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Das Tongariro Crossing ist die bekannteste eintägige Wanderung auf der Nordinsel Neuseelands. Einige Vulkane in diesem Gebiet sind immer noch aktiv und machen die Tour zum Abenteuer.
Über 90 km/h Windstärke bei einer Temperatur von nicht mehr als sechs bis sieben Grad Celsius. Dazu kommt leichter Eisregen, der sich wie Nadelstiche auf der Haut anfühlt. Auch von dieser Seite kann sich der Tongariro- Nationalpark zeigen. Der Lohn dafür, dem Wetter getrotzt zu haben, sind unvergessliche Eindrücke.
Der Nationalpark befindet sich im Zentrum der Nordinsel Neuseelands. Den Kern bilden drei markante, aktive Vulkane: Mount Tongariro, Mount Ngauruhoe und Mount Ruapehu, die drei höchsten Erhebungen der Nordinsel.
Die Wanderung durch das Tongariro Crossing ist die bekannteste eintägige Tour in Neuseeland. Sie führt durch eine teils bizarr anmutende Mondlandschaft. Anfangs führt der Pfad durch trockene Graslandschaften, steigt dann stark an und die Gegend wird karg, sogar einzelne Lavaströme sind sichtbar. Ist der Anstieg geschafft, befindet sich der Wanderer im Zentralkrater - und hat das Gefühl, auf brodelnder Erde zu stehen.
In dem Moment, wo man glaubt, von nichts mehr überrascht werden zu können, fällt der Blick hinunter zu den Emerald Lakes - smaragdgrünen Seen, gesäumt von warmen Dampfwolken, die aus der Erde aufsteigen.
Neben der eintägigen Wanderung im Park bietet sich auch die Möglichkeit längerer, mehrtägiger Touren, wie zum Beispiel des Northern Circuits, einer Tour rund um Mount Ngauruhoe.
Eine noch längere Wanderung umkreist Mount Ruapehu. Der Pfad führt über steile Hänge, überquert Bäche und eine Schlucht - mit ständigem Blick auf den mächtigsten der drei Vulkane. Warnschilder weisen darauf hin, dass man sich im Moment in einem Gebiet mit starker vulkanischer Aktivität befinde, zügig weitergehen und keine Pausen machen sollte.
Im Krater von Mount Ruapehu befindet sich nämlich ein sich ständig verändernder See. Lava und Gletscher haben sich zu diesem seltenen, aktiven Kratersee vereint. Der Gletscher schmilzt durch die ständige Aktivität des Vulkans ab und der See wird dadurch immer größer. Somit ist das Fassungsvermögen des Kraters irgendwann überstiegen, der Damm bricht und das Wasser-Schlamm-Gemisch donnert durch die besagte Schlucht. Das Wandern im Tongariro-Nationalpark wird somit zum Abenteuer.
Weltnatur- und-kulturerbe
Die UNESCO erklärte den Tongariro-Nationalpark mit seinen drei Giganten 1991 zum Weltnaturerbe, zwei Jahre darauf zusätzlich zum Weltkulturerbe. Zu Recht, denn die Landschaft ist einzigartig und könnte gegensätzlicher nicht sein. Dem lieblichen Wasserfall der Soda Springs mit seinem klaren Wasser, das über bemooste Steine plätschert, stehen nur ein kurzes Stück weiter schroffe Felsen gegenüber.
Mount Ruapehu, mit 2797 Metern der größte der drei Vulkane, schleudert regelmäßig Aschewolken und Dampf zum Himmel. Die letzte Eruption gab es 1996 und hüllte die Gegend in dunkles Grau.
Die vulkanische Aktivität von Tongariro, Ngauruhoe und Ruapehu begann vor ungefähr zwei Millionen Jahren und ist bis heute nicht erloschen. Mount Ruapehu und Mount Ngauruhoe zählen zu den aktivsten Vulkanen der Welt.
Die drei Berge sind nicht nur geologisch interessant, sondern auch ein wichtiger Teil der Geschichte der Maori. Häuptlinge und Priester dieses Volkes wurden an den Berghängen der heiligen Berge im Tongariro-Nationalpark begraben.

Überlieferungen zufolge geriet einer der Vorfahren der Maori, Ngatoroirangi, bei der Erkundung des Gebietes des jetzigen Tongariro-Nationalparks in Lebensgefahr. Er rief seine Schwestern von seiner pazifischen Heimatinsel Hawaiiki, ihm das Feuer zu bringen, um seinen Anspruch auf das Gebiet zu festigen. So kam der Sage nach das Feuer und hinterließ eine Vielzahl vulkanischer Öffnungen auf der Nordinsel, bevor es die Hänge des Tongariro-Nationalparks erreichte.
Da das Gebiet um die drei Vulkanberge für die Maori von großer Bedeutung war, übergab Häuptling Horonuku Te Heuheu Tukino im Jahr 1887 den 26,4 Quadratkilometer großen Kern des heutigen Nationalparks, der im Gesamten 796 Quadratkilometer umfasst, an die britische Krone mit den Worten: "Schützt unser heiliges Land vor Zerstörung."
Die Maori befürchteten ein Vordringen der Siedler und Holzfäller und damit den Verlust ihres Lebensraums. Somit ist der Tongariro-Nationalpark der älteste Neuseelands, der zweitälteste der Erde und bildet den größten Teil der zentralen Hochebene der Nordinsel. Heute ist das Department of Conservation für die Verwaltung und den Schutz zuständig.
Die Maori, als Ureinwohner Neuseelands im Gegensatz zu den australischen Aborigines nie von den eingewanderten Siedlern im Kampf besiegt, wurden schließlich durch Betrug um ihr Land gebracht: Sie unterzeichneten einen in ihrer Landessprache aufgesetzten Vertrag, der allerdings stark von der englischen Version abwich. Das Resultat ist ein auch heute noch gespanntes Verhältnis zwischen Maori und den Einwanderern.
Feuer, Wasser und Eis verschmelzen im Tongariro-Nationalpark zu einem wahrhaften Weltnaturerbe.
INFO NEUSEELAND Veranstalter Alle großen Veranstalter haben Neuseeland-Specials in ihren Programmen. Info und Buchung im Reisebüro.
Klima Das Klima auf North Island ist subtropisch mit minimalen Temperaturunterschieden. Gemäßigtes Klima mit kalten Wintern (Juni bis September) und Schneefällen in den Höhenlagen auf South Island. Niederschläge ganzjährig.
Währung 1 Neuseeländischer Dollar = 100 Cents. Währungskürzel: NZ$, NZD (ISO-Code). Banknoten gibt es im Wert von 100, 50, 20, 10 und 5 NZ$. Münzen sind im Wert von 2 und 1 NZ$ sowie 50, 20, 10 und 5 Cents im Umlauf.
Visum Österreichische Staatsbürger brauchen für einen Aufenthalt bis zu drei Monaten kein Visum. Für längere Aufenthalte muss ein Besuchervisum beantragt werden.
Autor/in: ELISABETH KASERER
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