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Namibia, von Südafrika über Jahrzehnte als "fünfte Provinz" betrachtet, setzt seit seiner 1990 erworbenen Unabhängigkeit verstärkt auf den Tourismus. Auf Safari im Tierparadies derEtoscha-Pfanne und zu den höchsten Dünen der Welt bei Sossusvlei.
Auf die meisten Fremden, die nach Namibia kommen, übt die 1907 zum Wildschutzgebiet erklärte Etoscha-Pfanne die stärkste Anziehungskraft aus. Weite Steppen und Savannen schließen an die riesige Salztonebene an. Mehrere Pisten verbinden die drei großen Rastplätze Okaukuejo, Halali und Namutoni sowie die vielen Wasserlöcher miteinander. Mit etwas Glück und Geduld kann eine Safari zum unvergesslichen Erlebnis werden.
Bevorzugte Gebiete der Zebras, Weißschwanzgnus und Springböcke sind die Savannen mit ihrem süßen, nährstoffreichen Gras. Von den 114 Säugetierarten sind die Elefanten mit einer Schulterhöhe bis zu vier Metern der Stolz des Nationalparks. Allerdings haben sie relativ unterentwickelte Stoßzähne, was sich über den geringen Mineralhaushalt ihrer Nahrung erklären lässt. Giraffen, Löwen, Spitzmaulnashörner, Kudus, Oryxantilopen und Strauße erfreuen den Tierbeobachter.
Der Ort, "an dem nichts ist"
Die Camps Halali und Okaukuejo verfügen über ein eigenes Wasserloch und lassen, da die Tiertränken auch beleuchtet werden, Beobachtungen rund um die Uhr zu. Eine Vorstellung von der unermesslichen Weite dieses Naturparadieses kann man vom Tsumasa, einem winzigen Inselberg bei Halali und vom Wasserturm Okaukuejos gewinnen.
Die Namib, eine typische Küstenwüste, nimmt die gesamte westliche Küstenlandschaft von der angolanischen Grenze im Norden bis an den Oranje, den Grenzfluss zu Südafrika, ein. Diese älteste Wüste der Welt wird in der Sprache der Nama bezeichnenderweise als "Ort, an dem nichts ist", beschrieben. Von Swakopmund werden Wüstenausflüge in den Namib-Naukluft-Park, das größte Naturschutzgebiet des Landes, angeboten.

Die Landschaft wechselt vom erhabenen Gebirgsmassiv zu Wüstenebenen, denen hohe Dünen aufgesetzt sind, von tiefen Schluchten zu den Gezeiten ausgesetzten Lagunen. Dabei kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Wüste nicht unbedingt Öde bedeuten muss. Das rätselhafte Spiel von Licht und Schatten, das je nach Tageszeit und Lichteinfall die Landschaft in ständig neue Farben und Kontraste taucht, löst Begeisterung aus. Viele Pflanzen und Tiere versorgen sich über den Nebel und nächtlichen Tau mit dem kostbaren Nass, Kondensationsvorgänge, die der kalte Benguelastrom im Zusammenspiel mit dem Passat bewirkt und die etwa 80 km landeinwärts noch wahrnehmbar sind. Akazien, Kameldornbäume und Tamarisken begleiten die Piste.
Bei Sossusvlei haben wir die angeblich höchsten Dünen der Welt vor uns. Dieses Gebiet ist, so weit das Auge reicht, ein einziges Märchen aus Sand. Die Farbschattierungen variieren von Blassgelb bis zu leuchtenden Rot- und Orangetönen, wobei die Kontraste in den Morgen- und Abenstunden am stärksten zur Geltung kommen.
Reservat für 150.000 Zwergpelzrobben
Ungefähr eineinhalb Autostunden nördlich von Swakopmund, am Kreuzkap, jenem Ort, an dem 1486 der portugiesische Seefahrer Diego Cao als erster Europäer die Küste Namibias betreten und zur Erinnerung an diese historische Gegebenheit ein Steinkreuz errichtet hat, befindet sich neben dieser Gedenkstätte die für diese Region weitaus größte Attraktion: das Robbenreservat. An die 150.000 Zwergpelzrobben leben hier, für die der fischreiche Benguelastrom Lebensgrundlage ist.
Nur fünf Autominuten vom Zentrum Windhuks entfernt, liegt weit an den Stadtrand gedrängt Katutura, der Siedlungsraum der Schwarzen. Da und dort entstehen einfache Häuser, manche davon bereits mit kleinen Gärten umgeben. Die Staubstraßen verschwinden, die Beleuchtung kommt. Man ist auf dem Weg, aus Katutura, "dem Platz, an dem wir nicht leben wollen", ein Matutura, "einen Platz, an dem wir bleiben möchten", entstehen zu lassen.
INFO NAMIBIA Gesundheit Keine Impfungen vorgeschrieben, wer die Nord- und Nordostteile des Landes bereisen möchte, dem ist eine Malariaprophylaxe zu empfehlen.
Reisezeit Ein Land, das durchaus das ganze Jahr über als Reiseziel ins Auge gefasst werden kann. Im namibischen Winter (Mai-September) fällt im Allgemeinen kein Regen, Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad.
Unterkunft Nächtigungspreise einfacher Hotels in Kleinstädten zwischen 8 und 10 Euro. Es besteht auch die Möglichkeit, auf Farmen deutschstämmiger Farmerfamilien zu ähnlichen Bedingungen zu übernachten.
Küche Das Rindfleisch gilt als besonders wohlschmeckend. Unbedingt kosten sollte man Biltong, ein stark gewürztes, gedörrtes Rind- oder Antilopenfleisch. Daneben sollte man sich namibische Wildspezialitäten nicht entgehen lassen.
Autor/in: HEIMFRIED MITTENDORFER
© SN
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