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Arme Würstchen mit Durst

„Kompromisslos männlich“, lautet eine neue Werbekampagne, die den Verkauf des Magenbitters Rossbacher ankurbeln soll. Diese schlägt dabei allerhand Haken – zunächst einmal einen in die Magengrube aufgeklärt denkender Menschen. Den derzeit plakatierten Slogan „Lieber ein Glas in der Hand als einen Ring am Finger“ kann man noch der persönlichen Freiheit jedes Mannes zuschreiben, sich zwischen Liebesglück und Alkoholismus zu entscheiden. So richtig frauenfeindlich wird es aber, wenn man(n) die Internetseiten ansteuert, auf denen Rossbacher großspurig Hilfe auf dem Weg zur „kompromisslosen Männlichkeit“ anbietet. Darauf ist etwa zu lesen, wie sich Frauen zu verhalten hätten, sollten Männer einen gemeinsamen Fußballabend genießen wollen. Etwa: „In der Halbzeitpause sollte der Aschenbecher geleert und leere Getränkeflaschen durch frisch gekühlte ersetzt werden.“ Oder: „Spätestens 30 Minuten vor Beginn eines Spieles ist dem Mann eine mit Liebe zubereitete Mahlzeit zu reichen.“ Dann folgt der an gnadenloser Selbstüberschätzung leidende Aufruf, dass in diesem Zeitraum „jegliche Handlungen, die der Fortpflanzung dienen könnten, zu unterlassen sind“.

Zur weiteren Selbstverwirklichung werden die „kompromisslosen Männer“ dann auf die Facebook-Seite der Kampagne eingeladen, auf der man(n) seine markigen Sprüche hinterlassen kann. Die aktive Teilnahme dieser in jeder Hinsicht als „Plattform“ zu bezeichnenden Community soll mit dem Gewinnspiel „Starke Männer – starke Sprüche“ gefördert werden.

Das Beste kommt übrigens zum Schluss. In der Presseaussendung wird nämlich noch kompromisslos festgestellt: „Rossbacher distanziert sich ausdrücklich von frauenfeindlichen Inhalten und bekennt sich zur Gleichberechtigung.“

So sind sie eben, die kompromisslosen Rossbacher-Männer: Wenn es darauf ankommt, dann ziehen sie den Schwanz ein. Von PSG 


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