01 Nachrichten
02
03
04
05
06
07
08
  Donnerstag, 8. Jänner 2009 PLATTFORM FÜR SALZBURG Werbung   
Belletristik | Lifestyle Bücher | Musik Charts
DVD Neuheiten | Preishits Elektronik | Games Charts
 suchen!  
0308 Reisen

Ticketcenter

Veranstaltungen

Kino

Cams

imBild

Reisen
...Reiseberichte
...Leserreisen
...Diashows
...WorldCams

Salzburg Urlaub

Wien Urlaub

Partnersuche

Weiterbildung

Horoskop

Alpintouren

Kunstlexikon

Suche
 

Google
Web salzburg.com

Reiseberichte

Der Atem stockt am Sinai
10. April 2004
Ein schwarzer Asphaltstrich mit weißem Reißverschluss in der Mitte zieht sich über viele Kilometer durch eine wellige Gerölllandschaft.

Der Sinai stellt sich als Jahrtausende alte abweisende Szenerie dar, in der nach wie vor die Natur und nicht der Mensch regiert. 59.000 Quadratkilometer Nichts?

Plötzlich tut sich rechts eine Senke auf mit einem Ausblick, der den Atem stocken lässt: Steinhalden, Wadis, Klüfte, Kegel, bizarre Felsgebisse, sanfte Rundungen und harsche Abbrüche. Das Geländefahrzeug bahnt sich ab nun den Weg quer über ein weites Sandfeld, das von Tafelbergen eingerahmt wird. An einem Schlund, den man leicht übersieht, macht es Halt, und wir steigen ein paar Meter ab.

Es ist der Beginn des Wei-ßen Wadis: Weicher Fels, wie glatt gestreichelt, kalkig, kreidig, Sandwechten, die an frisch gefallenen Schnee erinnern, und darüber ein Himmel, der so tiefblau ist, wie man ihn daheim nur an schönen Sommermorgen erlebt. Sand rutscht in die Schuhe, Stufen im Fels werden zu Absprungplattformen, die Schritte zu mühseligem Stapfen - die Tour ist vergnüglich und anstrengend zugleich. Nach einer Stunde weitet sich die Klamm, Palmen leuchten aus dem Braunton der Umgebung. In der Oase leben Beduinen, bieten Glitzerschmuck auf einem Teppich und heißen süßen Tee unter dem Vordach des Zelts an.


In der Einsamkeit des Coloured Valley


Der Jeep hat einen weiten Weg genommen, um uns hier wieder aufzulesen. Auf einer staubigen Piste pflügt er mit uns talauswärts, um nach längerem Hoppeln und Rumpeln ein Hochplateau zu erreichen. Von dort steigen wir 80 Meter ins Bunte Wadi, ins Coloured Valley, ab. Erst wirkt es nicht so spannend wie das erste Tal, doch bald wird es zu einer Art waagrechter Bobbahn-Rinne, die sich zwischen senkrechten Felswänden schlängelt. Prallhang und Gleithang wechseln ständig.

Wer allein und nicht in der Gruppe unterwegs ist, erlebt hier Einsamkeit und Stille mit dem Gefühl von Taubheit. Nichts regt sich, jede Kurve des Weges bietet aber neue Entdeckungen: Muschelablagerungen, Zeichnungen des fantastischen Realismus der Natur, alles in Rot und Braun gehalten, Ausschwemmungen, sphinxförmige Felsen und Steinsäulchen wie Sanduhren.

Wer es belebter liebt, sollte einen Ausflug ins Katharinenkloster planen: zwar liegt auch dieses mitten in der steinigen Einöde der Sinaihalbinsel, doch zählt man schon eine halbe Stunde nach Öffnung um halb zehn 18 Autobusse auf dem Parkplatz. Engel sollen einst den Körper der heiligen Katharina nach ihrem Foltertod auf den höchsten Berg des Sinai, ganz in der Nähe, gelegt haben, Mönche bestatteten ihn angeblich dann im Kloster.

Touristen aus aller Herren Länder schieben sich durch die 1400 Jahre alten Holztüren ins Innere der griechischorthodoxen Kirche mit ihren zahlreichen Leuchtern und Hängelampen. Wieder draußen bleibt alles vor dem einst brennenden Dornbusch stehen und knipst drauflos. Doch erstens ist es kein Dornbusch, zweitens ist der richtige, vor dem Moses sein Gotteserlebnis gehabt haben soll, im versperrten Kämmerchen dahinter, das nicht betreten werden darf, und drittens befindet sich dort nur mehr ein Wurzelstock.

Vor den Klostermauern warten Dromedare geduldig darauf, dass sich bequeme Pilger eine halbe Stunde Weges empor schaukeln lassen, bis zu jener Stelle, von wo aus der Dschebel Moussa sichtbar ist, jener Berg, auf dem Moses die Zehn Gebote in Stein gehauen hat. Ausdauernde steigen nächtens stundenlang auf, um auf dem Mosesberg den Sonnenaufgang über dem Sinai zu erleben.


Beduinendorf und Tourismuszentrum


Als Ausgangspunkt für die Touren ins Landesinnere der Halbinsel bietet sich Dahab am Roten Meer an, auf halbem Weg zwischen der israelischen Grenze im Golf von Akaba und dem Fremdenverkehrszentrum Sharm el Sheik. Dahab hat sich noch das Bild eines Beduinendorfs bewahrt, wenngleich eifrig Straßen und Hotels gebaut werden.

Touristischer Schwerpunkt des Ortes ist Tauchen und Schnorcheln. Wer hier einmal den Kopf offenen Auges unter Wasser gesteckt hat, weiß warum: Die nördlichsten Korallenriffe der Welt flimmern in zarten Farben, während knallbunte Fischschwärme an der Taucherbrille vorüberziehen.

Wenn beim Abendessen in einem der Restaurants in der Bucht von Dahab der Blick hinüber fällt auf die Berge Saudi-Arabiens, wird klar, warum das Rote Meer so heißt: Lachsfarben leuchten sie übers Wasser, während im Rücken die Sonne zwischen den Zacken und Kämmen des Sinai abwärts gleitet.

INFO SINAI

Allgemein
Halbinsel im Norden des Roten Meeres zwischen den Golfen von Suez und Akaba, östlich der Afrika von Asien trennenden Landenge von Suez. Gehört zu Ägypten, Fläche 58.824 qkm. Der größte Teil ist ein Tafelland aus weitgehend verkarsteten Kalken und Sandsteinen, das von der nördlichen Küstenebene nach Süden bis zum Gebirgszug Djebel el Igma (1626 m) ansteigt. Südlich davon steigt das von Tälern durchschnittene Sinaigebirge im Djebel Katherin auf 2637 m.

Währung
1 Ägyptisches Pfund = 100 Piaster = 0,14 Euro.

Klima
Nur an der Küste und im Gebirge fallen geringe Niederschläge, das Innere ist wüstenhaft. Selten füllen Regenfälle die Wadis mit Wasser.

Umfehdet
Im Nahostkonflikt war die Halbinsel Sinai von Oktober 1956 bis März 1957 von israelischen Truppen, von März 1957 bis Mai 1967 von UN-Truppen besetzt. Im Sechstagekrieg 1967 eroberte Israel erneut die Halbinsel und räumte sie wieder - in Etappen - bis 1982 nach Abschluss des israelisch-ägyptischen Friedensvertrages von 1979.

Biblisch
Im Altertum ist Sinai der Name des Berges, an dem Moses die Zehn Gebote empfing. Im 5. Buch Mose wird der Sinai Horeb genannt. In der Lokalisierung des biblischen Sinai deuten einige Angaben auf eine Lage östlich des Golfes von Akaba hin. Andererseits identifiziert die christliche Tradition spätestens seit dem 4. Jh. n. Chr. den Sinai mit dem Djebel Musa, an dessen Fuß sich das Katharinenkloster befindet.

Autor/in: STEFAN MAY

© SN

 

diese seite | 13.04.2004 | 16:28

Alle Reiseberichte

Afrika

Asien

Europa

Nordamerika

Ozeanien

Südamerika

Anzeigen

Immobilien

Karriere

Motor

Andere

Tourismus

Mehr Info
Anreise (TT-MM-JJ)
Nächte Zimmer Pers

Spiel des Monats

Elevens

Flottes Kartenspiel: Hotelgutscheine gewinnen!

Premium Promotions

Blickpunkt

Web-Tipps

Link-Tipps

Ticket Polzer

Conova

Salzburger Woche

 
© 1997-2006 Salzburger Nachrichten      Kontakt  Sitemap  Impressum  AGB  Newsletter      realisiert von conova

Werbung