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Reiseberichte

Abenteuer im Paradies
2. Juli 2005
Sri Lanka und die Malediven sind Nachbarn, die sich perfekt ergänzen. Das ehemalige Ceylon ist reich an Naturschauspielen und Kulturgütern. Die Malediven sind ein Strandparadies auf Erden zum Ausspannen.

Elefanten. Auf Sri Lanka sind die Dickhäuter allgegenwärtig. Nicht nur als beliebtes Motiv im Souvenir-Handel, auch leibhaftig sind die grauen Riesen zahlreich anzutreffen.

2500 Elefanten sollen auf Sri Lanka noch in freier Wildbahn leben. Im Yala Nationalpark im Süden der Insel stehen die Chancen gut, einen echten Bullen zu sehen. Aus respektablem Abstand, versteht sich. Nicht einmal die barfuß laufenden Naturburschen, die Safaris durch den Park führen, wollen einem Elefanten zu nahe kommen.  Die zahlreichen Beulen in den Safari-Jeeps zeugen von heftigen Zusammenstößen mit den „Dumbos“.

Sonnenaufgang auf dem heiligen Berg

Ganz lieb dagegen sind die 60 Dickhäuter, die im Waisenhaus von Penawella umsorgt werden. Sie werden zum täglichen Bad an den Fluss geführt, mit reichlich Grünzeug versorgt – ein Elefant verdrückt 180 Kilo  am Tag – und die Babys mit der Milchflasche groß gezogen. Für ein paar Rupis können Besucher Mangos und Bananen kaufen und die Tiere füttern.

Warnung: Der Rüssel eines Elefanten scheint ein Eigenleben zu führen. Die Wendigkeit und Schnelligkeit überrascht. Ein Elefantenrüssel sucht sich, wenn nötig mit akrobatischen Verdrehungen, zielgenau das, was ihm am liebsten ist: süße Früchte.

Kein Wunder also, dass die meisten Ahnungslosen zuerst einmal erschrocken zurückweichen, wenn urplötzlich zwei riesige Nasenlöcher auftauchen. Natur pur. Wer Abenteuer und sportliche Herausforderung sucht, ist auf dem ehemaligen Ceylon richtig. Wer nicht nur faul am Strand herumliegen will, sondern das Landesinnere erkundet, wird reichlich belohnt. Etwa beim Aufstieg auf den Adam’s Peak.

Der über 2000 Meter hohe Berg im zentralen Süden gilt als heilig. Er wird als gigantischer Fußabdruck Buddhas verehrt. Etwa zwei Stunden dauert der Aufstieg über 4800 Stufen, die steil nach oben führen.

Auf dem Gipfel wartet eine besondere Belohnung: ein unvergesslicher Sonnenaufgang. Der Adam’s Peak wirft zu Tagesanbruch seinen eigenen Schatten, der in Form einer perfekten Pyramide erscheint. Ein  traumhaftes Naturschauspiel.

Weniger anstrengend aber nicht minder spannend ist eine Wanderung auf den Felsen von Sigirya, genannt auch die „Himmelsburg“. 200 Meter hoch ist die imposante Felsformation, die wie aus dem Nichts aus einer weiten Ebene in die Höhe ragt. Ein königliches Familiendrama, das sich im fünften Jahrhundert ereignete, liegt dem Bau zu Grunde. Die Geschichte ist brutal: Sohn stürzt Vater vom Thron und lässt ihn bei lebendigem Leib einmauern. Aus Angst vor Rache sucht der neue König auf dem gigantischen Felsen Zuflucht und lässt sich einen Palast zwischen Himmel und Erde bauen. Wassergärten, Felsenhöhlen, riesige Löwenpranken und Freskenmalereien zeugen noch heute von der königlichen Anlage.

Für Diskussionen sorgen nach wie vor die „Wolkenmädchen“: Neun Stück der erotischen Frauenbilder mitten im Fels sind erhalten geblieben. Die Darstellungen lassen nicht eindeutig klären, ob die Damen Blusen getragen haben oder nicht. Wie auch immer. Erlebnisse in Kultur und Natur gibt es auf Sri Lanka reichlich. Allein die Auswahl fällt schwer. Soll man noch auf Edelsteinsuche nach Ratnapurna? Oder doch lieber in die immergrünen, sanften Tee-Plantagen des alten Ceylon? Wie wär’s mit einer Zugfahrt durchs Hochland, einer Ayurveda-Behandlung  oder einem Surf-Ausflug an den Strand?

Apropos Meer: Die Malediven sind von Sri Lanka aus in nur einer Flugstunde zu erreichen. Das Strandparadies auf Erden ist der perfekte Platz zum Ausspannen und Faulenzen: Bungalow am Meer, weißer Sandstrand, türkisfarbenes Wasser soweit das Auge reicht. Die Schuhe können im Koffer bleiben. Selbst die Piloten der Wasserflugzeuge, die einen raschen Transfer zu den entlegensten Inseln sichern, sind barfuß unterwegs. „No Shoes – no loose“: Keine Schuhe – keine Gefahr, sie zu verlieren.

Malediven: Paradies zum Untertauchen

Zum Nichtstun gezwungen wird auf den Malediven freilich niemand. Allein schon das Meer bietet reichlich  Möglichkeiten, sich sportlich auszutoben.  Wer etwa schon immer mit dem Gedanken gespielt hat, das Tauchen zu lernen, wird sich den bunten Fischen im Indischen Ozean nicht entziehen können. Wie man weiß, taucht auch Österreichs Finanzminister gerne auf den Malediven unter.

199 Inseln sind bewohnt, 87 davon für den Tourismus erschlossen. Pro Insel gibt es jeweils nur ein Ressort, ausgestattet mit eigener Klär- und Entsalzungsanlage. Die Standards reichen von einfach über gehobene Vier- und Fünf-Sterne-Kategorie bis hin bis zum allerhöchsten Luxus.

Erst Anfang Mai eröffnete die „One & Only“-Luxushotelkette auf der Insel Reethi Rah im Male-Atoll  eine Sechs-Sterne-Anlage. Die Strandvillen und Restaurants sind ein Fall für ein Design-Fachmagazin: Harmonie in Perfektion.

Wer einen besonderen Urlaub machen will, etwa frisch Vermählte, sind auf Reethi Rah goldrichtig. Menschen mit richtig viel  Geld können für eine Party  auch die ganze Insel mit seinen 130 Villen mieten. Kostenpunkt für eine Woche: eine Million US–Dollar, Champagner inklusive.

INFO SRI LANKA UND MALEDIVEN
Sri Lanka
Die Tropeninsel liegt an der Südspitze des indischen Subkontinents und ist etwa so groß wie Bayern.  Es sind 15 Nationalparks und über 70 Naturschutzgebiete ausgewiesen. Seit 1948 ist die zuletzt britische Kolonie  unabhängig.  70 Prozent der Bevölkerung sind Buddhisten, der Rest Hindus, Moslems und Katholiken. Monsunwinde und das Gebirge als Regenscheide teilen das Land in zwei verschiedene Klimazonen: den feuchten Südwesten und den trockeneren Nordosten. Ein Schirm ist in Sri Lanka nie verkehrt – sei es als Sonnenschutz oder als Regendach. Temperatur im Jahresdurchschnitt: 30 Grad.

Malediven
Der Inselstaat  besteht aus 26 Atollen und erstreckt sich über 770 km (Nord-Süd) im Indischen Ozean. Hauptatoll ist das Nord-Male-Atoll. Staatsreligion ist der Islam. Ganzjährig herrschen gleichmäßige Temperaturen von 28 bis 33 Grad. 

Flüge
Mit Lauda-Air ab Wien direkt nach Colombo und Male (derzeit  einmal, ab November zwei Mal die Woche). Preisbeispiel für 6-Sterne-Luxusinsel  Reethi Rah (Abflüge 31. Juli bis 16. Oktober): 2 Wochen Beach-Villa ab 3660 Euro.
Buchungen: bei Gulet und Tui.

 

diese seite | 01.07.2005 | 12:36

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