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Mit diesem ägyptischen Tempel stimmt etwas nicht. Vor allem machen die Reliefs an den Fassaden skeptisch: Pharao Echnaton und Gattin Nofretete sind darauf zu sehen, wie sie die Strahlen der vergöttlichten Sonne genießen.
Ägyptenkenner wissen: Echnaton war ein Revolutionär, wollte die alte Religion im aufklärerischen Sinn reformieren und den Priesterstand entmachten. Dieser rächte sich nach Echnatons Tod und zerstörte alles, was an den Ketzerpharao erinnerte. Echnaton-Bildnisse an ägyptischen Tempeln gibt es daher ebenso wenig wie Trotzki-Denkmäler in der Sowjetunion der Stalinzeit.
Filmleute nehmen es bei Antike-Filmen mit historischen Fakten indes nicht so genau, in Hollywood ebenso wie in Kairos Media City, dem nach Bombay und Hollywood drittgrößten Filmgelände der Welt, wo die meisten Kinofilme und TV-Soap-Operas für das arabische Publikum gedreht werden. Dort nämlich steht dieser Echnaton-verzierte Tempel, klischeekomplett mit Sphinx und Pyramide, und dort steht auch eines der neuesten Hotels der auf den nahen Osten spezialisierten Schweizer Mövenpick-Gruppe, das Media City Resort.
Ein Hotel, das selbst wie eine Filmkulisse aussieht: Um ein weites Gelände mit Rasenflächen und ineinander verschlungenen Schwimmbecken gruppieren sich die Gebäude, die keineswegs Kulisse sind, sondern 216 Zimmer der höchsten Luxuskategorie, mehrere Restaurants, ein Fitnesscenter, ein Theater für 800 und einen Ballsaal für 2250 Gäste beherbergen.
Mit Platzproblemen mussten sich die Hotelarchitekten nicht herumschlagen, denn die Media City mitsamt dem Mövenpick-Resort steht allein auf weiter Flur mitten in der Wüste und weitab vom Trubel der Zwanzig-Millionen-Stadt Kairo. Dessen ungeachtet kommt man über eine Autobahnverbindung schnell überallhin, wo es Touristen hinzieht: in 15 Minuten zu den Pyramiden, in einer halben Stunde in die Innenstadt und in einer Dreiviertelstunde zum Flughafen.
Und dazu kommt noch eine Sehenswürdigkeit, die normalsterblichen Kairo-Touristen vorenthalten bleibt, ja von der sie in der Regel gar nichteinmal wissen, dass sie überhaupt existiert: nämlich die Media City, drei Quadratkilometer groß und voller historischer Kulissen!
Mövenpick-Hotelgäste haben täglich Gelegenheit zu einer Gratisrundfahrt durch das ansonsten für die Öffentlichkeit nicht zugängliche Filmgelände. Wenn auch die antiken Tempelnachbauten eher fragwürdig sind, so ist die nostalgische Filmarchitektur, die ägyptische Städte zur britischen Kolonialzeit nachstellt, umso authentischer.
Nostalgische Filmarchitektur Maher Safwat, Eventmanager des Mövenpick-Resorts, weist begeistert auf Details hin: "Für das alte Alexandria sind nicht bloß die Hausfassaden rekonstruiert worden, man hat auch original Straßenpflaster wie damals verlegt, auf den Gleisen fährt eine historische Straßenbahn und selbst das Haltestellenwartehäuschen sieht genauso aus wie auf den alten Fotografien!" Auch einen Kinopalast von anno dazumal gibt es, mit Plakaten zur Premiere des Charlie-Chaplin-Streifens "The Kid". Und vor der aus Holz errichteten Fassade des Präsidentenpalastes steht ein Oldtimer-Luxusschlitten, mit dem schon Gamal Abdel Nasser gefahren ist.

Nicht nur Filme in historischem Rahmen werden in der Kairoer Media City gedreht, es stehen auch ländliche Szenerien, Nilbauerndörfer und ein Strand am "Roten Meer" zur Verfügung. Auch Eventmanager Maher Safwat mietet diese Plätze des öfteren, wenn etwa für eine Incentive-Gruppe oder eine Hochzeitsgesellschaft eine Party geschmissen wird. Und umgekehrt mieten auch die Filmleute manchmal das Mövenpick-Hotel, wenn für die Stars der arabischen Leinwand und der Fernsehschirme eine standesgemäße Unterkunft benötigt wird.
Man kann übrigens ganz Ägypten abklappern und dabei stets in Mövenpick-Hotelslogieren: Es gibt drei Hotels der Gruppe in Kairo, vier am Roten Meer (jeweils eines in El Gouna und El Quseir sowie zwei in Scharm El Scheich), eines auf Crocodile Island bei Luxor, eines auf Elephantine Island bei Assuan, und - am allerneuesten und erst letzten Herbst eröffnet - ein Hotel am Strand von El Alamein am Mittelmeer. Dort, wo Hitlers General Rommel die Entscheidungsschlacht des Afrikakriegs gegen die Engländer verlor. Außerdem verfügt Mövenpick über zwei schwimmende Hotels, nämlich die nach dem Opernhelden aus Verdis "Aida" benannten Nilkreuzfahrtschiffe "Radamis I" und "Radamis II".
Und wenn man den Heimflug zu nachtschlafender Zeit hat, empfiehlt sich eine letzte Übernachtung im Mövenpick-Heliopolis-Hotel - fünf Minuten mit dem Hotel-Shuttlebus, und man ist am Flughafen. Im Heliopolis-Viertel, einer Wohngegend für den wohlhabenden Mittelstand, finden sich auch zahlreiche Restaurants und Nachtklubs, um die Stunden bis zum Abflug angenehm zuzubringen.
INFO Internetadressen www.moevenpick-hotels.com www.moevenpick-cairo-mediacity.com
Neueröffnung Noch in diesem Frühjahr geht in Ägypten ein weiteres Mövenpick-Hotel in Betrieb. Das 432 Zimmer große Resort in Taba am Roten Meer zielt außer auf den europäischen auch auf den israelischen Urlaubermarkt ab. Taba ist eine Grenzstadt, auf der anderen Seite liegt das israelische Eilat.
Autor/in: HARALD STEINER
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