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Reiseberichte

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12. März 2005
Südostasien nach der Tsunami-Katastrophe: Aufräumarbeiten und Hilfe für die Opfer sind in vollem Gang. Auch die Gäste sollen wieder kommen, denn die meisten Feriendestinationen blieben unberührt. Wie Bali.

"Bitte sagen Sie ihren Lesern, dass der Tsunami hier nichts angerichtet hat und dass sie kommen sollen." Das hörte man Ende Februar auf Bali: Die indonesische Insel ist zwar von den Wellen verschont geblieben, aber auch ein Opfer geworden: Gebuchte Reisen wurden storniert, neue erst gar nicht gebucht. 80 Prozent der für die Zeit üblichen Touristen seien ausgeblieben, hieß es. Sogar der Präsident der hart getroffenen Malediven sagte im Radio: "Wir wünschen, dass die Touristen zurückkommen und uns helfen, unsere Wirtschaft wieder in Gang zu bringen. Wo immer sie hinkommen werden sie sehen, dass wir mit den Arbeiten vorankommen."

Für ganz Südostasien ist der Tourismus einer der wichtigsten Bereiche der Wirtschaft, für Bali ist er die Hauptindustrie. Leere Hotels, Restaurants und Bars bedeuten für die dort Beschäftigten schnell leere Taschen. Menschen, die bereit wären, Familienmitgliedern, Freunden und einfach Landsleuten, die von der Katastrophe betroffen wurden, Hilfe zu geben, sind auf einmal auch hilflos. Aus Pietät wegzubleiben, ist in den zerstörten Regionen angemessen. Dort, wo nichts passiert ist, kann gerade dies zur Katastrophe werden.

Indonesien wurde von der Tsunami-Katastrophe am schwersten getroffen; das die Welle auslösende Beben ereignete sich vor der Küste des Nordzipfels der Insel Sumatra; die Welle breitete sich vor allem in nördlicher Richtung aus. Den Süden erreichte sie nicht und so blieb das südliche Indonesien verschont - und dort liegt Bali. Vielleicht haben es die fast vier Millionen Menschen auf Bali ihrer innigen Verbindung zu ihren Göttern zu verdanken, dass bei ihnen nichts passiert ist. Die Balinesen sind, anders als die anderen Regionen des muslimischen Indonesiens, Hindus und ihre Götter sind unter ihnen.

Unter den Gebäuden auf der Insel fallen am meisten die Tempel auf, von niedrigen Mauern eingefasste Areale, deren Eingang das charakteristische gespaltene Tor markiert. Die Tempel sind lustvoll gestaltete Oasen, Orte zur Freude der Götter und daher auch zur Freude der Menschen. Mindestens 20.000 Tempel gibt es auf der Insel, und dabei sind die "privaten" Familien- und Sippentempel noch nicht mitgezählt.

Die Stimmung auf Bali ist fröhlich. Die Menschen glauben an die Wiedergeburt, das Wetter kennt keine strengen Tage. Die Durchschnittstemperatur beträgt 28 Grad, die Zahl der Sonnenstunden schwankt zwischen fünf und sieben an jedem Tag des Jahres. Zur Regenzeit zwischen November und März können einige graue Tage dabei sein. Drei Mal im Jahr kann die Hauptnahrung, der Reis, geerntet werden. Auch wenn das Leben bescheiden sein mag, an den Grunddingen der Existenz fehlt es nicht. Bettler trifft man auf Bali keine. Statt dessen Händler, die mit breitem Lächeln bunte, raffiniert gemusterte Stoffe anbieten, einem auf Deutsch "Handeln macht Spaß" zurufen und es durchaus verstehen, wenn der Besucher diesmal kein Interesse zeigt.

In gepflegten Hotelanlagen an den sauber gehaltenen Stränden kann der Bali-Besucher bei Temperaturen um die 30 Grad die Seele einfach baumeln und den Körper kraftvoll-sanft massieren lassen. Aber wenn dann die Abenteuerlust erwacht, ist Bali eine riesige Fundgrube. Ausflüge ins Landesinnere, etwa in die Künstlerstadt Ubud, zum Bratan-See mit dem weitläufigen Tempel Pura Ulun Danu oder zum Vulkan Gunung Agung sind auch faszinierende Exkursionen in die Welt des tropischen Regenwaldes mit seinen zahllosen Formen und Variationen von Grün. Für Reisende aus Europa ist Bali ein ausgesprochen günstiges Ziel. In der Rechnung ist der Flug der größte Posten - wer sich je nach dem schwelgerischen Luxus eines Fünf-Sterne-Hotels gesehnt hat, der kann sich diesen Wunsch auf Bali sicher erfüllen.

INFO BALI
Die Insel Bali
gehört zu Indonesien und ist die westlichste der "Kleinen Sunda-Inseln", die wiederum den südlichen Teil des indonesischen Archipels bilden. Bali liegt ganz nah am Äquator, auf 8 südlicher Breite. Auf 5600 km2 leben fast vier Millionen Menschen. Das sind 700 pro km2 . In Österreich leben, zum Vergleich, nur 100 Menschen pro km2 . Die Hauptstadt Balis ist Denpasar, südlich davon liegen die Ferienregionen Kuta und Legian und das exklusive Touristenresort Nusa Dua.

Die beste Reisezeit für Bali sind die Monate April bis Oktober. Dann sind die Tagestemperaturen mit 30 Grad am angenehmsten. November bis März ist Regenzeit, aber das bedeutet keinen Dauerregen sondern nur einige kräftige Güsse am Tag. Hauptsaison sind die Monate Juli und August.

Von Österreich sind es etwa 16 Stunden Flugreise. Es gibt gute Flugverbindungen mit Austrian und Singapore Airlines aus allen Bundesländern. Malaysia Airlines fliegt eine auch in der Economy komfortable Verbindung über Kuala Lumpur mit nur zwei Stunden Umsteigezeit.

Komplettangebote für Flug und Unterkunft sind derzeit günstig zu haben. Der Veranstalter Jumbo-Reisen in Wien, der sich auf Asien und Südostasien spezialisiert, bietet sieben Übernachtungen mit Frühstück inklusive Flug ab 999 Euro pro Person an. Im fünf Sterne-Hotel Melia Bali kostet der gleiche Aufenthalt derzeit 1197 Euro pro Person.

Autor/in: LASZLO MOLNAR

© SN

 

diese seite | 16.03.2005 | 11:27

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