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Vom Bloubergstrand hat man eine großartige Aussicht auf die Tafelbucht, auf Kapstadt und den Tafelberg. Den Anblick optimieren leuchtende Farbtupfer, wenn Parasurfer für action sorgen.
Der Tafelberg, ein rund 1000 Meter hohes Monument aus Sandstein, das längst zum Wahrzeichen der Stadt avancierte, ist nach wie vor eine wichtige Orientierungshilfe für die Seefahrer, zumal derselbe bei gutem Wetter schon aus einer Entfernung von 200 Kilometern recht deutlich zu erkennen ist. Unzählige Routen verschiedenster Schwierigkeitsgrade führen auf diesen von Antonio Saldanha, einem portugiesischen Admiral, benannten Tabao do Cabo.
Für Komfort sorgen nun die vor vier Jahren installierten Rundgondeln, die auf ihrem Weg nach oben oder unten jeweils horizontal eine Drehung um 360 Grad vollbringen, um somit auch dem selbst nur stur in eine Richtung blickenden Fahrgast das volle Panorama zu präsentieren. Oben angekommen ist man aufs Neue fasziniert von der einzigartigen Lage der Traumstadt, die einem zu Fü-ßen liegt. Besonders empfehlenswert ist ein Besuch in den Abendstunden.
Wer meint, der Tafelberg sei unter den Viewpoints das Nonplusultra, der irrt gewaltig! Für mich zeigte sich die Stadt vom Lions Head, einer vom Tafelberg im Westen deutlich abgesetzten Spitze, noch interessanter und aufregender. Denn vom Gipfel, der allerdings nur zu Fuß erreichbar ist, können Stadtteile wie etwa Green Point, Sea Point oder Fresnaye, die aus der Sicht des Tafelberges im Verborgenen liegen, deutlich eingesehen werden. Auch vom Signal Hill, dem Pendant zum Lions Head, bieten sich exzellente Möglichkeiten Cape Town aus der Vogelperspektive zu erleben.
Seit 1910, dem Gründungsjahr der Südafrikanischen Union, hat Kapstadt die Hauptstadtfunktion verloren, konnte aber bis dato den Parlamentssitz behaupten. Die extremen sozialen Gegensätze zwischen den Schwarzen und den Weißen sorgen für enorme Spannungsfelder, so dass Kapstadt, wie jede andere Großstadt in Südafrika, mit einem beachtlichen Unsicherheitsfaktor versehen ist. Die politische Apartheid ist zwar bereits Geschichte, aber es wird noch mehrerer Jahrzehnte bedürfen, bis die den Schwarzen in der Vergangenheit zugefügten Wunden total vernarbt sind.
Unverzichtbar ist ein Besuch der am Ostrand der Stadt gelegenen Townships, also des afrikanischen Herzens dieser Weltstadt. Bis vor 15 Jahren hatte man von Regierungsseite unentwegt vergeblich versucht, diese Squatter Camps wie beispielsweise Crossroads, Lange u. a., die Keimzellen des einstigen schwarzen Widerstandes, auszulöschen. 1986 startete man den letzten Versuch ca. 70.000 Menschen aus deren Wellblechhütten zu vertreiben, doch, wie so viele Male zuvor, war es bei einem Fehlschlag geblieben, denn bereits Tage später wurde mit der Wiedererrichtung der Hütten begonnen.
Weißen Touristen begegnet man im Allgemeinen in den Townships äußerst freundlich und entgegenkommend, präsentiert sich mit Stolz und freut sich über die Maßen, wenn Gäste Zeit für ein Gespräch finden.
Ca. 200 Kilometer im Umkreis von Kapstadt dreht sich landwirtschaftlich betrachtet alles nur um den Wein. Auf sanft gewellten, von einzelnen Ketten des Kapgebirges umrahmten Hügeln reifen hier unter mediterranen Klimaeinflüssen Weine von Weltformat. Doch dies war beileibe nicht immer so! Denn die Anfänge des Weinbaus im Kapland reichen bis ins 17. Jahrhundert zurück. Ernstzunehmende Fachkenntnisse konnten angeworbenen Winzern aus Deutschland abgeguckt werden, was in Folge zur raschen Entwicklung zahlreicher Kellereien beigetragen hat.
Eine der bekanntesten Weinrouten führt von Stellenbosch, der zweitältesten Stadt des Landes, über Franshoek nach Tulbagh. Hier reiht sich ein Weingut an das andere, den landschaftlichen Eindrücken zufolge zweifelt man häufig, überhaupt in Afrika zu sein. Überall sind die wunderbar in die Landschaft passenden kapholländischen Häuser mit ihren geschwungenen Giebeln, den Dacherkern und den reedgedeckten Dächern vorhanden, und leisten hiermit einen enormen Beitrag für dieses "Out of Africa"-Empfinden, das sich bei uns breit machte.
Zur Weinkost in der französischen Ecke
In Franshoek (holländisch: "Franzosenecke") und Umgebung hat sich der Weinbau nach französischem Vorbild entwickelt. Hugenotten waren es, die diesen Landstrich zur so genannten "französischen Ecke" erhoben, was bis heute in der Namensgebung diverser Weingüter , wie "La Provence" oder "La Bri" u. a. seinen Niederschlag gefunden hat. Natürlich packten wir die Gelegenheit einer Weinverkostung beim Schopf. Bei einem Gläschen Pinotage in einem der angesehensten Weingüter von Franshoek sehnten wir uns danach, nochmals am Kap der Guten Hoffnung zu stehen und die endlose Weite des Ozeans zu spüren.
INFO SÜDAFRIKA
Einreise Besucher aus den EU-Staaten, aus Kanada oder den USA brauchen kein Visum.
Gesundheit Die ärztliche Versorgung und die Apotheken entsprechen europäischen Anforderungen.
Reisezeit Die Jahreszeiten sind umgekehrt wie in Europa. Weihnachten fällt in den Hochsommer. Dank des im Allgemeinen milden Klimas hat Südafrika ganzjährig Saison.
Sicherheit Wachsamkeit und Vorsicht sollten in den Townships und den früheren Homelands zum obersten Gebot gemacht werden. Auch in den Großstädten lauert Gefahr von kriminellen Gruppen.
Autor/in: HEIMFRIED MITTENDORFER
© SN
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