|
Eine Tour durch den Osten der Republik Südafrika ist durch Wildbeobachtungen und eine Besteigung der Drakensberge sehr abwechslungsreich.
Das Geheule der Hyänen war nicht mehr zu ertragen. Ein Rudel dieser nachtaktiven Räuber musste es sich wohl seit einiger Zeit in der Nähe unseres Camps gemütlich gemacht haben. Für einige Tage hatten wir im Skukuza Camp, das sich im südlichen Drittel des Kruger Nationalparks befindet, Quartier bezogen. Die Rundhütten, die für maximal drei Personen konzipiert waren und es an nichts fehlen ließen, standen äußerlich mit der Naturlandschaft im Einklang.
Seit 1927 ist dieser Nationalpark, der sich wie ein schmales Band im Nordosten Südafrikas an den Grenzen zu Simbabwe und Mosambik erstreckt, für die Öffentlichkeit zugängig gemacht. Von den Veranstaltern vor Ort ist man sehr bemüht, die Vielfalt der Tierwelt dem Gast näher zu bringen. Die Weitläufigkeit des Terrains und die große Anzahl an vorhandenen Wasserstellen führt allerdings zu keiner örtlichen Konzentration der Wildtiere, so dass das Aufspüren derselben oft zu einem Lotteriespiel werden kann, doch mit etwas Glück kann man die "Big Five" (Elefant, Nashorn, Büffel, Leopard und Löwe) vor die Linse bekommen.
Wesentlich kommerzieller und professioneller geht es in den privaten Reservaten mit ihren Game Lodges zu. Dabei handelt es sich um luxuriös gestylte Chalets, die exklusiven Service mit dem Gefühl von "Out of Africa" verbinden. Die Preise für eine Nächtigung inklusive 100%-iger "Big-Five-Garantie" bewegen sich etwa zwischen 200 und 1500 Euro.
Die Große Randstufe im Südwesten des Kruger Nationalparks erreicht in den nördlichen Drakensbergen, im über 3200 Metern hohen Mont-aux-Sources, die größte Höhe. Von Bergville, einem winzigen Ort an der Nordostseite Lesothos, gelangt man unschwer in den Royal Natal National Park, von wo aus eine Besteigung möglich wird. Völlig unerwartet hat man es hier mit annähernd hochalpinen Voraussetzungen zu tun. Goldgelb bis rötlich gefärbte Steppengräser bedecken die Hänge bis zu den Felsansätzen. Immer wieder bieten sich fantastische Aussichten auf das im Osten vorgelagerte Lowveld, aus dem sich die Mauer der Drakensberge wie ein gewaltiger Wulst erhebt. Über eine senkrecht 30 Metern nach oben führende Eisenleiter erreicht man problemlos das Hochplateau. Hartgräsern folgend, die das noch schmale Rinnsal der hier entspringenden Tugela umgeben, nähert man sich der gegenüberliegenden Seite der Plateaukante, die Einblick in die Komplexität dieses Gebirgstockes gewährt. Jähe Abbrüche öffnen sich zum Lowveld und zwingen die Tugela des Öfteren, ihre Wassermassen dem freien Fall anzuvertrauen. Einige Aufschwünge müssen anschließend noch passiert werden, ehe man auf dem Dach Südafrikas steht und durch ein grandioses Panorama für all die Mühen des Aufstiegs entschädigt wird.

Wenn nach einem mehrtägigen Gebirgsaufenthalt eine Besichtigung Durbans, der zweitgrößten Stadt des Landes, angesagt ist, wird man sicherlich mit stark kontrastierenden Eindrücken konfrontiert. Die Stadt hat nämlich eine ungeheure Entwicklung vom kleinen, unscheinbaren Fischerdorf zum Welthafen hinter sich gebracht.
Kilometerlange Hafenanlagen im Süden der Vorzeigestadt Südafrikas dienen allein der Verladung von Agrarprodukten wie Zucker, Mais bzw. Früchten. "Big Easy", wie Durban gerne bezeichnet wird, verdankt viel seines rasanten Aufstiegs der Klimagunst am Indischen Ozean. Randtropische Bedingungen in Verbindung mit der warmen Agulhas-Strömung machen es zum Miami Südafrikas.
Natürlich darf hier auch eine Goldene Meile nicht fehlen, eine Strandzone, in der es faktisch rund um die Uhr Action gibt. Weit draußen angebrachte Hainetze sorgen für eine gefahrlose Ausübung verschiedenster Wassersportarten. Von den in Abständen ins Meer hinaus führenden Piers gewinnt man eine großartige Übersicht über die gesamte Waterfront, die stadteinwärts durch Hotelburgen einen hermetischen Abschluss findet.
Bei einem ca. 15-prozentigen indigenen Bevölkerungsanteil darf es nicht verwundern, wenn man zeitweise eher meint, auf dem indischen Subkontinent zu weilen als in Südafrika. Mit der Errichtung ausgedehnter Zuckerrohrplantagen im Umfeld von Durban um die Mitte des 19. Jahrhunderts war man bemüht, für die schweren Erntearbeiten Inder zu gewinnen. Nach dem Auslaufen der Verträge war es den arbeitswilligen Indern freigestellt, entweder in ihre Heimat zurückzukehren oder zu bleiben und sich mit einer bescheidenen Landzuweisung zu begnügen. Die Mehrheit entschloss sich, auf Grund der besseren Lebensbedingungen zu bleiben.
Eine stürmische See und tief herab hängende Wolken empfingen uns in Storms River Mouth, dem Zentrum des Tsitsikama Nationalparks westlich von Port Elizabeth. Die Begehung des 42 Kilometer langen Otter Trails musste leider ein Wunschtraum bleiben, denn für dieses fünf Tage lange Steilküstentrekking waren leider keine Permits mehr zu erlangen. Unsere Enttäuschung war groß, zu sehr hatten wir uns bereits auf die zeitweise wilden Kletterpassagen, die traumhaft schönen Badestrände und die erlebnisgespickten Flussüberquerungen, die zu erwarten waren, eingestellt.
Neben Trittsicherheit und Ausdauer für sechs- bis achtstündige Wanderungen pro Tag ist auch die Bereitschaft gefordert, unter einfachsten Bedingungen zu nächtigen.
Zuerst geht es durch dichteste Fynbos-Vegetation, die an die Pflanzenwelt des Mittelmeerraumes erinnert, mit zunehmender Höhe durchwandert man geschlossene Wälder von uraltem Baumbestand. Bald jedoch beginnt sich der Vegetationstunnel zu lichten und in einen felsigen Strandabschnitt überzugehen. Auf den stark erodierten Klippen, immer in Spritzkontakt mit den anrollenden Brechern, erreicht man relativ bald bei einem malerisch gelegenen Wasserfall den Endpunkt der zulässigen Tour.
Für die spezielle Draufgabe sorgt des Öfteren dann das Meer, wenn es einige Riesensäuger in Sichtnähe bringt, die sich mit den für Wale signifikanten Bewegungsabläufen wie dem Sailing, Breaching oder Lobtailing präsentieren.
INFO SÜDAFRIKA Veranstalter Kneissl Touristik bietet im neuen Katalog "Afrika 2006" eine große Auswahl an Studien-Erlebnis-Reisen mit österreichischer Reiseleitung im Land am Kap an, z. B. eine 16-tägige Reise "Höhepunkte Südafrikas", eine elftägige Reise "Naturwunder Südafrikas" und eine große 20-tägige Südafrika-Rundreise. Auskünfte und Buchung: Kneissl Touristik, Tel. 07245/20700, 0662/877070 oder unter www.kneissltouristik.at.
Währung Währung ist der Rand (ZAR). Ein Rand besteht aus einhundert Cents. Es gibt Noten in verschiedenen Farben zu R10, R20, R50, R100 und R200.
Klima Dezember und Jänner sind die Sommermonate, im Juli bis September herrscht Winter. Im Winter kann es tiefere Temperaturen und auf den Bergen sogar Schnee geben. Südafrika eignet sich das ganze Jahr über als Reiseziel.
Autor/in: HEIMFRIED MITTENDORFER
© SN
|