrand getrocknet werden, wo Nelken und Tabak gedeihen. Wo sich Jung und Alt beim Wäschewaschen und der Körperpflege an Flüssen trifft, wo Leguane über den Weg laufen - so ein fetter Brocken ergibt ein gutes "Sate", ein Fleischspießchen.
Manche Balinesen warten, bis die Geckos abends von den Bäumen herunterkommen, um Fliegen zu fangen. Dann werden die wie Froschschenkel schmeckenden Tiere blitzschnell aufgespießt.
Elefantengrotte und Wald der Affen Es stimmt auch, dass es in Bali eine Hundeplage gibt. Nichts sei schlimmer, als auf Bali zu sterben, sagt der indonesische Volksmund, denn dann könnte man als Hund wiedergeboren werden. Und das will niemand.
Beim ersten Besuch auf Bali gab es die Elefantengrotte Goa Gajah in himmlischer Umgebung stressfrei und sehr aufgelockert zu besuchen. Auch in der Fledermaushöhle Goa Lawah von Kusamba war es - vom ständigen Geflatter abgesehen - sehr ruhig. Auf Tanah Lot sind wir bei Ebbe ganz allein auf den Klippen spazieren gegangen und haben in der Nähe auch eine Höhle mit Seeschlangen entdeckt. In den Wald der Affen haben wir hineingeschaut, und es waren viel mehr Affen da als Touristen. Heute ist es umgekehrt, und das Besuchsprogramm hat sich um den Rimba-Reptilpark und den Vogelpark Taman Buruing mit 1000 Vogelarten in Singapadu erweitert. Einst haben sich in den Flussläufen hauptsächlich Wasserbüffel gesuhlt, heute wird dort Wildwasserrafting angeboten.
In unserer Zeit geht es nicht mehr ohne Tauch-Terminals und Boote mit Glasboden, aber man erinnert sich noch an selige Schnorchelzeiten an den Korallenbänken in Lovina Beach. Heute kann man die täglichen Busse zu den heißen Quellen nach Banjar nicht mehr zählen. Die Quellen in Toya Bungkah am Westufer des Batur-Sees sind auch sehr frequentiert. Gleich schmecken gottlob immer noch die Nelkenzigaretten der Einheimischen und der picksüße "grape wine", der auf Lava so gut gedeiht. Die schwarzen Strände der Ostküste wird es immer geben. Auch hier der Dualismus: Vulkane können vernichten und auch Gutes bringen. Für die Bewahrung des Gleichgewichts sei den Göttern gedankt und den Figuren vor den Tempeln, die in schwarz-weiß karierte Tücher gehüllt sind. Das Muster ist ein Zeichen für das Gute und Böse im Menschen.
INFO BALI Veranstalter U. a. bietet Kneissl Touristik eine 15-tägige Pauschalreise vom 8. bis 22. 7. 2006 inkl. Flug ab Salzburg, Taxen, Dreisternehotels mit HP, allen Eintritten und qualifizierter Reiseleitung um 1980 Euro. Buchungen und Infos bei Kneissl Touristik Salzburg, Linzer Gasse 33, Tel. 0662/877070, oder www.kneissltouristik.at;Jahn Reisen (Tel. 01/58955) fliegt von Wien und München nach Frankfurt (Austrian) und von dort mit Singapore Airlines nach Denpasar.
Klima Beste Reisezeit ist von April bis Oktober (trocken und kühler), von November bis März ist es feucht und heiß.
Gesundheit Keine Impfungen vorgeschrieben, empfohlen werden Prophylaxe gegen Hepatitis A + B, Malaria, Typhus, Diphtherie, Tetanus und Polio.
Währung Ein Euro ist ca. 12.500 indonesische Rupiah.
Autor/in: MARIA GORNIKIEWICZ
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