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Entdeckungen an der Großen Seidenstraße: "Böser Blick" und böse Geister machen den Usbeken zu schaffen. Bauwerke werden seit altersher dagegen geschützt.
Mit Balken und Pfählen, auf denen sich die Geister niederlassen sollen, ohne den Hausbewohnern Unheil zu bringen. Das passt genau zu den märchenhaften Städten aus Tausendundeiner Nacht.
Chiwa, die Ehrwürdige. Die Oasenstadt am Rande der Karakumwüste ist der wohl am ursprünglichsten erhaltene Ort an der Seidenstraße. Weder Hochhäuser noch Industrieanlagen versperren den neugierigen Blick auf 2500-jährige Historie.
Hat der Reisende die neueren Stadtteile durchquert und steht er vor der dickbäuchigen Stadtmauer mit ihren mächtigen Toren und Bastionen aus Lehmziegeln, glaubt er sich in eine andere Welt versetzt. Blaugrün schillernde Paläste, Moscheen und Medresen - ehemals religiöse Hochschulen - mit prächtigen Majolikverkleidungen, schlank aufragende Minarette, kunstvoll mit gläsernen Kacheln verzierte Mausoleen und Karawansereien mit einzigartigen Holzschnitzereien säumen auf engstem Raum die schmalen Gassen. Blickfang ist immer wieder das unvollendete Kalta Minor, das Kurze Minarett. In bunten Farben leuchtend erreicht es mit einem Durchmesser von 14 Metern gerade mal die doppelte Höhe. Die Mär dazu: Der Meister baute es nicht höher, weil er dem Emir von nebenan ein größeres zugesagt hatte.

Rund um das Kalta Minor pulsiert auch heute das Leben wie in alten Zeiten: Auf dem Basar wird gehandelt und gefeilscht. In ehemaligen Koranschulen entdecken Schulklassen die Geschichte ihres Landes. Und in der früheren Residenz des Khans lassen sich Brautpaare fürs Familienalbum fotografieren.
Buchara, die Edle. Mitten in der Wüste Kizilkum gelegen, umgeben von weiten Baumwollfeldern und Obstplantagen, weist die Stadt rund 1000 Baudenkmäler aus, die an die Glanzzeiten der Großen Seidenstraße erinnern. Fremdländische Gewürze, Pelze und vor allem Seidenstoffe wurden damals in den Karawansereien gelagert und umgeschlagen.
Davob sind in Buchara neben zahlreichen Prachtbauten in allen Ecken der verwinkelten Altstadt drei von ehemals fünf Handelsgewölben aus dem 16. Jahrhundert zu sehen: die der Juweliere, der Hut- und Mützenmacher und der Geldwechsler. In ihnen gab es jeweils bis zu 30 Geschäfte und Arbeitsstätten mit dem regen, bunten Treiben des Orients. Noch heute ist hier alte Handwerkskunst zu Hause. Da wird gehämmert und geschnitzt, gedrechselt und gewebt, und nebenbei manche Tasse Tee getrunken.
Einst wachte mit harter Hand der Emir von Buchara über die Handelseinnahmen, der unweit im Ark, der städtischen Festung, seine Residenz hatte. Gab es Unbotmäßige, folgten Hinrichtungen. In der Festungsmauer ist noch jetzt der Erker zu sehen, wo der Khan seine Urteile verkündete und überwachte. Geblieben ist auch im nahen Umland von Buchara der sehenswerte Sommerpalast des letzten regierenden Emirs, der 1920 vor Aufständischen und der Roten Armee fluchtartig das Land in Richtung Kabul verließ.
Samarkand, die Glanzvolle. Was wäre sie ohne ihren Registan? An den Außenseiten ist der großräumige "Sandplatz" - so übersetzt - von drei mächtigen Medresen mit ihren geruhsamen Innenhöfen umgeben, wo heute die Souvenirverkäufer den Platz der Koranschüler einnehmen. Beeindruckend in Verzierung und Farben sind die riesigen Prunkportale, die allesamt aufeinander ausgerichtet und von schlanken Minaretten gesäumt sind.
Farbenprächtige Mosaiken und Ornamente als Wandschmuck versetzen den Betrachter in eine Traumwelt. Im Hintergrund glitzern die Kuppeln der Moscheen wie in orientalischen Märchen.
Man kann sich so recht gut das Marktleben vergangener Jahrhunderte auf dem gewiss eindrucksvollsten Platz Zentralasiens vorstellen: Da gab es zu kaufen, was Morgen- und Abendland zu bieten hatten, da zeigten Gaukler und Seiltänzer ihr Können, da wurden Gesetze verkündet und Paraden abgehalten. 1917 dann verbrannten an der geschichtsträchtigen Stätte die Frauen Usbekistans ihre Gesichtsschleier, die Parandasha, und begaben sich auf den Weg in eine neue Zeit.
INFO USBEKISTAN Klima Strenges Kontinentalklima, im Süden ist es am wärmsten, im Norden am kältesten. Tagestemperatur im Mai 26 Grad , im August 32 Grad, Nachttemperatur 13 bzw. 16 Grad.
Zeit Der Zeitunterschied zur Mitteleuropäischen Sommerzeit beträgt in Usbekistan +3 Stunden.
Kleidung Sportlich-praktisch, weder zu leger, noch zu elegant. Auf das Tragen von zu kurzen Hosen und Röcken sowie ärmellosen Hemden und Blusen sollte verzichtet werden.
Geld Kreditkarten werden vornehmlich in größeren Hotels, einigen Touristengebieten und Flughäfen akzeptiert. Devisen dürfen uneingeschränkt eingeführt, bei der Ausreise in Höhe der deklarierten Einfuhr abzüglich umgetauschter Beträge ausgeführt werden. Die Währung ist Sum. 1 Sum = 100 Tiyin, 1 Euro = 1260 Sum.
Autor/in: ULRICH UHLMANN
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