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Das nordafrikanische Land öffnet sich für den Tourismus und möchte Pauschalreiseziel werden. Aber noch fehlen Strandhotels.
Libyen setzt zur touristischen Aufholjagd an. Die Voraussetzungen dafür sind da: 1600 Kilometer nahezu unberührte Küste, versunkene Römerstädte und die endlose Weite der Sahara."Libyen hat großes touristisches Potenzial", bestätigt Peter Knappich, Gebietsleiter für Afrika und den Nahen Osten beim Studien- und Erlebnisreiseanbieter Gebeco. Damit spielt der Libyen-Kenner nicht nur auf die landschaftlichen Reize an, sondern auch auf das kulturelle Angebot. Jeep-Touren durch die libysche Sahara zur Oase Ghadames und zu den Wüstenseen von Ubari gehören ebenso zum Programm einer Libyenreise wie ein Besuch der alten phönizischen Siedlung Sabratha und der berühmten Römerstadt Leptis Magna.
Tripolis mit italienischem Flair
In der Hauptstadt Tripolis mischt sich arabisches Leben mit italienischem Flair. Auf dem quirligen Markt feilschen die Händler um jeden Dinar, in den mondänen Cafes schlürfen Libyer italienischen Espresso. Das hat einen einfachen Grund: Von 1911 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs war Libyen italienische Kolonie.
Bei den Studienreiseveranstaltern erfreut sich das nordafrikanische Land großer Beliebtheit. Neu im Programm bei Gebeco ist eine 15-tägige Reise durch die libysche Wüste. Das Schwesterunternehmen Dr. Tigges und der Wettbewerber Studiosus planen für 2005 zusätzliche Libyen-Reisen.
"Die Strände sind da, nur Strandhotels gibt es noch keine", weiß Knappich. Außerdem lasse der Service vieler Hotels zu wünschen übrig. "Die Hardware hat europäischen Standard", ergänzt Ulrich Rosenbaum, Gebietsleiter bei Studiosus, "die Software noch nicht".
Doch das könnte sich bald ändern. Die ersten Hotelketten sind bereits auf dem Sprung. So hat das maltesisch-libysche Unternehmen Corinthia Hotels im Frühjahr 2003 in Tripolis das Fünf-Sterne-Hotel Bab Africa eröffnet. Demnächst will auch die saudiarabische Kingdom-Gruppe nachziehen. In der Hauptstadt baut sie derzeit ein Haus mit 278 Zimmern, das Management soll die Schweizer Hotelkette Mövenpick übernehmen. Vorreiter in Sachen Strandhotels ist der italienische Clubbetreiber Valtur. Momentan errichtet das Unternehmen in der Nähe der Römerstadt Leptis Magna an der Mittelmeerküste ein Feriendorf mit 1000 Betten. Die Eröffnung ist für 2005 vorgesehen.
Ab Djerba mit Schiff und Bus
Libyen gilt als sicheres Reiseland. Allerdings gibt es auch einige Hindernisse wie die langwierige Visumbeschaffung, das strikte Alkoholverbot und die beschwerliche Anreise. Zwar fliegen unter anderem Lufthansa, Alitalia und Swiss in knapp drei Stunden nach Tripolis, Linienflüge kosten allerdings derzeit noch weit über 1000 Euro. Günstiger ist die Variante, die die meisten Veranstalter wählen: Sie befördern ihre Gäste via Charter nach Djerba /Tunesien und bringen sie dann per Schiff und Bus über die libysche Grenze. "Das ist zwar zeitaufwändig", sagt Ulrich Rosenbaum, "kostet aber weniger Geld. Außerdem hat es den Vorteil, dass die Gäste relativ einfach eine Badeverlängerung auf Djerba anhängen können." Ein Luxus, der ihnen in Libyien derzeit noch verwehrt ist.
Autor/in: FABIAN VON POSER
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