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Die Strände der kleinen Insel Koh Samet vor der thailändischen Ostküste erstrahlen in reinem Weiß. Im Vergleich zu den bekannten Touristeninseln Südthailands kann Koh Samet als Geheimtipp bezeichnet werden.
Der Sohn des Königs Sudas, Phra Aphai Mani, wird zusammen mit seinem Bruder wegen Ungehorsams vom Hof verbannt. Er lernt die magische Flöte zu spielen, fällt in die Hände eines weiblichen Riesen und kann nur mit Hilfe einer hübschen Meerjungfrau entkommen.
Titiphan Chovat erzählt in gebrochenem Englisch die Geschichte von Phra Aphai Mani, ein Epos des wohl bekanntesten thailändischen Schriftstellers Sunthorn Phu (1786-1855). Man sagt, Koh Samet sei Schauplatz dieser sagenhaften Geschichte gewesen. Statuen der Meerjungfrau und des Prinzen mit der verzauberten Flöte finden sich an vielen Plätzen der Insel.
Titiphan Chovat verbringt schon ihr ganzes Leben auf der zehn Kilometer langen und maximal zwei Kilometer breiten Insel. Wie viele der einheimischen Bewohnerinnen verdient sie ihr Geld mit der Kunst des "Körperzwirbelns". Keine tastenden, warmen Hände, sondern energische Tritte in den Rücken, kraftvolle Griffe, von bedenklichen Knackgeräuschen begleitete Verrenkungen zeichnen die berühmte Heilmassage der Thai aus. Zum Schluss die Kopfmassage, die im Vergleich zur vorherigen Behandlung fast zärtlich anmutet.
Man fühlt sich wie neugeboren, von allen Lasten befreit, und kann lange nicht mehr aufhören zu lächeln. Das große Angebot dieser traditionellen Massage an den Stränden von Koh Samet ist für Touristen ein Segen. Die einstündige Massage kostet gerade einmal 200 Baht, umgerechnet etwa vier Euro.

Namensgebend für das T-förmige Eiland war der Samet-Baum, dessen strahlend weiße Blüten an die Strände der Insel erinnern. Mit den umliegenden Gewässern ist Koh Samet Bestandteil eines 131 Quadratkilometer großen Nationalparks. Ihr Reiz liegt in ihren paradiesischen Landschaften: Palmengesäumte Sandstrände, ein tiefes, kraftvolles Meer und eine Wand unberührter Dschungelwälder mit einer vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt.
Zum Schutz und Erhalt dieser Pracht muss bei Eintritt in das Nationalparkgelände eine Gebühr von 200 Baht pro Erwachsenem und 100 Baht pro Kind entrichtet werden. Achtung: Auf der Insel gibt es keine Möglichkeit, Geld abzuheben!
Mit der Bezahlung dieses Wegezolls signiert man praktisch ein ungeschriebenes Touristengesetz: "Wir lassen nichts zurück außer unseren Fußabdrücken, wir nehmen nichts mit außer unseren Erinnerungen."
Damit der Pakt auch nicht in Vergessenheit gerät, sind zahlreiche Hinweisschilder mit der Inschrift "Make it last" - lasst es bestehen - auf der Insel verstreut.
Schuhe sind auf der Insel überflüssig Auf Koh Samet selbst gibt es trotz des eigentlichen Bauverbots im Nationalpark eine Reihe von Hotels, kleinen Bars und idyllischen Strandrestaurants. Am Haad Sai Kaew, dem schönsten Strand der Insel, bietet sich abends ein romantisches Bild: Überdimensionierte Teppiche, bunte Kissen und ein Meer aus Fackeln und Kerzen säumen die 800 Meter lange Strandpromenade. Schuhe sind für die meiste Zeit auf der weißsandigen Insel überflüssig.
Gegessen wird im Schneidersitz oder liegend. Und essen kann man überall. An den Straßen, in Seitengassen, in einfachen oder extravaganteren Restaurants, wie dem im Meer gelegenen Mook-Samet- Restaurant. Allein die Überfahrt dorthin ist einen Besuch wert. Ein Seil verbindet das Restaurant mit dem Festland. Wer die bodenlosen Tische des Restaurants sehen will, muss vorab ein Zweiminutenabenteuer in Kauf nehmen, bei dem das kleine Transferfloß am Seil entlang zum Steg gezogen wird.
Das Essen unterscheidet sich im Wesentlichen nicht von dem der zahlreichen Strandrestaurants. Doch es ist ein Erlebnis, frische Meeresfrüchte zu genießen, während die Beine knapp zwei Meter frei über dem tiefblauen Meer baumeln. Wer den Nervenkitzel noch steigern möchte, wagt sich an die berüchtigt scharfen Spezialitäten der Speisekarte. Ein Erlebnis für die Sinne, das mit einem Besuch der zum Mook-Samet-Restaurant dazugehörigen Fischfarm einen gebührenden Ausklang findet.
Koh Samet ist kompakt genug, um es an einem Tag zu umrunden, vielseitig genug, um in zwei Wochen noch nicht satt der Schönheit zu sein und nah genug an Bangkok, um auch noch Metropolenimpressionen mit nach Hause zu nehmen. Koh Samet ist tausend Bilder stark.
Info Thailand Veranstalter Jumbo Touristik bietet auf Koh Samet und dem benachbarten Koh Chang derzeit sechs Hotelanlagen der Drei- bis Viereinhalb-Sterne-Kategorie an. Das Ausflugs- und Aktivitätenprogramm reicht vom Elefantenritt und der Besichtigung der Brücke über den River Kwai bis zu einer Bootsfahrt durch das ursprüngliche Thailand zu den schwimmenden Märkten von Damnoen Saduak.
Währung 1 Euro = ca. 50 thailändische Baht
Klima Auf Grund der geschützten Lage im Golf von Siam kann man Koh Samet ganzjährig bereisen, wobei in den Monaten August bis Mitte Oktober mit kurzen, tropischen Regenschauern zu rechnen ist. Lufttemperatur konstant zwischen 27 und 33 Grad Celsius.
Autor/in: CHRISTINA EDER
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